PCG Garage: Regenfahrer, Weiterentwicklung und Anpassung

Special Michael Grünwald
PCG Garage: Regenfahrer, Weiterentwicklung und Anpassung
Quelle: PC Games

Sowohl in der Realität als auch im Sim-Racing bestehen im Regen nur die Besten. In der PCG Garage dreht sich alles um die Entwicklung des Wettersystems.

Die Regenkönige

Senna, Schumacher, Hamilton und Verstappen sind in vielerlei Hinsicht verschieden, aber eine große Gemeinsamkeit erkenn ich sofort: Alle vier waren oder sind Meister darin, unter den schwierigsten Witterungsbedingungen zu glänzen.

Ich denke da direkt an Senna 1993 in Donington, Schumis ersten Triumph im unterlegenen Ferrari in Barcelona im Jahr 96, Hamiltons Heimsieg in Silverstone 2008 und Verstappens wilde Fahrt 2016 in Interlagos. Das Quartett hat außerdem noch vielen Regenrennen mehr den Stempel aufgedrückt.

Nicht nur in der Formel 1, sondern auch in anderen Rennserien und im Rallye-Sport stechen Top-Piloten meistens bei komplizierten Verhältnissen besonders heraus. Das lässt sich ebenfalls direkt auf Sim-Racing übertragen, weil auch da muss ich bei Regen oder Schnee einiges beachten. Ich kann vieles gewinnen, aber auch alles verlieren.

Ayrton Senna legte 1993 beim Großen Preis von England die vielleicht beste Runde in der Königsklasse aller Zeiten hin - im strömenden Regen von Donington. Quelle: PC Games Ayrton Senna legte 1993 beim Großen Preis von England die vielleicht beste Runde in der Königsklasse aller Zeiten hin - im strömenden Regen von Donington.

Die Entwicklung des Regens im Sim-Racing

Variables Wetter ist in Rennspielen ein bekanntes Feature. Sowohl die Grand-Prix-Reihe als auch die F1-Titel auf der Playstation und viele weitere Racer aus den 90er-Jahren simulieren regnerische Bedingungen und lassen sogar einen Wetterwechsel während des Rennens zu.

Obwohl die grafischen Möglichkeiten damals bei weitem noch nicht ausgereift waren, erkenne ich dennoch Regentropfen, eine Spur auf dem feuchten Asphalt und hochspritzende Gischt. Auch die Physik macht in den alten Spielen bereits einiges her. Ich spüre die deutlich rutschigere Oberfläche der Strecke und die Unterschiede von Slicks und Regenreifen bei feuchten Bedingungen.

Was die alten Titel noch nicht geschafft haben, ist die Darstellung von Aquaplaning und eine unterschiedliche Intensität von Wasser auf der Strecke. Neue Simulationen und Spiele wie iRacing, Le Mans Ultimate, Gran Turismo 7 und Co. schaffen 30 Jahre später eine deutlich realitätsgetreuere Umsetzung.

Das größte Problem im Regen ist meistens nicht einmal die Fahrbarkeit, sondern die schlechte Sicht aufgrund der Gischt. Quelle: PC Games Das größte Problem im Regen ist meistens nicht einmal die Fahrbarkeit, sondern die schlechte Sicht aufgrund der Gischt.

Augen auf und anpassen

Bei wechselnden Bedingungen spielen etliche Faktoren mit, die mir helfen können, davon zu profitieren - und mit einer guten Vorbereitung fängt alles an. In vielen Simulationen gibt es schließlich Wettervorhersagen oder ein integriertes Wetterradar im HUD. Ist Niederschlag gemeldet, kann ich mögliche Boxenstopps so planen, dass ich im Vergleich zu meinen Konkurrenten einen Vorteil erhalte.

Das ist aber meistens dennoch mit einem gewissen Restrisiko verbunden, denn wann der Regen in welcher Intensität zuschlägt, lässt sich häufig nicht abschätzen. Setze ich zu früh auf Regenreifen, verliere ich im Vergleich zu den anderen Fahrern zu viel Zeit, fahre ich zu spät an die Box, riskiere ich einen Abflug. Das Timing muss exakt passen.

In modernen Spielen schadet es auch nicht, die Wolken zu beobachten. In iRacing und anderen Simulationen sind die mittlerweile ein guter Indikator, wann und wie stark der Regen herunterprasselt.

Wer in iRacing bei feuchten Bedingungen um den Sieg kämpfen möchte, muss hin und wieder die Regenlinie wählen, um das Maximum aus den Verhältnissen herauszuholen. Quelle: iRacing Wer in iRacing bei feuchten Bedingungen um den Sieg kämpfen möchte, muss hin und wieder die Regenlinie wählen, um das Maximum aus den Verhältnissen herauszuholen. Es reicht aber nicht, wenn ich den Himmel im Blick behalte und im richtigen Moment zum Reifenwechsel an die Box komme. Bei Niederschlag muss ich ein gutes Mittelmaß finden, um weiterhin schnelle Rundenzeiten in den Asphalt zu brennen und gleichzeitig nicht von der Strecke zu fliegen. Das ist die große Kunst, die selbst in der Realität nicht alle Piloten beherrschen. Auf Seite 3 stelle ich die Besonderheiten bei regnerischem Wetter in den Mittelpunkt.

  1. Seite 1 Einleitung und News
  2. Seite 2 Regenfahrer, Weiterentwicklung und Anpassung
  3. Seite 3 Besonderheiten im Regen, Setup-Einstellungen und Schwierigkeiten
  4. Seite 4 Fahrschule in GT7, Wettersystem in AC Rally und Fazit
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