30 Jahre PC Games: PC-Hardware im Wandel der Zeit - Seite 3

Special Andreas Altenheimer Benedikt Plass-Fleßenkämper Katharina Pache
30 Jahre PC Games: PC-Hardware im Wandel der Zeit - Seite 3
Quelle: Medienagentur plassma

Es ist fraglich, ob die PC Games ihren 30. Geburtstag ohne die Langlebigkeit des PCs feiern könnte. Deswegen machen wir eine Reise durch die Zeit und schauen uns an, wie sich der allseits beliebte Personal Computer im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

Wir drehen noch einmal die Zeit zurück und springen ins Jahr 1996: Sony Playstation, Sega Saturn und Nintendo 64 drohten den PC-Markt zu überholen, weil das Konsolentrio mühelos bunte, dreidimensionale Welten darstellen konnte. Es folgte die Rettung in Form der sogenannten Voodoo-Grafikkarten, die von der Firma 3dfx Interactive konzipiert und von Hardware-Herstellern wie Diamond oder Orchid Technology erstmals gebaut wurden. Sowohl Karten mit einem Voodoo-Graphics-PCI- als auch einem Voodoo-2-Chipsatz waren rein auf das Berechnen von 3D-Grafiken ausgelegt, weshalb für die Darstellung klassischer 2D-Bilder immer noch eine Standard-Grafikkarte notwendig war.

Dies änderte sich erst im Laufe der nächsten Jahre, während gleichzeitig 3dfx seinen Vorsprung als Vorreiter der 3D-Technologie verlor und zur Jahrtausendwende von der Konkurrenz wie den Geforce-Grafikkarten von Nvidia oder AMDs Radeon-Serie überholt wurde. Zum Glück erkannte Microsoft die Zeichen der Zeit und entwickelte die DirectX-Programmierschnittstelle für Windows. Sie ermöglichte es, all die unterschiedlichen Grafikkarten zu vereinen und erleichterte die Arbeit der Spieleentwickler enorm. Allerdings gab es zwischen den erhältlichen Hardware-Optionen starke Leistungsunterschiede, sodass die PC Games ihre sogenannten "Leistungs-Check"-Vergleichskästen immer weiter vergrößern musste.

Im Falle von Mafia testete die Redaktion das Spiel sowohl mit minimalen als auch maximalen Detaileinstellungen und unter drei Auflösungen: 640x480, 800x600 sowie 1024x768. Diese entsprachen nebenbei gesagt allesamt dem damals gängigen 4:3-Format, während sich das heute geläufige 16:9-Breitbild erst einige Jahre später beziehungsweise im Zuge von Xbox 360 und Playstation 3 etablierte. Insgesamt wurden neun verschiedene Grafikkarten miteinander verglichen, wobei die antiquierte Voodoo-5-Karte direkt über Bord fiel und vom Spiel überhaupt nicht unterstützt wurde. Hinzu kamen sechs verschiedene Prozessoren, was dem immer stärker werdenden Chip-Hersteller AMD zu verdanken war: Intels ewiger Konkurrent hatte nämlich mit seiner Athlon-Modellreihe ordentlich aufgeholt und erzielte gar mit dem K75-Prozessor als Erster eine Taktfrequenz von einem Gigahertz.

Das Resultat des Leistungs-Checks: Unter maximalen Details sowie der höchsten Auflösung reichten selbst ein Athlon mit 1,2 GHz in Kombination mit einer Geforce 3 nicht für eine "optimale" Grafikdarstellung aus. Vergleicht man dies mit den Anforderungen von Links 386 pro, dann waren jene an den Prozessor um den Faktor 18 gestiegen Und man benötigte zusätzlich eine möglichst hochwertige 3D-Grafikkarte!

Mehr Komfort für den Endkunden

Bezüglich des erforderlichen Speichers hatte sich ebenfalls einiges getan: Laut den offiziellen Systemanforderungen verlangte Mafia 1,8 GB Festplatten- und mindestens 96 MB Hauptspeicher. Empfohlen wurden 128 MB; laut dem Testberichte der PC Games lief das Spiel gar erst ab 256 MB richtig gut. In dem Zusammenhang stand mit den DDR-SDRAM-Bausteinen eine neue Generation an Speichermodulen vor der Tür, die ähnlich leicht handhabbar war wie die vorhergehenden Riegel.
Auch beim Betriebssystem änderte sich etwas: Nachdem Microsoft mit Windows 95 das antiquierte DOS endlich mit einer brauchbaren grafischen Benutzerführung ersetzen konnte, folgte mit Windows 98 ein nicht minder beliebter Nachfolger. 2001 betrat Windows XP die Bühne und wurde vor allem durch das erste Service Pack massiv aufgewertet. Zu den wichtigsten Neuerungen gehörte die Unterstützung von USB-2.0-Ports, weshalb so manches Gerät automatisch und ohne manuell zu installierende Treiber funktionierte.

Vier Rechner und ein Handheld: Ganz vorne steht der PC-10 III von Commodore, der technisch einem IBM Personal Computer XT oder einem kleinen 286er ebenbürtig war. Dahinter seht ihr von links nach rechts jeweils einen Tower aus den 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahren, während auf dem Desktop-Gehäuse das neue Steam Deck liegt. Quelle: Medienagentur plassma Vier Rechner und ein Handheld: Ganz vorne steht der PC-10 III von Commodore, der technisch einem IBM Personal Computer XT oder einem kleinen 286er ebenbürtig war. Dahinter seht ihr von links nach rechts jeweils einen Tower aus den 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahren, während auf dem Desktop-Gehäuse das neue Steam Deck liegt. Dies wiederum löste nach und nach den Wust der unterschiedlichen Anschlüsse wie Game Ports oder PS/2 ab: Im Laufe der nächsten Jahre erschienen immer häufiger Mäuse, Controller oder gar Drucker, die man einfach per USB anstöpselte. Hinsichtlich der Tastaturen war dies ein besonderer Segen, weil ein Anschließen im Gegensatz zu früher nun auch mitten im Betrieb funktionierte.

Mit dem 2008 eingeführten USB-3.0-Standard wurde der Einsatz von externen Festplatten immer attraktiver, erhöhte sich doch die Datenübertragungsrate von miesen 400 Mbit auf ordentliche fünf Gbit pro Sekunde. Das war zwar immer noch langsamer als eine intern verbaute Festplatte, reichte jedoch locker zum Auslagern von großen Dateien.

Ganz klar im Rückgang war indes der Hype rund um analoge Joysticks, was primär an der Auswahl der Spiele lag. So gab es immer weniger Flugsimulationen wie Falcon 4.0 (1998). Und auch kernige Weltraum-Action à la X-Wing (ab 1993) starb zunehmend aus. Dafür sollten immer mehr Spiele parallel auf PC und Konsole erscheinen, weshalb sich dank USB-Norm der Kauf eines einfachen Xbox-360-Controllers lohnte.

2012: Ein Wust an Optionen

Wir springen zehn weitere Jahre in die Zukunft - und landen in einer Welt, in der PC-Hardware einfacher und zugleich komplizierter als jemals zuvor war. Einerseits fühlte sich vieles "genormt" und "gleich" an: Es gab weniger Kompatibilitätsprobleme, und das zum damaligen Zeitpunkt etablierte Windows 7 gehörte zum stabilsten, was Microsoft je programmiert hatte. Ebenfalls schön: Diverse technische Grundlagen wie Ethernet-Anschluss oder Soundkarte mussten nicht mehr einzeln gekauft sowie eingebaut werden, sie waren inzwischen ein fester Bestandteil des Mainboards.

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