30 Jahre PC Games: PC-Hardware im Wandel der Zeit

Special Andreas Altenheimer Benedikt Plass-Fleßenkämper Katharina Pache
30 Jahre PC Games: PC-Hardware im Wandel der Zeit
Quelle: Medienagentur plassma

Es ist fraglich, ob die PC Games ihren 30. Geburtstag ohne die Langlebigkeit des PCs feiern könnte. Deswegen machen wir eine Reise durch die Zeit und schauen uns an, wie sich der allseits beliebte Personal Computer im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

Was ist überhaupt ein PC? Die Wikipedia sagt dazu ganz nüchtern: "Ein Personal Computer (engl., zu dt. "persönlicher Rechner", kurz PC) ist ein Mehrzweckcomputer, dessen Größe und Fähigkeiten ihn für den individuellen persönlichen Gebrauch im Alltag nutzbar machen (...)". Diese Beschreibung ist etwas irreführend, weil sie auch zu alten Apple-Geräten oder Heimcomputern wie den Commodore 64 passt.

Nein, wenn wir vom "PC" reden, dann denken wir zuerst an IBM. Das US-Unternehmen entwickelte nämlich 1981 den ersten "IBM Personal Computer", auf den alle landläufig als "PC" bezeichneten Computersysteme aufbauen. IBM wählte als Prozessor den Intel 8088, der mit einer Taktfrequenz von satten 4,77 Megahertz lief. Ja, richtig gelesen: Megahertz! Zum Vergleich: Die meisten heutigen Prozessoren haben eine Frequenz von drei bis vier Gigahertz und vervielfachen diese Leistung durch mehrere Kerne. Doch damals gehörte der Intel 8088 zum Schnellsten, was man als Normalsterblicher kaufen konnte. Die Prozessoren anderer populärer Computersysteme wie Apple II, C64 oder Atari 800 schafften gerade einmal ein bis zwei MHz.

Als Betriebssystems setzte sich das gute alte MS-DOS von Microsoft durch, nur dass IBM es in "PC DOS" umtaufte. Bei der Grafikkarte konnte man sich für eine monochrome MDA- und die vierfarbige CGA-Ausgabe entscheiden. Beim Hauptspeicher hatte der Kunde die Wahl zwischen 16 oder 64 Kiloybte (KB), wobei er das System nachträglich auf bis zu 256 KB aufrüsten durfte.

1982: Der erste PC wird geboren

Optisch wirkten die ersten PCs klobig und grau. Sie steckten in einem flachen, dicken Kasten, den man bequem auf den Schreibtisch stellen konnte und auf den oben locker ein kleiner Röhrenmonitor passte. Die hochkantigen Tower-Gehäuse, die man heutzutage kennt, setzten sich erst Ende der 1980er-Jahre durch.

Festplatten waren anfangs Mangelware. Sie gehörten erst im Nachfolgemodell (dem IBM Personal Computer XT) zum Standard und umfassten gerade einmal zehn bis 20 Megabyte Speicherplatz. Mangels Internet war ein 5,25-Zoll-Laufwerk Pflicht, um neue Programme oder Spiele zu laden und zu installieren. Der Ur-IBM besaß gar noch einen Anschluss für einen Kassettenrekorder, so wie es bei vielen Heimcomputern der Fall war.

An so etwas wie Soundkarten war gar nicht erst zu denken, weshalb der Anwender den piepsigen PC-Speaker ertragen musste. Dank eines separat erhältlichen Game Control Adapter und eines Y-Splitters konnte man theoretisch bis zu zwei Analog-Joysticks anschließen, was jedoch anfangs so gut wie kein Spiel unterstützte. Sogar eine Maus wurde erst ab 1987 zum Standard, als IBM die Personal-System/2-Reihe und den damit einhergehenden PS/2-Anschluss einführte.

Immer schneller, immer besser

All das zusammengenommen war der PC vornehmlich für Anwendungsprogramme gedacht und alles andere als spieletauglich. Trotzdem setzte er sich im Laufe der nächsten zehn Jahre gegen sämtliche Heimcomputer durch, was primär an zwei Gründen lag: Zum einen entwickelte Intel fleißig neue Prozessorreihen, die landläufig als "286er", "386er" und "486er" bezeichnet wurden. Dabei zeichnete sich der Trend ab, dass jede neue Prozessorgeneration rein vom Potenzial her die jeweils aktuelle Heimcomputer- und Konsolen-Konkurrenz in Grund und Boden stampfte. Zum anderen blieb auch IBM fleißig und stellte 1984 zunächst die ersten EGA- sowie 1987 die ersten VGA-Grafikkarten vor. Erstere konnten bis zu 16 aus 64 vorgegeben Farben darstellen, Letztere gar 256 aus 262.144, womit man den anderen Heimcomputern erneut weit überlegen war.

Zwei Luxusgeräte vereint: Die Sound Blaster AWE32 war eine besondere Soundkarte von Creative Labs mit einem eigenen MIDI-Instrumentenset, das deutlich hochwertiger klang als der General-MIDI-Standard. Davor steht ein Roland MT-32-Soundmodul, dessen Klangqualität bis weit in die 1990er-Jahre unschlagbar war. Quelle: Medienagentur plassma Zwei Luxusgeräte vereint: Die Sound Blaster AWE32 war eine besondere Soundkarte von Creative Labs mit einem eigenen MIDI-Instrumentenset, das deutlich hochwertiger klang als der General-MIDI-Standard. Davor steht ein Roland MT-32-Soundmodul, dessen Klangqualität bis weit in die 1990er-Jahre unschlagbar war. Durch die hohe Prozessorleistung eignete sich der PC vor allem für rechenintensive 3D-Spiele wie Flugsimulationen, beispielsweise Chuck Yeager's Advanced Flight Trainer (1987) oder Falcon (1987). Speicherplatzfressende Adventures wie die King's-Quest-Serie (ab 1984) oder The Secret of Monkey Island (1990) machten ebenfalls auf dem PC am meisten Spaß, weil dank Festplatte das lästige Wechseln der Disketten wegfiel. Dafür waren mangels Hardware-Scrolling schnelle, klassische Action-Titel selten und nur in Form eines Xenon 2: Megablast (1989) vertreten.

Ende der 1980er-Jahre etablierten sich langsam, aber sicher die ersten brauchbaren Sound-Standards. Zu den beiden Vorreitern gehörten die Soundkarten von AdLib sowie das epische Multi-Sound-Tool MT-32 von Roland. Erstere klangen aufgrund des YM3812-Chips von Yamaha etwas dumpf, hatten aber trotzdem ihren Charme. Das Roland MT-32 protzte mit hochwertig klingenden MIDI-Instrumenten, die den hohen Anschaffungspreis von knapp 700 Dollar mehr als rechtfertigten. Und dank der Sound-Blaster-Karten von Creative Labs, die 1989 auf den Markt drängten, war auch das Abspielen von gesampelten Effekten kein Problem mehr.

1992: Der Siegeszug über den Heimcomputer

Wir springen zur Geburtsstunde der PC Games, deren erste Ausgabe 10/92 im September 1992 erhältlich war. Zum "Spiel des Monats" kürte die Redaktion Links 386 pro - die erweiterte Version einer Golf-Simulation, die ein Jahr zuvor als unumstrittener Genre-König gefeiert wurde. Und passenderweise ist sie ein schönes Beispiel für die Hardware-Evolution, die zu jener Zeit stattfand.
Das "alte" Links lief problemlos auf einem 286er und mit einer VGA-Auflösung von 320x200 Bildpunkten sowie 256 Farben. Das "neue" Links hingegen verlangte eine Grafikkarte mit SVGA-Fähigkeiten, die die Auflösung bei gleichbleibender Farbpalette vervierfachte. Doch dieser technische Fortschritt ging mit zwei Problemen einher: Zum einen fraß die detailliertere Grafik mehr Speicher und erforderte einen schnellen Prozessor, weshalb das Spiel erst ab einem 386er lief. Zum Glück hatte sich die Modellreihe längst etabliert und viele PC-Käufer griffen bei einem Neukauf gleich zu einem 486er (darunter nebenbei erwähnt der Hauptautor dieses Artikels).

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