Die größten Kontroversen der Gaming-Geschichte - Seite 4
Special
Anlässlich des 30. Jubiläums von PC Games beleuchten wir in diesem Special einige der prägendsten Kontroversen und Skandale der Spielegeschichte.
Dummerweise hatten die Macher nicht an die unermüdliche Detektivarbeit der Fans und Modder gedacht. Die nehmen schließlich jeden Top-Titel genau unter die Lupe - in der Hoffnung, auf irgendwelche versteckten Goodies zu stoßen. Und als ein Jahr später die PC-Version erschien, geisterte bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung ein Patch durchs Netz, der die "Sperre" aushebelte.
Die Konsequenzen waren für Rockstar katastrophal: Aufgrund der großen Beliebtheit des Open-World-Hits wurde der Vorfall durch die gesamte Presselandschaft gezogen und erreichte erneut die Aufmerksamkeit hochrangiger Politiker, darunter die damalige Senatorin und spätere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Das Spiel wurde von der ESRB neu eingestuft und erhielt nachträglich das befürchtete AO-Rating - wohlgemerkt auch die Playstation-2- sowie Xbox-Fassungen. Diese konnte man zwar nicht so leicht modifizieren wie die PC-Umsetzung, jedoch war der Code für das Minispiel trotzdem auf dem Datenträger enthalten. Rockstar blieb am Ende nichts anderes übrig, als eine komplett neue Version zu pressen und an den Handel zu schicken, um halbwegs sein Gesicht zu bewahren.
In diesem Artikel
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Sex sells
So mancher möchte die Kontroverse um die Hot-Coffee-Mod auf die Prüderie Amerikas abwälzen. Was soll denn schon dabei sein, wenn man in einem Videospiel seinen "Spaß" haben und eine Polygonfrau "flachlegen" darf? Nun... fragt einmal die Frauen selbst, wie witzig sie das alles finden.
Die Sexualisierung von Frauen ist und bleibt ein großes Problem in unserer Gesellschaft, weil sie über der Darstellung hinaus Schaden anrichtet. Zum einen werden Frauen zu Objekten degradiert, zum anderen zu falschen Schönheitsidealen gedrängt, mit denen sie sich eigentlich gar nicht wohlfühlen.
Richtig hässlich wurde es im Falle von Jade Raymond: Die Kanadierin fungierte als Produzentin des ersten Assassin's Creed (2007) - und angesichts der guten Verkaufszahlen sollte man ihr für den Erfolg gratulieren. Jedoch sorgte ihr Auftreten für gemischte Gefühle ... schlicht und ergreifend, weil die Frau attraktiv ist.
Quelle: Gamepress
Ubisoft wurde anno 2007 ernsthaft vorgeworfen, man habe Jade Raymond nur aufgrund ihres Aussehens als PR-Vorzeigefigur für das brandneue Assassin's Creed gewählt.
Kein Scherz: So man(n)cher warf Ubisoft allen Ernstes vor, Jade Raymond nur aufgrund ihres Aussehens als Aushängeschild engagiert und auf die Notgeilheit des typisch-männlichen Teenagers gehofft zu haben. Dies gipfelte in einem äußerst ekelhaften Comic, der Ende 2007 im Forum der Webseite Something Awful auftauchte. Er beinhaltete eine gezeichnete Raymond, die bei mehreren Nerd-Gamern Oralsex praktizierte, während diese im Gegenzug versprachen, ihr Spiel zu kaufen.
Schaut man sich diverse Forenbeiträge aus jener Zeit an, möchte man sich als Mann nur noch in die Ecke stellen und schämen. Der Comic wurde von manchen nicht nur verharmlost, sondern als legitime Kritik angesehen. Schließlich seien Ubisoft und Raymond selbst schuld, wenn sie das Spiel mithilfe einer attraktiven Frau vermarkten würden. Woraufhin wir uns ernsthaft fragen, was die Gute hätte, anders machen sollen: Sich hässlich schminken und in einem Kartoffelsack herumlaufen?
Quelle: Zoë Quinn / Medienagentur plassma
Ist das ein Spiel oder kann das weg? Depression Quest sorgte aufgrund seines dünnen Spielinhalts für eine heftige Kontroverse und stellte unter anderem Teile des Gaming-Journalismus infrage, weil er positiv über Zoë Quinns Spiel berichtete.
Der traurige Höhepunkt der Sexismus-Debatte gipfelte in der Gamergate-Kontroverse, die mit dem Disput über Zoë Quinns Depression Quest (2013) begann. Sie wurden von ihrem Ex-Freund beschuldigt, eine positive Kritik von Kotaku-Journalist Nathan Grayson erhalten zu haben - wohlgemerkt, nachdem sie mit ihm eine Beziehung begonnen hatten.
Zwar stellte sich die Anschuldigung allein deshalb als blanker Unsinn heraus, weil Grayson gar keinen Artikel über Depression Quest geschrieben hatte. Jedoch reichte der Forumsbeitrag aus, um eine toxische Lawine ins Rollen zu bringen.
Diverse Kerle, die sich schon seit Längerem in ihrem männlichen Stolz verletzt fühlten, schlossen sich zusammen und belästigten fleißig weitere Frauen aus der Spieleindustrie, was bis zu Vergewaltigungs- oder Morddrohungen führte.
Dabei wurden krampfhaft fadenscheinige Argumente und Fehltritte gesucht, um etwa die Feministin Anita Sarkeesian und die Entwicklerin Brianna Wu zu diskreditieren. Darüber hinaus wurde der Journalismus von Gamergate für seine angeblich einseitige Berichterstattung kritisiert, weshalb auch sicherlich dieser Artikel hier bei diesen Menschen auf Unverständnis stoßen wird.
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