Bedeutet OnLive das Ende des klassischen Gamings? Den Tod der Konsolen? Bietet die digitale Distribution mehr Vorteile oder mehr Verzicht?
Zeitgleich im Handel
14,95 US-Dollar pro Monat (plus Kosten für das jeweilige Spiel) soll der Spaß kosten – ein verlockendes Angebot im Vergleich zu den Ausgaben für einen hochgezüchteten Gaming-PC oder eine Next-Gen-Konsole. Wermutstropfen: Die unbegrenzten Spielmöglichkeiten sind vorerst nur im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nutzbar – OnLive startet erst mal nur in den USA. Doch kann man davon ausgehen, dass OnLive seinen Weg in die alte Welt findet, wenn es sich als die Revolution entpuppt, für die es seine Macher halten. Skeptiker gibt es natürlich schon vor dem Start. Die fürchten, die Komprimierungsalgorithmen von OnLive könnten zu unschönen Störungen bei der Bildwiedergabe führen.
Den Rückhalt der großen Publisher hat OnLive – und damit Zugriff auf ein äußerst attraktives
Portfolio an Premium-Spieletiteln. Die Global Player Codemasters, Eidos, Electronic Arts, Ubisoft, Take 2 und THQ wollen in Zukunft ihre Neuerscheinungen am gleichen Tag über OnLive anbieten, an dem auch die klassischen Spielepackungen in den Läden und Kaufhäusern stehen. Die Hilfsbereitschaft der Industrie ist nicht verwunderlich, denn die traditionellen Distributionskosten stellen für Publisher bisher die höchsten Ausgaben dar. Nebenbei ist OnLive ein todsicherer Kopierschutz – was man nicht besitzt, kann man auch nicht klauen oder verleihen. Dazu kommt die Hoffnung, mit der Ermöglichung von preiswertem Gaming ohne teure Hardware neue Zielgruppen aus dem weiterhin als Motor der Branche geltenden Casual-Gamer-Segment anzusprechen.
