Nvidia-Historie: 980 Ti, 1080 Ti, 2080 Ti und Zusammenfassung
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Die neue Nvidia-Grafikkarten-Generation lässt auf sich warten, und wegen der Corona-Pandemie mangelt es an Präsentationen und Events rund um Hardware. Für uns ist dies ein Anlass, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Wir haben die letzten 10 Nvidia-Flaggschiffe seit dem Jahr 2007 unter die Lupe genommen, und zwar von der GeForce 8800 Ultra bis hin zur RTX 2080 Ti.
3 Jahre, 3 Modelle, 3 Architekturen: 980 Ti bis 2080 Ti
Im Juni 2015 freuten sich Gamer über die GeForce GTX 980 Ti - zumindest bevor sie auf den Preis schauten. Doch zuerst zu den Daten: Der GM200-Grafikchip mit der Maxwell-Architektur und - wie schon bei Kepler - einer Fertigung in 28 nm taktete mit 1020 MHz, wobei durch die mittlerweile üblich gewordene Boostfunktion der Takt bis auf 1075 MHz hochging. In Sachen Shadereinheiten sind es etwas weniger als bei der GTX 780 Ti, aber die RAM-Menge verdoppelte sich auf 6GB.
In diesem Artikel
- Seite 1 Nvidia-Historie: 10 Modelle; Technische Daten und Lücken bei den Modellnamen
- Seite 2 Nvidia-Historie: RTX-GTX-Namenswirrwar, 8800 Ultra und 9800 GTX
- Seite 3 Nvidia-Historie: GTX 285, GTX 480, GTX 580, GTX 680 und GTX 780 Ti
- Seite 4 Nvidia-Historie: 980 Ti, 1080 Ti, 2080 Ti und Zusammenfassung
- Seite 5 Bildergalerie
Das Leistungsplus der GTX 980 Ti auf die GTX 780 Ti beträgt, vor allem wegen der neuen Maxwell-Architektur und des höheren Taktes, etwa 45 Prozent.
Quelle: Asus
Asus GeForce GTX 980 Ti Strix
Dafür bezahlte man aber bei Release satte 740 Euro für die Nvidia-Founders-Edition. Im März 2017, also erst fast zwei Jahre später, wollte Nvidia gar 820 Euro für das neue Single-Core-Flaggschiff haben: die GeForce GTX 1080 Ti.
Als GPU kommt dort die GP102 mit Pascal-Architektur zum Einsatz, wobei Nvidia die Fertigung abermals verringern konnte, und zwar auf 16 nm. Der Takt der GPU beindruckt im Vergleich zur GTX 980 Ti: 1480 MHz im Standard sowie 1582 MHz im Boost bedeuteten 45 bis 47 Prozent mehr Takt. Die Anzahl an Shadereinheiten stieg ebenfalls, und zwar um 27 Prozent. Die satten 11GB RAM sorgen zudem auch für eine gute Leistung bei extremen Auflösungen, aber für das Leistungsplus in Full-HD von 50 Prozent im Vergleich zur GTX 980 Ti hätte es freilich auch weniger RAM getan. Die RAM-Menge und auch der Preis zeigt, dass die Zielgruppe die Enthusiasten unter den Gamern war.
Genau wie bei unserem letzten Kandidaten, der GeForce RTX 2080 Ti (Release September 2018). Die Taktraten (Standard und Boost) liegen jeweils etwas unterhalb denen der GTX 1080 Ti. Es sind aber gut 20 Prozent mehr Shadereinheiten vorhanden, und die 11GB RAM bestehen aus den moderneren GDDR6-Modulen. Die GTX 1080 Ti verwendet "nur" GDDR5X-Module. Die GPU der RTX 2080 Ti ist ein TU102 mit der Turing-Architektur - somit kommt bei den letzten drei Top-Singlecore-Grafikkarten innerhalb von gut drei Jahren (Juni 2015 bis September 2018) die dritte jeweils neue Architektur zum Einsatz. In der Summe leistet die RTX 2080 Ti in Full-HD gut 30 Prozent mehr als die GTX 1080 Ti, bei 4K sind es 40 Prozent.
Quelle: Colorful
Colorful GeForce GTX 1080 Ti iGame Kudan mit Hybrid-Kühlung
Das hört sich ganz gut an - allerdings kostete die RTX 2080 Ti zum Release über 1200 Euro, und auch heute werden immer noch über 1100 Euro fällig - nur wer in 4K hohe FPS-Werte verlangt, sollte ein solches Modell in Erwägung ziehen. Um zu zeigen, was sich innerhalb von fünf und etwas mehr als 10 Jahren getan hat: die RTX 2080 Ti ist in Spielen etwa 4,1-mal so schnell wie die fünf Jahre zuvor erschienene GTX 780 Ti. Sie ist zudem sogar 16 Mal so schnell wie eine 9800 GTX, die gute 10 Jahre vor der RTX 2080 Ti auf den Markt kam. Um euch ein Gefühl zu geben wie lange (oder wie kurz) das her ist: ein Jahr vor der 9800 GTX erschient die 8800 Ultra, nämlich im Jahr 2007 - als auch das allererste iPhone zu haben war.
Überblick: 10 Nvidia-Topboliden von 2007 bis 2018
Zum Schluss haben wir noch eine Tabelle für euch erstellt, in der ihr die wichtigen Eckdaten der von uns retrospektiv betrachteten Grafikkarten seht - beim Takt und den Shadereinheiten seht ihr auch, wie viel Prozent mehr (oder weniger) es im Vergleich zum Vorgänger-Modell sind. Beim Preis haben wir dies nicht getan, denn die Preise sind nur sehr schwer vergleichbar. Dies hat zum einen damit zu tun, dass teilweise Dual-GPU-Karten, die wir ja außen vor gelassen haben, den eigentlichen High-End-Bereich darstellen. Zum anderen variieren die Leistungs-Unterschiede und auch das, was die Grafikarte bietet, zum Teil stark.
| Modellreihe (Release) | GPU und Architektur | Fertigung | Takt GPU | Shader | Sahder-Zuwachs | RAM | TDP/Verbrauch | Preis c.a. | Leistungsplus |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| GeForce 8800 Ultra (Mai 2007) | G80, Tesla | 90 nm | 612 (Shader 1500) MHz | 128 | entfällt | 768 MB DDR3 | c.a. 155 Watt | 700 Euro | entfällt |
| GeForce 9800 GTX (April 2008) | G92, Tesla | 65 nm | 675 (Shader 1688) MHz | 128 | 0 Prozent | 512 MB DDR3 | c.a. 155 Watt | 250 Euro | 1 Prozent |
| GeForce GTX 285 (Januar 2009) | GT206, Tesla | 55 nm | 648 (Shader 1476) MHz | 240 | 87,5 Prozent | 1 GB DDR3 | c.a. 185 Watt | 330 Euro | 60 Prozent |
| GeForce GTX 480 (März 2010) | GF100, Fermi | 40 nm | 700 (Shader 1401) MHz | 480 | 100 Prozent | 1,5 GB GDDR5 | c.a. 320 Watt | 480 Euro | 68 Prozent |
| GeForce GTX 580 (November 2010) | GF110, Fermi | 40 nm | 772 (Shader 1544) MHz | 512 | 7 Prozent | 1,5 GB GDDR5 | c.a. 245 Watt | 480 Euro | 16 Prozent |
| GeForce GTX 680 (März 2012) | GK104, Kepler | 28 nm | 1006 MHz | 1536 | 200 Prozent | 2 GB GDDR5 | c.a. 195 Watt | 500 Euro | 29 Prozent |
| GeForce GTX 780 Ti (November 2013) | GK110, Kepler | 28 nm | 876 MHz | 2880 | 87,5 Prozent | 3 GB GDDR5 | c.a. 250 Watt | 650 Euro | 39 Prozent |
| GeForce GTX 980 Ti (Juni 2015) | GM200, Maxwell | 28 nm | 1020 (Boost 1075) MHz | 2816 | minus 2,3 Prozent | 6 GB GDDR5 | c.a. 250 Watt | 740 Euro | 45 Prozent |
| GeForce GTX 1080 Ti (März 2017) | GP102, Pascal | 16 nm | 1480 (Boost 1582) MHz | 3584 | 27 Prozent | 11 GB GDDR5X | c.a. 250 Watt | 820 Euro | 50 Prozent |
| GeForce RTX 2080 Ti (September 2018) | TU102, Turing | 12 nm | 1350 (Boost 1545) MHz | 4352 | 21 Prozent | 11 GB GDDR6 | c.a. 250 Watt | 1260 Euro | 31 Prozent |
Hinweise: Bei den Shader-Einheiten und den Leistungswerten bezieht sich das Plus immer auf die jeweils darüberstehende Grafikkarte. Wir haben uns bei der Leistung an vielen auch im Internet einsehbaren Tests orientiert - es handelt sich also nicht um einen aktuellen direkten Vergleich. Die Werte sind daher gerundete Durchschnittswerte und sind vor allem dann, wenn die Grafikkarten zeitlich weiter auseinanderliegen, nicht immer sinnvoll miteinander vergleichbar - die RTX 2080 Ti könnte zum Beispiel in einigen Spielen nur 10-mal so schnell, in anderen aber 20-mal so schnell wie eine GeForce 8800 Ultra sein, und letztere würde in modernen Spielen allein wegen der RAM-Menge ohnehin so gut wie immer komplett versagen.
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