Nvidia-Historie: GTX 285, GTX 480, GTX 580, GTX 680 und GTX 780 Ti

Special Antonio Funes
Nvidia-Historie: GTX 285, GTX 480, GTX 580, GTX 680 und GTX 780 Ti
Quelle: PC Games Hardware

Die neue Nvidia-Grafikkarten-Generation lässt auf sich warten, und wegen der Corona-Pandemie mangelt es an Präsentationen und Events rund um Hardware. Für uns ist dies ein Anlass, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Wir haben die letzten 10 Nvidia-Flaggschiffe seit dem Jahr 2007 unter die Lupe genommen, und zwar von der GeForce 8800 Ultra bis hin zur RTX 2080 Ti.

Noch unter 2GB: GTX 285, GTX 480 und GTX 580

Im Januar 2009 kam die GeForce GTX 285 von Nvidia auf den Markt. Neu war bei der 200er-Generation, dass das GTX als voranstehendes Kürzel für Gamer-Grafikkarten eingeführt wurde. Diese Schreibweise gilt bis heute, wobei bekanntermaßen Grafikkarten mit Raytracing-Fähigkeit RTX statt GTX heißen. Bis zur GTX 600er-Serie gab es als High-End-Modell eine auf 90 endende Dual-GPU-Grafikkarte (also mit zwei GPUs bestückt) wie die GTX 290 oder GTX 490.

Wir schauen uns aber, wie schon gesagt, nur Single-GPU-Grafikkarten an, und hier war die GTX 285 bei der 200er-Reihe das Top-Modell. Die GPU der GTX 285, die GT200b oder auch GT206, basierte noch auf der Tesla-Architektur, die auch bei der 8000 Ultra und 9800 GTX zum Einsatz kam - der Takt bei der GTX 285 war aber geringer.

Gainward GeForce GTX 580 Phantom Quelle: PC Games Hardware Gainward GeForce GTX 580 Phantom Für einen Preis von 330 Euro bot die Grafikkarte dafür aber ein ganzes Gigabyte Video-RAM. Auch die Fertigung des Chips wurde kleiner, so dass Nvidia die Effizienz erhöhen konnte. Die Leistung lag je nach Auflösung um 50 bis 70 Prozent höher als bei einer 9800 GTX+, die damals allerdings auch nur noch 140 bis 150 Euro kostete. Mit der GTX 480 und GTX 580 gab es im Jahr 2010 gleich zwei Top-Single-GPU-Grafikkarten. Mit der neuen Fermi-Architektur, die bei beiden zur Anwendung kam, war eine kleineres Fertigungsverfahren von nur noch 40 nm möglich. Ein kleineres Verfahren lässt - vereinfacht gesagt - mehr Leitungen und Transistoren pro Quadradmillimeter GPU-Fläche zu, was die Effizienz erhöht und auch die auf die Leistungs bezogenen relativen Kosten senken kann. Beide Grafikkarten bekamen 1,5 GB RAM verpasst. Die GTX 480 kostete zum Release 480 Euro und war fast 70 Prozent schneller als die GTX 285. Der Takt des GF100-Grafkchips betrug 700 MHz bei einem gleichzeitig gut doppelt so hohen Shader-Takt. Die GTX 580 taktete ihren GF110 mit 772 MHz und war die letzte Top-Grafikkarte von Nvidia, die noch einen separaten Shader-Takt hatte (1544 MHz). Für ebenfalls 480 Euro legte sie trotz gleicher Architektur wegen des höheren Taktes und Verbesserungen der Effizienz 16 Prozent Leistung auf die GTX 480 oben drauf. Gleichzeitig konnte Nvidia den Strombedarf auf 245 Watt senken - die GTX 480 war mit 320 Watt eine nicht nur für damalige Verhältnisse sehr stromhungrige Grafikkarte. Im Vergleich zur 9800 GTX war die GTX 580 mehr als 3,1-mal so schnell.

Zum ersten Mal eine Top-Ti: GTX 680 und GTX 780 Ti

Nach der GTX 580 musste man 14 Monate auf die nächste x80er-Single-Core-Grafikkarte warten: Die GTX 680 erschien im März 2012 für etwa 500 Euro. Die GPU war ein GK104 mit der neuen Kepler-Architektur, durch die die Fertigung auf 28 nm sank. Beim Takt gab es einen größeren Sprung auf 1006 MHz - dies sind 30 Prozent mehr im Vergleich zur GTX 580. Bei den von uns vorher betrachteten Grafikkarten lagen die Sprünge bei maximal 10,3 Prozent. Einen separaten Shadertakt hatte die GTX 680 nicht mehr. Die Anzahl an Shadereinheiten explodierte aber gerade zu: Gab es bei den fünf vorigen Top-Grafikkarten maximal eine Verdoppelung, so hatte die GTX 680 mit 1536 Shadereinheiten gleich drei Mal mehr als die GTX 580.

Zotac GeForce GTX 680 AMP Quelle: Zotac Zotac GeForce GTX 680 AMP Trotz dieser großen Anstiege bei den technischen Daten lag das Leistungsplus aber bei nur 29 Prozent. Nicht falsch verstehen: das ist ein großes Plus. Anhand der puren Daten hätte manch einer aber vielleicht noch mehr erwartet. Dieses Beispiel zeigt gut, das die Architektur einer GPU ein wichtiger Faktor ist und man nicht einfach einige technische Daten als Maßstab nehmen kann. Mit der GTX 780 Ti kam dann im November 2013 die erste "Ti"-Top-Grafikkarte von Nvidia auf den Markt, und zwar zu einem Preis von 650 Euro. Mit dem Ti, das zuvor schon beispielsweise bei der GTX 560 Ti zum Einsatz kam, kennzeichnet Nvidia Grafikkarten, die innerhalb ihrer Leistungsklasse (die jeweils vorletzte Ziffer im Modellnamen, also zum Beispiel 6, 7 und 8, sollen ja eine Grafikkarte in etwa bezüglich ihrer Leistungsklasse einordnen) noch mal etwas oben draufsetzen, aber noch nicht in die nächste Leistungsklasse hineinreichen. Eine GTX 750 Ti ist also stärker als eine GTX 750, kommt aber nicht an eine GTX 760 heran. Bei den x80-Ti-Modellen kann der Abstand zur Non-Ti-Version aber größer sein. Nvidia hätte die GTX 780 Ti auch GTX 790 nennen können, vermeidet aber die x90er-Endungen, da diese ja zuvor für Dual-GPU-Grafikkarten stand. Die GPU der GTX 780 Ti gehört wie auch die der GTX 680 zur Kepler-Architektur. Der Takt lag bei der GTX 780 Ti mit 876 MHz deutlich niedriger als bei der GTX 680, dafür gab es mit 3GB RAM ein GB mehr. Aber viel wichtiger: Die Anzahl an Shadereinheiten stieg um fast 88 Prozent, so dass in der Summe 39 Prozent mehr Leistung zustande kommen. Der Leistungsanstieg zur 8800 Ultra / 9800 GTX: Die GTX 780 Ti erreicht in Spielen etwa 5,6 Mal so viele FPS.

  1. Seite 1 Nvidia-Historie: 10 Modelle; Technische Daten und Lücken bei den Modellnamen
  2. Seite 2 Nvidia-Historie: RTX-GTX-Namenswirrwar, 8800 Ultra und 9800 GTX
  3. Seite 3 Nvidia-Historie: GTX 285, GTX 480, GTX 580, GTX 680 und GTX 780 Ti
  4. Seite 4 Nvidia-Historie: 980 Ti, 1080 Ti, 2080 Ti und Zusammenfassung
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