Nvidia-Historie: RTX-GTX-Namenswirrwar, 8800 Ultra und 9800 GTX

Special Antonio Funes
Nvidia-Historie: RTX-GTX-Namenswirrwar, 8800 Ultra und 9800 GTX
Quelle: PC Games Hardware

Die neue Nvidia-Grafikkarten-Generation lässt auf sich warten, und wegen der Corona-Pandemie mangelt es an Präsentationen und Events rund um Hardware. Für uns ist dies ein Anlass, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen: Wir haben die letzten 10 Nvidia-Flaggschiffe seit dem Jahr 2007 unter die Lupe genommen, und zwar von der GeForce 8800 Ultra bis hin zur RTX 2080 Ti.

Namenswirrwarr: RTX 2000 und GTX 1600

Die RTX-Modelle wie die GeForce RTX 2060 oder 2080 Super sind der Kern des aktuellen Gamer-Segmentes bei Nvidia. Wegen der neuen RTX-Technik, durch die entsprechend benannte Grafikkarten durch einen speziellen Hardware-Part bestimmte Raytracing-Berechnungen beherrschen, ersetzte Nvidia das GTX durch RTX und sprang direkt auf 2000er-Namen, was die Modellnamen angeht. Nvidia wollte den Unterschied zur 1000er-Familie also offenbar schon anhand des Namens sehr klar verdeutlichen.

Es gibt aber auch aktuelle und für Games geeignete Grafikkarten von Nvidia, die die RTX-Technik nicht bieten und weiterhin das Kürzel GTX verwenden. Dabei ging Nvidia einen anderen Weg und benannte sie GTX 1650 und GTX 1660, verwendete also keine Modellnummern aus dem 2000er-Bereich wie bei den RTX-Modellen, obwohl die beiden GTX-Grafikkarten sogar nach den ersten 2000er-Modellen auf den Markt kamen. Inzwischen gibt es auch "Super"-Varianten der GTX 1650 und GTX 1660 sowie eine GTX 1660 Ti.

Gigabyte GeForce GTX 1660 Ti OC Quelle: PC Games Hardware Gigabyte GeForce GTX 1660 Ti OC Doch warum tat Nvidia dies? Das kleinste RTX-Modell hat die Modellnummer 2060, wobei es bezogen auf ihren Releasetermin viel mehr leistete als ihr Name vermuten ließ - was zurecht auch zu Verwirrung und Unmut bei vielen Gamern führte, die mit einer Modellbezeichnung auch eine bestimmte Preisklasse verbinden. Eine 6 als vorletzte Ziffer stand zuvor nämlich bei den GTX-Grafikkarten für eine Mittelklasse-Leistung, bei der die Grafikkarte meist nur etwa 150 bis 250 Euro kostete. Die Leistung reichte dann für aktuelle Games in Full-HD gut, wobei man bei maximalen Details nicht unbedingt mehr mit hohen FPS-Werten rechnen konnte. Die RTX 2060 aber kostete bei Release satte 370€ - sie leistet aber auch weit über 50% mehr als ihr scheinbarer Vorgänger, die GTX 1060, was ein ungewöhnlich hoher Sprung ist, und übertrifft auch eine GTX 1070 um über 15 Prozent. Die erst nach der RTX 2060 veröffentlichte GTX 1660 ist aber eigentlich der "echte" Nachfolger der GTX 1060, denn sie leistet etwa 20 Prozent mehr als die GTX 1060 und liegt preislich auch im Bereich um die 200 Euro. Offenbar aus diesem Grund und auch um sich von den RTX-Modellen abzugrenzen, benannte Nvidia sie GTX 1660 und nicht GTX 2050. Hinzu kommt: 2050 als Name wäre verwirrend gewesen, da die Ziffer 5 traditionell den klaren Einsteigermodellen zwischen 100 und 150 Euro vorbehalten war, einem Grafikkarten-Sektor, dem nur wenige Gamer Beachtung schenken. Hier beachtete Nvidia also die Klassifizierung durch die vorletzte Ziffer des Modellnamens im Gegensatz zu den RTX-Modellen sehr genau.

Prä-GTX: GeForce 8800 Ultra und 9800 GTX

Bei den beiden 2007 respektive 2008 erschienen Nvidia-Grafikkarten GeForce 8800 Ultra (G80-GPU) und GeForce 9800 GTX (G92) lag die Menge an Videospeicher noch unter einem Gigabyte.

Nvidia GeForce 8800 Ultra Quelle: Archiv Nvidia GeForce 8800 Ultra Die Anzahl der für das Berechnen von Grafik wichtigen Shadereinheiten (bei Nvidia auch CUDA-Cores genannt) lag bei 128 - ohne zu viel verraten zu wollen, aber schon fünf Jahre später wurden mehr als 10 Mal so viele Shadereinheiten geboten, auch eine aktuelle Grafikkarte der unteren Mittelklasse wie die GeForce GTX 1660 hat mit 1408 Shadereinheiten mehr als die 10-fache Menge. Bei den Taktwerten der GPU bot die GeForce 8800 Ultra 612 MHz, die 9800 GTX 675 MHz. Der resultierende Shader-Takt, den Nvidia-Grafikarten noch bis zur GTX 500er-Serie, bei manchen Modellen auch bis zur 600er-Serie hatten, betrug 1500 beziehungsweise 1688 MHz. Beim Verbrauch gab Nvidia jeweils etwa 155 Watt an. Preislich war GeForce 8800 Ultra damals ein echter Schocker und wurde zu Beginn für 700 Euro angeboten. Die 9800 GTX wiederum war zum Release schon für 250 Euro zu haben. Bedenken muss man allerdings, dass die wahren High-End-Grafikarten der GeForce-Serien, auch was die Preise angeht, ab der 9000er-Familie für viele Jahre bis hin zur GTX 600er-Reihe hinweg die Modelle mit zwei GPUs, also Multi-GPU-Grafikkarten waren - wir betrachten ausschließlich Single-GPU-Modelle. Die 9800 GTX war übrigens kaum schneller als die 8800 Ultra, wegen des kleineren Speichers in manchen Spielen sogar langsamer. Eine Variante, die 9800 GTX+, bot mehr Speicher, erschien aber relativ kurz vor der GTX 285, die unser nächster Kandidat ist. Wegen des kleinen zeitlichen Abstands haben wir die 9800 GTX+ aber nicht als Vergleichskandidat mit hineingenommen.

  1. Seite 1 Nvidia-Historie: 10 Modelle; Technische Daten und Lücken bei den Modellnamen
  2. Seite 2 Nvidia-Historie: RTX-GTX-Namenswirrwar, 8800 Ultra und 9800 GTX
  3. Seite 3 Nvidia-Historie: GTX 285, GTX 480, GTX 580, GTX 680 und GTX 780 Ti
  4. Seite 4 Nvidia-Historie: 980 Ti, 1080 Ti, 2080 Ti und Zusammenfassung
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