Im ersten Teil unseres zweiteiligen Specials zur Historie des gehypten Konzerns Nvidia geht es um die Gründung und Grafikkarten bis zu GeForce 400-Reihe.
Auf GeForce 9 folgt GeForce 100
Mit den GPUs G92, G94, G96 und G98 startete Nvidia im Februar 2008, also nur ein Jahr nach der GeForce8- die GeForce9-Serie. Die Modellnamen reichten von GeForce 9300 bis 9800 GX2, wobei die 9800 GX2 erneut eine Grafikkarte mit zwei GPUs war, nämlich 2xG92. Insgesamt waren es 14 Grafikkarten, wobei es die 9600 GT und 9800 GT auch als etwas stromsparendere Green Edition mit weniger Rechenleistung gab.
Die Rechenleistung auf dem Papier wuchs im Vergleich zur GeForce8-Serie freilich an und reichte von 31 bis 705 GFlops beziehungsweise zweimal 576 GFlops bei der GeForce 9800 GX2. Da die GeForce 100-Serie lediglich aus kaum veränderten GPUs der 9er-Serie besteht, ordnen viele die 100er- und 9er-Reihen in dieselbe Generation ein.
Mit der 100er-Reihe begann Nvidia, ein Buchstabenkürzel wie GT vor die Modellnummer zu setzen, zudem wurden die Modellnummern vorerst nur dreistellig. Statt einer GeForce 9300 GS gab es beispielsweise eine GeForce GT 130. Insgesamt waren es nur vier Modelle, nämlich die G100, GT 120, GT 130 und GTS 150, was unterstreicht, dass es sich eher um einen Refresh der GeForce9-Serie ohne echten Gaming-Anspruch handelte.
Quelle: PC Games Hardware
Gigabyte GeForce GTX 285 des Nvidia-Partnern Gigabyte.
GeForce 200 und 400, und auch ein wenig 300
Die GeForce 200-Modelle setzen wieder eine waschechte neue Generation mit einem deutlichen Leistungsschub in Gang. Die 200er-Serie zählte insgesamt 13 Varianten von der GeForce 205 bis GTX 295. Das Einsteigersegment bekam entweder, wie die GeForce 205, gar keinen Buchstaben an die Hand gelegt, oder aber ein G oder GT, zum Beispiel die GT 240.
Die GTS-Modelle stellten wiederum einen Einstieg ins Gaming dar - hierzu zählen die GTS 240 und GTS 250. Ab der 260-Modellreihe verwendete Nvidia dann das Kürzel GTX, um die Gaming-Eignung zu unterstreichen. Die GTX 285 war die stärkste Grafikkarte mit Einzel-GPU, die GTX 295 bot zwei GT200b-GPUs.
Insgesamt verwendete Nvidia sechs GPUs: den älteren G92b sowie die neuen GT200, GT200b, GT215, GT216 und GT218. An dieser Stelle fügen wir eine Tabelle mit den GPUs der GeForce8 und GeForce9 sowie GeForce 200 und GeForce 400 ein:
| GPU-Modell | Jahr | Release für | Fertigungsprozess | Transistoren | Direct X |
|---|---|---|---|---|---|
| G80 | 2006 | GeForce8 | 90 nm | 681 Millionen | 10 |
| G84 | 2007 | GeForce8 | 80 nm | 289 Millionen | 10 |
| G86 | 2007 | GeForce8 | 80 nm | 210 Millionen | 10 |
| G92 | 2007 | GeForce8 | 65 nm | 754 Millionen | 10 |
| G98 | 2007 | GeForce8 | 65 nm | 210 Millionen | 10 |
| G92b | 2008 | GeForce9 | 55 nm | 754 Millionen | 10 |
| G94b | 2008 | GeForce9 | 55 nm | 505 Millionen | 10 |
| G96b | 2008 | GeForce9 | 55 nm | 314 Millionen | 10 |
| G98 | 2008 | GeForce9 | 65 nm | 210 Millionen | 10 |
| GT200 | 2008 | GeForce 200 | 65 nm | 1,4 Milliarden | 10 |
| GT200b | 2008 | GeForce 200 | 55 nm | 1,4 Milliarden | 10 |
| GT215 | 2009 | GeForce 200 | 40 nm | 727 Millionen | 10 |
| GT216 | 2009 | GeForce 200 | 40 nm | 486 Millionen | 10 |
| GT218 | 2009 | GeForce 200 | 40 nm | 260 Millionen | 10 |
| GF100 | 2010 | GeForce 400 | 40 nm | 3,04 Milliarden | 11 |
| GF104 | 2010 | GeForce 400 | 40 nm | 1,95 Milliarden | 11 |
| GF106 | 2010 | GeForce 400 | 40 nm | 1,17 Milliarden | 11 |
| GF108 | 2010 | GeForce 400 | 40 nm | 580 Millionen | 11 |
Die GeForce 300-Reihe fehlt in der Tabelle, denn bei der GeForce 300er-Serie handelte sich um eine Grafikkarten-Reihe, die nur als OEM-Modelle zur Verfügung stand und eher für Office-PCs zum Einsatz kam. Verwendet wurden die GPUs der 200er-Reihe, genauer gesagt GT215, GT216, GT218 und der ältere G92b. Aus Spielersicht war die 300er-Reihe völlig uninteressant - erst mit den GeForce 400er-Grafikkarten kam wieder Bewegung ins Spiel.
Das Wort "erst" passt allerdings nicht ganz: Die letzte 200er-Gaming-Grafikkarte wurde mit der GTX 275 im April 2009 veröffentlicht - die erste 400er-Grafikkarten kamen schon im März 2010 auf den Markt, nämlich die GTX 470 und GTX 480. Trotzdem waren die Grafikkarten verspätet: Sie sollten eigentlich schon zum Release von Windows 7 im vorigen Oktober starten, da sie das mit Windows 7 veröffentlichte DirectX 11 unterstützten.
Von der GeForce 400er-Serie gab es 2010 und 2011 insgesamt 18 Varianten, manche davon waren abgespeckte Versionen für OEM-Verkäufe. Neu waren die GF-Chips als GPU, die einen echten Generationswechsel zu den vorigen GT-Chips darstellten. Für die Office-Grafikkarte GeForce 405 kam noch ein GT216- oder GT218-Chip zum Einsatz, ansonsten aber gab es die GPUs GF100, GF104, GF106 und GF108.
Für Spieler wurde es ab der GTX 460 mit einer GF104 interessant. Das Top-Modell war die GTX 480, die wie die GTX 465 und 470 mit einer GF100-GPU arbeitete. Im Juli 2012 schob Nvidia noch ein Refresh der GTX 450 nach - damals gab es bereits die ersten 600er-Grafikkarten, die eines der Themen für unseren zweiten Teil unseres Nvidia-Specials für die kommende Woche sind.
