Nvidia-Historie Teil 1: GeForce6, 7 und 8

Special Antonio Funes
Nvidia-Historie Teil 1: GeForce6, 7 und 8
Quelle: Nvidia

Im ersten Teil unseres zweiteiligen Specials zur Historie des gehypten Konzerns Nvidia geht es um die Gründung und Grafikkarten bis zu GeForce 400-Reihe.

GeForce6 und 7 - es wird unübersichtlich

Mit der GeForce 6-Serie wurden die Namen-Codes der Grafikkarten noch komplizierter als zuvor - es gab zum Teil noch das weitere Kürzel GS für eine "mittelstarke" Version innerhalb einer Modellnummernreihe, und unterhalb der GeForce 6200 handelte es sich um Onboard-GPUs von Mainboards. Insgesamt zählten von 2004 bis 2005 satte 19 dedizierte Modellreihen zur GeForce 6-Serie.

Dabei kam bei einigen Top-Modellen erstmals spezielles Grafik-RAM zum Einsatz, nämlich GDDR3-RAM. Für halbwegs ambitionierte Spieler waren Grafikkarten ab der GeForce 6600 GT interessant, und die GeForce 6800 GT sowie 6800 Ultra waren die Spitze der damaligen GPU-Fertigung. Von November 2005 bis September 2006 erschienen dann insgesamt 24 verschiedene Modellreihen von der GeForce 7-Reihe mit Modellen von der 7100 bis 7950 GX2.

Zwei Grafikkarten, die GeForce 7900 GTX Duo und 7950 GX2, boten jeweils zwei GPUs, was quasi ein SLI-System auf einer einzigen Platine darstellte. Normalerweise benutzte man für ein damals bei Enthusiasten durchaus gefragtes SLI-Setting oder ATIs/AMDs Pendant Crossfire zwei separate Grafikkarten.

Die eigentlichen GPUs wiederum bekamen erstmals neue Kürzel, nämlich anstelle von NV-Bezeichnungen ein G plus eine zweistellige Nummer. Mehr dazu erfahrt ihr unter der Tabelle, in der wir die GPUs von GeForce FX bis GeForce7 zusammenfassen:

GPU-Modell Jahr Release für Fertigungsprozess Transistoren Direct X
NV30 2003 GeForce FX 130 nm 125 Millionen 9
NV31 2003 GeForce FX 130 nm 75 Millionen 9
NV34 2003 GeForce FX 150 nm 45 Millionen 9
NV35 2003 GeForce FX 130 nm 130 Millionen 9
NV36 2003 GeForce FX 130 nm 82 Millionen 9
NV38 2004 GeForce FX 130 nm 135 Millionen 9
NV40 2004 GeForce6 130 nm 222 Millionen 9
NV41 2004 GeForce6 130 nm 222 Millionen 9
NV43 2004 GeForce6 110 nm 146 Millionen 9
NV44 2004 GeForce6 110 nm 75 Millionen 9
NV45 2005 GeForce6 130 nm 222 Millionen 9
G70 2005 GeForce7 110 nm 303 Millionen 9
G71 2006 GeForce7 110 nm 278 Millionen 9
G72 2006 GeForce7 90 nm 112 Millionen 9
G73 2006 GeForce7 90 nm 178 Millionen 9
G73b 2006 GeForce7 80 nm 178 Millionen 9

Die ersten G-GPUs waren die Chips G70, G71, G72 und G73. Lediglich das schwächste Modell GeForce7-Serie, die 7100 GS, hatte noch einen NV-Chip, den NV44. Ab der GeForce7-Serie hat Nvidia zudem bei den G-GPUs strikt damit begonnen, dass die Nummern der Chips die Leistungsklasse repräsentieren, wobei kleinere Nummern für eine stärkere GPU stehen.

Dieses Konzept befolgt Nvidia bis heute. Der G70 ist also die Top-GPU der 7er-Serie, G73 hingegen ist für Einsteiger-Grafikkarten gedacht. An dieser Stelle geben wir einen Hinweis: Um die Historie nicht zu unübersichtlich werden zu lassen, nennen wir bei den Tabellen bezüglich der GPUs immer nur die Grafikkarten-Reihe, bei der die GPU erstmals zum Einsatz kam.

Nvidia hat aber immer wieder mal, wie schon erwähnt, für eine neue Grafikkarten-Generation Einsteigermodelle mit älteren GPUs ausgestattet oder umgekehrt eine Neuauflage einer alten Grafikkarte mit brandneuen GPUs kombiniert.

SLI mit zwei Nvidia GeForce 7900 GX2 Quelle: PC Games Hardware Auf die Spitze getrieben: Ein SLI-Setting unserer Kollegen der PC Games Hardware mit gleich zwei GeForce 7950 GX2, so dass vier GPUs zum Einsatz kommen.

GeForce8 - Leistungsunterschiede wachsen

Mit der GeForce8-Serie startete Nvidia im Jahr 2007 die ersten DirectX 10-Grafikkarten. Die GPUs dieser Generation waren vor allem G80, G84 und G86, zudem gab es noch die GPUs G92 und G98. Für einen Re-Release der GeForce 8400 im Jahr 2010 kam noch ein GT218 zum Einsatz, der eigentlich für die spätere GeForce 200-Serie gedacht war.

Insgesamt gab es 19 Grafikartenmodelle der GeForce8-Serie von der GeForce 8100 bis zur 8800 Ultra, die eine immer größere Bandbreite an Leistung vertraten. Für Office-PCs waren die 8100 bis 8500 GT gedacht, die eine theoretische Rechenleistung von 22 bis maximal 59 GFlops boten.

Auch die GeForce 8600 GS zählen wir noch zu den Modellen, die mit 57 GFlops damals nicht für Gaming taugten - schon das Schwestermodell GeForce 8600 GT bot 114 GFlops, die GeForce 8800 Ultra 576 GFlops, und die namentlich eigentlich darunter platzierte GeForce 8800 GTX 512 sogar 624 GFlops und somit das 28-fache der schwächsten GeForce8-Grafikkarte. Die Flop-Leistung nennen wir euch - mit einer kleinen Ausnahme bei der GeForce9-Reihe - ausschließlich bei der GeForce 8-Serie, um zu verdeutlichen, wie stark sich spätestens ab der GeForce8-Reihe die eher für einen Office-PC gedachten Grafikkarten von Gaming-Modellen unterschieden.

  1. Seite 1 Nvidia-Historie Teil 1: Gründung und erste GPUs
  2. Seite 2 Nvidia-Historie Teil 1: Erste GeForce-Modelle bis zur GeForce FX
  3. Seite 3 Nvidia-Historie Teil 1: GeForce6, 7 und 8
  4. Seite 4 Nvidia-Historie Teil 1: GeForce9 bis GeForce 400
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