Im ersten Teil unseres zweiteiligen Specials zur Historie des gehypten Konzerns Nvidia geht es um die Gründung und Grafikkarten bis zu GeForce 400-Reihe.
Erste GeForce-Modelle und die GeForce4-Reihe
Der Name GeForce ist ein Wortspiel mit dem Wort G-Force, was für Schwerkraft steht, sowie Geometry und Force, also Geometrie und Kraft. Die erste GeForce-Serie war die GeForce-256 mit einem NV10-Grafikchip und kam im Oktober 1999 mit einem Takt von 120 MHz sowie einem mit 166 MHz getakteten SDR-RAM auf den Markt. Dabei gab es zwei Varianten mit 32 sowie 64 MB RAM. Eine zweite Version mit DDR- statt SDR-RAM kam im Februar 2000 in den Handel.
Die GeForce-256 unterstützte dabei erstmals DirectX 7, die Multimediaschnittstelle von Microsoft für Windows. Dies traf ebenso auf die nächste Serie, die GeForce 2 zu, die sich zwischen August 2000 und Oktober 2001 mit sieben Modellreihen und Namen wie GeForce 2 MX 200 oder GeForce2 PRO zeigte
Die GPUs hatten die Bezeichnungen NV11 und NV15. Die Taktwerte lagen zwischen 175 und 250 MHz, beim RAM gab es meist DDR-RAM, aber auch einzelne Varianten mit SDR-RAM. Bereits parallel zu einigen GeForce 2-Modellen kamen zudem im Februar 2001 und Oktober 2001 drei GeForce 3-Grafikkarten in den Handel, die DirectX 8 unterstützten und mit NV20-GPUs ausgestattet waren.
Quelle: Thiemo Schuff via Wikimedia Commons
Geforce2 MX200 mit 64MB
An dieser Stelle bauen wir eine Tabelle für euch ein, die die technische Entwicklung der ersten NV-GPUs bis zur - und hier greifen wir bereits vor - GeForce 4-Serie zeigt:
| GPU-Modell | Jahr | Release für | Fertigungsprozess | Transistoren | Direct X |
|---|---|---|---|---|---|
| NV3 | 1997 | Riva 128 | 350 nm | 3,5 Millionen | kein Support |
| NV4 | 1998 | Riva TNT | 350 nm | 4 Millionen | kein Support |
| NV5 | 1999 | Riva TNT2 | 250 nm | 15 Millionen | kein Support |
| NV6 | 1999 | Vanta | 220 nm | unbekannt | kein Support |
| NV10 | 1999 | GeForce 256 | 220 nm | 17 Millionen | 7 |
| NV11 | 2000 | GeForce 2 | 180 nm | 20 Millionen | 7 |
| NV15 | 2000 | GeForce 2 | 150 / 180 nm | 25 Millionen | 7 |
| NV20 | 2001 | GeForce 3 | 150 nm | 57 Millionen | 8 |
| NV17 | 2002 | GeForce 4 | 150 nm | 29 Millionen | 7 |
| NV18 | 2002 | GeForce 4 | 150 nm | 29 Millionen | 7 |
| NV25 | 2002 | GeForce 4 | 150 nm | 63 Millionen | 8 |
| NV28 | 2003 | GeForce 4 | 150 nm | 63 Millionen | 8 |
Interessant ist, was ihr auch in der Tabelle sehen könnt, dass bei der GeForce4-Serie neben zwei NV-GPUs der 20er-Reihen auch die 10er-Reihe wieder zum Einsatz kam. Das Nutzen älterer GPUs für manche Modelle der neuen Generation ist bis heute Usus geblieben. Mit der GeForce4 führte Nvidia ab 2002 erstmals Modellnummern plus einem Buchstaben-System ein, das die Grafikkarten besser kennzeichnen sollte.
Die mit MX gekennzeichneten Modelle waren eher für den Einstieg, die Ti-Modelle für anspruchsvollere Gamer gedacht. Dabei basierten die MX-Grafikkarten der GeForce4-Serie, zum Beispiel die GeForce4 MX 440 oder MX460, auf den GPUs NV17 und NV18. Letztere arbeiteten mit deutlich weniger Transistoren als die GPUs NV25 und NV28, die wiederum in den Ti-Modellen wie der GeForce4 Ti 4600 zum Einsatz kamen.
Zudem boten die MX-Modelle nur DirectX 7-Support, die Ti-Modelle hingegen schon DirectX 8. Bis 2003 gab es insgesamt 1elf Modelle der GeForce4-Reihe, wobei viele der MX-Modelle in zwei Varianten (SDR- oder DDR-RAM) erschienen.
Quelle: PC Games Archiv
Eine GeForce FX 5900 mit 128MB RAM des Nvidia-Partners Asus
FX statt ner Fünf
Man könnte nun meinen, dass die GeForce5-Reihe folgen würde - aber weit gefehlt. Denn Nvidia fand es damals passender, mit dem Kürzel FX zu werben, möglicherweise um zu unterstreichen, dass die Grafikkarten für 3D-Effekte sorgen. Im englischen Sprachgebrauch steht ein FX nämlich auch für das Wort "effects".
Statt der GeForce5 kam also 2003 die GeForce FX-Reihe in den Handel und unterstützte DirectX 9. Die GPUs hatten Namen wie NV30 oder NV36, und für die einzelnen Modelle wurde es jetzt richtig kompliziert. Zwar konnte man sich zuerst an den Modellnummern orientieren - je höher die Nummer, desto stärker die GPU.
Zusätzlich gab es aber auch noch gleich vier mögliche Suffixe, die aber nicht bei der jeder Modellnummer verwendet wurden. Es gab jeweils mit 100er-Abständen die Modellreihen FX 5200 bis 5900, wobei aber nie eine FX 5400 auf den Markt kam. Von der FX 5100 und FX 5300 gab es nur jeweils ein Modell ohne Suffix.
Die FX 5200 gab es hingegen beispielsweise auch als 5200 LE (abgespeckte Version) und 5200 Ultra (Top-Version, aber langsamer als FX 5300). Hinzu kamen noch zwei Top-Modelle, die GeForce FX 5950 und 5950 Ultra. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, gab es für die bis 2004 veröffentlichten Modelle zum Teil noch das fünfte Kürzel VE für Versionen, die für den Handel als OEM-Version gedacht waren, also nur als Bestandteil eines PCs verkauft werden sollten.
