Neverwinter Nights 2: Mit faszinierenden Charakteren, packender Story, dramatischen Kämpfen -- und vielen vermeidbaren Macken.
Aus- und Rausreden
Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Sie sich einen Kampf sparen können. Oft geht den Gefechten ein Dialog voraus. Geschickte Gesprächsführung und ein paar Punkte in »Diplomatie«, »Einschüchtern« oder »Bluffen« können so manchen Konflikt ohne Gewalt lösen. Die gleichen Fertigkeiten helfen mitunter auch bei den vielseitigen Quests weiter oder entlocken NPCs zusätzliche Informationen. Allerdings kommen Sie auch ohne diese Mittel stets ans Ziel, der Weg ist womöglich einfach etwas holpriger.
Die Dialoge passen zur qualitativ hochwertigen Story, auch wenn leider nur ein Bruchteil der Gespräche von Sprachausgabe begleitet wird. Wenn es denn so ist, freuen wir uns über Profis, die den Charakteren passende Stimmen verleihen. Bei wichtigen Dialogen oder Ereignissen blendet das Spiel am oberen und unteren Bildrand schwarze Streifen ein, die den entsprechenden Szenen Filmcharakter verleihen. Hier zeigen die Entwickler auf einmal, dass sie sehr wohl mit Kameraperspektiven umgehen können.
Aus dem Nichts
Obwohl Entwickler Obsidian größtenteils erfahrene Entwickler beschäftigt, haben sich einige Fehler und Ungereimtheiten eingeschlichen. Ein völlig unverständlicher Design-Lapsus: An einigen Stellen tauchen Gegner praktisch aus dem Nichts auf, wenn unsere Gruppe an eine bestimmte Stelle kommt (und damit einen »Trigger« auslöst).
Wir haben es getestet und sind mit dem Schurken durch sämtliche Räume des Hauses geschlichen: kein Gegner weit und breit! Doch kaum erreichen wir die besagte Stelle, kommen ganze Heerscharen aus den Räumen. Das stört den Spielspaß genauso wie die teils verplante Innenarchitektur: Wenn ein Gebäude von außen wie ein kleines Häuschen aussieht, innen aber die Wohnfläche und Zimmerzahl eines kleinen Landsitzes aufweist, wirkt es doch etwas lächerlich.
