Neverwinter Nights 2 getestet

Test Georg Valtin

Neverwinter Nights 2: Mit faszinierenden Charakteren, packender Story, dramatischen Kämpfen -- und vielen vermeidbaren Macken.

Hallo, Kameramann?!

Einer der großen Schwachpunkte ist die Kamera. Keine der vier einstellbaren Perspektiven erlaubt vernünftiges Spielen. Besonders in den Kämpfen fehlt oft die Übersicht: Wenn Sie zu weit herauszoomen, lassen sich kaum noch gezielt Gegner in einer Menschentraube anklicken. In der Nahansicht entgehen Ihnen aufgrund des begrenzten Bildausschnitts Feinde, die aus der Distanz mit Zaubersprüchen oder Fernkampfwaffen attackieren. Kurz gesagt: Sie müssen die Kamera ständig per Hand nachjustieren, um für die aktuelle Situation eine brauchbare Einstellung zu finden. Auch wenn das bei uns auf Dauer automatisch erfolgte, empfanden wir es doch als Störfaktor.

Spielwelt und Grafik, Schauplätze

Wer an Gothic 3 und Oblivion vor allem die weitläufige Spielwelt schätzt, wird bei Neverwinter Nights 2 die Nase rümpfen: Die Schwertküste ist modular aus Bausteinen aufgebaut, als verbindendes Element dient eine Weltkarte. Darauf bewegen Sie sich per Mausklick zwischen den Schauplätzen hin und her, wobei im Laufe des Spiels immer mehr Orte hinzukommen.

Die Spielwelt selbst ist größtenteils sehr hübsch gestaltet. Vor allem die Inneneinrichtungen der Gebäude strotzen nur so vor Details, auch wenn die meisten Gegenstände reine Zierde sind. Praktisch: Interaktive Objekte wie Türen, Truhen oder Schränke versieht das Programm bei einem Druck auf Y mit einem gut erkennbaren Leuchten. Einige Außenbereiche wie der Sumpf haben uns aber mit ihren tristen Einheitsfarben gar nicht gefallen, zumal außerstädtische Landschaften meist sehr unbelebt wirken.

Viele böse Monster

Die Primärwaffe des Hexers ist ein Zauberstrahl, der bereits auf niedrigen Levels vergleichsweise viel Schaden anrichtet. Die Primärwaffe des Hexers ist ein Zauberstrahl, der bereits auf niedrigen Levels vergleichsweise viel Schaden anrichtet. Natürlich kommt Neverwinter Nights 2 nicht ohne die zahlreichen Kämpfe gegen das obligatorische Monster- und Schurkengesocks aus. Da Sie auf Stufe eins starten, besteht die Gegnerschaft anfangs eher aus schwachen tierischen und menschlichen Feinden. Gefährlich sind sie trotzdem, weil sie oft zahlenmäßig überlegen attackieren. Menschliche Fieslinge haben zudem offenbar einige Semester »Taktik« in der Schurkenschule belegt, denn doof stellen die sich nicht an: Nahkämpfer stürzen sich auf unsere schwächsten Charaktere, gleichzeitig beharken Bogen- oder Armbrustschützen den Schwachpunkt. Feindliche Zauberer wählen ihre Magieformeln meist mit Bedacht und sind oft die größte Bedrohung bei Gruppen menschlicher Gegner, also unser Primärziel.

Wenn Ihr Held in der zweiten Spielhälfte zweistellige Stufen erreicht, werden auch die Gegner knackiger. Von Golems bis hin zu schier übermächtigen Drachen ist praktisch alles vertreten, was in Fantasy-Spielen Rang und Namen hat.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk