Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück im Test: Detektivische Denkarbeit im Pokémon-Plot

Test Maren Wicher Lukas Schmid
Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück im Test: Detektivische Denkarbeit im Pokémon-Plot
Quelle: Nintendo

Der Pokémon-Rätselspaß geht mit dem neuen Story-Adventure von Nintendo in die zweite Runde!

Neigt sich das jeweilige Kapitel dem Ende zu, spielen wir eine interaktive Videosequenz, in der noch einmal all unsere Ergebnisse abgefragt werden. Die Antwortoptionen sind hier aber immer sehr eindeutig und simpel gehalten, sodass ein normales Erinnerungsvermögen über die letzten 30 Minuten ausreichen sollte. Wählen wir dennoch die falsche Antwort aus, gibt es keine Konsequenzen und wir versuchen es einfach erneut. Haben wir den Abschnitt geschafft, erhalten wir einen erzählerischen Einblick in Tims Gedanken zu all dem, was geschehen ist. Am nächsten Morgen wachen wir in seinem Apartment auf, halten einen kurzen Plausch mit Mama und Schwester, lesen die Zeitung und sehen uns die Nachrichten an.

Dieser Start in einen neuen Story-Abschnitt wird damit äußerst geschickt geregelt. Denn für viele Spieler bedeutet das Beenden eines Kapitels auch gleichzeitig das Weglegen der Konsole für einen gewissen Zeitraum. Wenn wir also Weiterspielen und dann Ingame über die Print-News erfahren, was in der Spielwelt gestern geschehen ist und über den Fernseher, was sich für heute bereits ankündigt, wird unsere Immersion nicht gebrochen und wir finden direkt einen Weg zurück in die Geschichte.

Emilia Christie in den Nachrichten zu sehen Quelle: PC Games

Gut altern kann so einfach sein

Wir finden, dass Meisterdetektiv Pikachu mit dem neuen Teil eine gute Fortsetzung spendiert bekommen hat. Der Plattformwechsel vom 3DS auf die Switch beschert uns eine viel bessere Grafik. Zwar bewegen wir uns immer noch nicht komplett frei im Raum und stoßen sowohl am vorderen Bildschirmrand als auch auf vielen Seiten auf (unsichtbare) Wände, jedoch können wir meist in den hinteren Raum hineinnavigieren und so zum Beispiel versteckte Gassen der Stadt finden.

Die Areale wie Ryme City, Tims Apartment und die verschneiten Ruinen, sind allesamt liebevoll gestaltet. Viele Gebäude der Stadt sehen zwar immer noch so aus, als wären sie aus Legobausteinen übereinandergestapelt, allerdings wurde dafür wieder Wert auf zahlreiche kleine Details gelegt. Überall finden wir Blätter am Boden, Kaffeetassen auf den Tischen oder bunte Blumenkästen.

Reiten auf Flampivian Quelle: Nintendo

Apropos liebevolle Details: Das Spiel glänzt sowohl mit einer deutlich besseren Mimik als auch den gewitzt ausgearbeiteten Animationen. Wir finden es schon sehr niedlich, dass sich Pikachus Reitanimation je nach Hilfs-Pokémon ändert. So erinnert er beispielsweise an einen Westernreiter, wenn er auf Fukano sitzt und zittert mit den Zähnen, wenn er sich in Flampivians Schneekugelkopf befindet.

Unsere Ohren kommen auch auf ihre Kosten. Groovige und an die jeweiligen Umgebungen oder Situationen angepasste Jazz-Tracks versüßen uns den Spielspaß. Bei einem Mix aus Pink Panther, Sherlock Holmes und Professor Layton ertappen wir uns erstaunlich oft dabei, wie wir mitwippen und richtig gute Laune bekommen.

Generell beschert uns Meisterdetektiv Pikachu kehrt zurück eine Menge Freude. Der bekannte trockene Humor von Pikachu lässt uns oft schmunzeln und gelungene Selbstironie zeigt sich etwa dann, wenn davon geredet wird, dass über den R-Vorfall von vor ein paar Jahren ja sogar ein Film gedreht wurde.

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