Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder

Special Johannes Gehrling
Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder
Quelle: Nintendo

Ende September erscheint mit Mario Kart Tour für Android und iOS das nächste Mobile-Game von Nintendo und damit das erste Spiel der beliebten Reihe für Smartphones, Tablets und Co. Hier lest ihr alles, was ihr wissen müsst.

Ein brandneues Mario Kart erscheint! Was, wirklich? Wie, wo? Nun, das als Mario Kart Tour betitelte jüngste Spiel der Serie läuft auf mobilen Plattformen mit Android und iOS, also auf Smartphones, Tablets, iPods und ähnlichen Geräten. Erst einmal keine brandneue Meldung, denn das Game hat Nintendo schon vor einer ganzen Weile angekündigt, genau genommen schon vor weit über einem Jahr. Ursprünglich sollte Mario Kart Tour bis spätestens April 2019 erscheinen. Daraus wurde aber nichts, das Spiel wurde verschoben. Dafür ging das Rennspiel am 22. Mai des aktuellen Jahres in eine geschlossene Beta-Phase, allerdings nicht hierzulande, sondern nur in Japan und Nordamerika. Informationen oder gar Bildmaterial aus dieser Beta zu veröffentlichen, hatte Nintendo zwar untersagt, daran störten sich viele der Beta-Spieler aber nicht und so bekamen wir das Game bereits Ende Mai ausführlich in Videos und auf Screenshots zu sehen, außerdem erfuhren wir viele Details zum Spiel. Ende August verriet Nintendo nun via Twitter, dass Mario Kart Tour bereits am 25. September 2019 für Android und iOS erscheint!

Das Gameplay

Bei der Entwicklung von Nintendo mit Unterstützung durch den Mobile-Spezialisten DeNA handelt es sich im Kern um ein weitestgehend übliches Mario Kart. Im Mittelpunkt stehen daher auch bei Mario Kart Tour natürlich die launigen Rennen über abwechslungsreiche Pisten mit verschiedenen Rennpiloten aus dem Mario- und Nintendo-Universum unter Zuhilfenahme verschiedener nützlicher Items. Gewonnen hat, wer als erstes ins Ziel fährt. Damit das auf Touchscreen-Geräten ohne einen Controller ordentlich funktioniert, fahren die Karts automatisch, Gas geben müsst ihr also nicht selbst. Eure Aufgabe besteht stattdessen darin, per Swipe über den Bildschirm zu lenken sowie zu driften, zu springen und natürlich Items aufzuklauben und einzusetzen. Apropos Item-Boxen: Die findet ihr wie üblich verteilt auf den Strecken. Sie geben euch gleich mehrere Items auf einmal, abhängig von der Zahl der Item-Slots des gewählten Fahrers.
Ebenfalls eine Neuheit bei Mario Kart: Die Partyzeit. Sammelt ihr drei gleiche Items auf einmal auf, werdet ihr kurzzeitig unverwundbar und dürft Items unendlich oft einsetzen. Die Fahrer verfügen außerdem allesamt über ein individuelles Item, Bowser beispielsweise über den Bowser-Panzer, der gleich mehrere Fahrer nacheinander treffen und umhauen kann. Auch neue allgemeine Items wie den Maxi-Pilz findet ihr bei Mario Kart Tour. Dieser lässt euch zu enormer Größe anwachsen. Ansonsten gibt es natürlich ebenso die meisten Klassiker wie Bananen, Bob-Ombs, grüne und rote Panzer, Stachi-Panzer und mehr. Ein großer Unterschied zu Konsolen-Mario-Karts besteht allerdings im Ausdauersystem, denn dieses limitiert, wie viele Rennen ihr ohne zu warten oder Geld zu investieren am Stück fahren könnt. Pro Rennen wird ein Herz fällig, maximal fünf davon könnt ihr auf einmal ansammeln, indem ihr alle 15 Minuten ein neues bekommt. Wollt ihr nicht warten, wird Premiumwährung fällig, die wiederum erhaltet ihr primär im Gegenzug für echtes Geld.

Die Strecken

Die Strecken teilen sich in zwei Kategorien auf. Einerseits beinhaltet Mario Kart Tour klassische Pisten aus älteren Serienablegern. In Trailern sind beispielsweise der Regenbogen-Boulevard aus Super Mario Kart, der Waluigi-Flipper aus Mario Kart DS und eine der zahlreichen Bowser-Festungen aus Mario Kart: Super Circuit zu sehen. Optisch sehen die Strecken wie auch das gesamte Spiel am ehesten Mario Kart 7 für den 3DS ähnlich, nur mit höherer Auflösung. Andererseits, und das ist eine Neuheit der Serie, gibt es auch Strecken mit realen Städten als Vorbild; in Trailern waren beispielsweise Tokio und Paris zu sehen. Nicht alle Strecken sind jederzeit im Spiel verfügbar, auch das ist neu. Stattdessen wechselt das Angebot im Rahmen sogenannter Tour-Sessions alle zwei Wochen. Das kennt man schon von anderen Mobile-Games und es erinnert auch ein wenig an den Multiplayer von Splatoon 2. Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder (8) Quelle: Nintendo Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder (8)

Die Fahrer

Beim Fahrerangebot lässt sich Mario Kart Tour nicht lumpen. Gleich zu Spielbeginn steht eine große Auswahl zur Verfügung, allerdings müsst ihr die Figuren erst freischalten. Definitiv bestätigt sind: Mario, Luigi, Peach, Daisy, Toad, Toadette, Rosalina, Waluigi, Bowser, Baby Peach, Baby Daisy, Baby Rosalina, Metall-Mario, Baby Mario, Baby Luigi, Donkey Kong, Knochentrocken, Knochen-Bowser, Wendy, Morton, Larry, Lemmy, Ludwig und Iggy. Bestimmt wird Mario Kart Tour noch mehr Fahrer bieten und mit großer Wahrscheinlichkeit kommen im Laufe der Zeit weitere im Rahmen von Updates oder besonderen Aktionen dazu.

Neue Fahrer für eure Sammlung erhaltet ihr primär durch Premium-Währung, im Endeffekt also für echtes Geld, und zwar nach dem Gacha-Prinzip; ihr wisst also vorher nicht, welchen Fahrer ihr bekommt. Die Rennpiloten sind in verschiedene Kategorien unterteilt und verfügen über einen, zwei oder gleich drei Item-Slots, sind also unterschiedlich wertvoll. Das wird durch die spezifischen Items sowie eine einstufende Bewertung nach Punkten noch verstärkt, hier spielen auch das Kart sowie der Gleiter eine Rolle. Beides erhaltet ihr ebenfalls in vielen Varianten nach der Gacha-Mechanik für Premiumwährung.

Die Modi

Mario Kart Tour bietet einerseits, wie auch die Konsolen-Ableger der Serie, ganz normale Offline-Singleplayer-Rennen gegen CPU-Mitspieler, darüber hinaus aber auch Online-Rennen mit bis zu acht Fahrern gleichzeitig. Die Online-Rennen sind allerdings asynchron, es wird im Grunde also ein CPU-Fahrer auf Grundlage eines echten Spielers erstellt und mit dessen Spielernamen versehen, gegen den ihr dann virtuell antretet. Das ist zwar nicht das gleiche wie "echtes" zeitgleiches Onlinespielen, bietet aber den Vorteil, erstens jederzeit passende Mitspieler zu finden und zweitens auch bei nicht perfekter Internetverbindung noch vernünftig im Online-Multiplayer spielen zu können. Gerade in Deutschland ist das ja durchaus auch heute je nach Region noch immer ein problematisches Thema. Wie sich bereits in der Beta-Phase gezeigt hat, ist es dadurch ironischerweise sogar möglich, offline Online-Rennen zu spielen, sobald die relevanten Daten zum Rennstart auf das Smartphone geladen und lokal gesichert wurden. Bei Online-Rennen werdet ihr zudem bewertet und dürft euch und eure Leistung in globalen Online-Ranglisten mit anderen vergleichen. Außerdem gibt es in Mario Kart Tour auch spezielle Herausforderungen mit bestimmten Aufgaben, ganz ähnlich wie in Mario Kart DS.

Die Technik

Wie schon die anderen Mobile-Games von Nintendo, spielt ihr auch Mario Kart Tour, indem ihr das Smartphone oder Tablet hochkant haltet. Shigeru Miyamoto sagte einmal, dass man Mobile-Spiele von Nintendo immer mit einer Hand spielen können soll, um beispielsweise nebenbei noch einen Burger essen zu können. Sicherlich kein allzu relevanter Anwendungsfall, geht es Nintendo wohl in erster Linie darum, die gewohnte Smartphone-Handhabung beim mobilen Spielen der Nintendo-Titel beibehalten zu können. Wie bereits erwähnt entspricht Mario Kart Tour grafisch wohl am ehesten Mario Kart 7 für den 3DS und damit nicht der aktuellsten Grafik der Serie, denn das Mobile-Game schraubt bezüglich der Leistung ein gutes Stück zurück im Vergleich zu Mario Kart 8 (Deluxe). Heißt: Simpler, weniger Details. Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder (11) Quelle: Nintendo Mario Kart Tour: Vorschau zu Nintendos neuem Mobile-Game - Alle Infos und Bilder (11)

Das aber nicht ohne Grund, denn Mario Kart Tour soll natürlich nicht nur auf den neuesten Top-Smartphones jenseits der vierstelligen Europreise laufen, sondern auf so vielen in Umlauf befindlichen Geräten wie möglich. Konkret heißt das, ihr benötigt bei Geräten mit iOS die Version 10.0 oder neuer, mindestens aber das iPhone 6S, den iPod Touch der 7. Generation, das iPad der 5. Generation, das iPad Air 2 oder das iPad Mini 4. Seid ihr im weitaus breiter gefächerten Android-Lager unterwegs, ist Android 4.4 oder neuer Pflicht, außerdem muss das Gerät über mindestens 1,5 GB Arbeitsspeicher verfügen. In jedem Fall aber benötigt ihr zwingend einen Nintendo-Account, um Mario Kart Tour spielen zu können. Wenn ihr mit der Switch zockt, dürftet ihr aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits über einen solchen verfügen, denn zum Onlinespielen und für den eShop ist ein Konto ebenfalls Pflicht.

Der Ausblick

Selbst ausprobieren durften wir Mario Kart Tour bis zum Redaktionsschluss leider noch nicht. Zumindest bisher bietet Nintendo uns bei seinen Mobile-Games leider keinen Vorabzugriff, wie das bei den Spielen für Konsolen üblich ist. Wir müssen daher selbst noch abwarten, wie sich das erste Mario Kart für Smartphones und Co. tatsächlich spielt. Aufgrund der zentralen Integration eines limitierenden Ausdauersystems mit Herzen sowie dem Gacha-Prinzip beim Sammeln von neuen Fahrern, Karts und Gleitern sowie dem starken Fokus auf Premiumwährung blicken wir dem Rennspiel allerdings grundsätzlich mit einigen Bedenken entgegen.

Schon Dr. Mario World zeigte, dass die Zeit vorbei ist, in der sich Nintendo bei Mobile-Games den gängigen Regeln der Branche im Sinne der Spielerschaft entschieden entgegensetzte. Stattdessen melkt auch Nintendo mittlerweile die Premiumwährung-Kuh bis zum Letzten und nimmt dafür in Kauf, ganz allein aufgrund dieser Methode ein eigentlich gutes Spiel schlechter zu machen, als es eigentlich ist. Schade. Freilich ist das nur eine Vorabeinschätzung, finale Aussagen können wir erst treffen, wenn wir das Game tatsächlich gespielt haben. Es sieht aber nicht danach aus, als würde uns ein ähnlich gutgemachtes und zugleich auch faires Spiel erwarten wie seinerzeit mit Super Mario Run, als für Nintendo bei Mobile-Games noch das Produkt im Fokus stand.

Meinung

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