Mainboards: Wissens- und Kauftipps inklusive Marktübersicht Sockel AMD AM4 und Intel 1151 v2
Special
Moderne Mainboards liefern schon ab etwa 50 Euro alles, was man braucht - wir erklären Euch einige Dinge rund um Mainboards, damit ihr bestens für einen Kauf gewappnet seid. Auch den Einbau der Hauptplatine erläutern wir. Zudem bieten wir über 60 Mainboards für die Sockel AMD AM4 und Intel 1151 v2 in einer Marktübersicht.
Mainboard-Kaufberatung
In unserem Special dreht sich alles rund um die Verwaltungsstelle der PC-Hardware: das Mainboard. Zunächst geben wir Euch einige allgemeine Tipps zur Funktionsweise und Ausstattungsfeatures, die Euch bei der Auswahl eines Mainboards helfen können. Auch den Einbau werden wir beschreiben. Zum Abschluss haben wir dann noch mehr als 60 Mainboards in einer Marktübersicht zusammengefasst.
Doch zunächst kommen wir zu unseren Wissens- und Praxis-Tipps. Das Mainboard gibt diverse Grundfeatures vor, zum Beispiel wie viele Laufwerke ihr in Eurem PC verwenden könnt, welche und viele Zusatzkarten ihr einbauen könnt und vieles mehr.
Ebenso ist es Heimat für wichtige Dinge wie den Netzwerkanschluss, den Soundchip oder auch USB-Anschlüsse. Inzwischen ist auch ein Steckplatz für eine M.2-SSD bei fast allen Mainboards selbstverständlich - mehr zu M.2-SSDs erfahrt ihr auch in unserem SSD-Special vom November 2018. Auf dem Mainboard verbaut ihr die CPU, steckt die Grafikkarte ein und schließt Laufwerke an - die Hauptplatine, wie man ein Mainboard auch nennen kann, sorgt dann letzten Endes dafür, dass alle Bauteile miteinander kommunizieren können und der PC funktioniert. Dank moderner Bauteile gibt es mittlerweile kaum mehr relevante Unterschiede bei Mainboards, die für einen Durchschnittsnutzer wichtig wären.
In diesem Artikel
Es gibt genügend Anschlüsse und Steckplätze für alles Nötige, und die Leistung dess PCs hängt nicht vom Mainboard ab, außer man möchte übertakten. Bei den Mainstream-Sockeln AMD AM4 und Intel 1151 kann man daher ohne Bedenken ein Mainboard unter 100 Euro auswählen. Nur wer überdurchschnittliche Dinge benötigt oder zwecks Übertaktung besonders hochwertige Bauteile und ein gutes UEFI-Menü benötigt, muss sich eher ab mindestens 100 Euro umsehen. Ebenso wie Nutzer, die eine Profi- oder Server-CPU benötigen und daher zum Sockel AMD TR4 oder Intel 2066 greifen. Wer sich nun fragt, was Sockel sind: dies klären wir gleich, doch zuerst erklären wir die so genannten Formfaktoren.
Formfaktor
Mit dem Formfaktor ist die Baugröße gemeint. Dabei gibt es bestimmte Normen, welche die maximalen Maße eines Mainboards sowie die Stellen betreffen, an denen das Mainboard Bohrlöcher hat, um es mit Schrauben im PC-Gehäuse zu fixieren. Diese Normen gelten auch für PC-Gehäuse, so dass man genau weiß, welchen Formfaktor ein Mainboard haben darf, damit es passt. Generell gilt: Das PC-Gehäuse gibt die maximal mögliche Mainboard-Größe vor - kleinere Mainboards passen aber auch. Die gängigste Größe ist ATX - hierbei gibt es eine enorme Auswahl und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Quelle: Gigabyte
Günstiges Einsteiger-Modell im mATX-Format: Gigabyte B360M DS3H
Doch auch µATX (auch Micro-ATX oder mATX) ist inzwischen eine gute Alternative. Die µATX-Modelle sind lediglich vertikal gesehen kürzer, so dass es etliche Modelle gibt, die von der Oberkante bis hin zum Grafikkarten-Slot einem ATX-Mainboard gleichen. Wer möglicherweise noch eine Soundkarte und eine oder mehrere andere Zusatzkarten einbauen will oder besonders viele Lüfteranschlüsse erwartet, dem könnte ein µATX-Modell zu klein sein. Doch ansonsten gibt es sehr viele Mainboards im µATX-Format, die bis auf die geringere Anzahl an PCIe-Erweiterungsslots alles haben, was auch ein ATX-Modell bietet. Lediglich bei der Anzahl der RAM-Slots muss man aufpassen, da hier bei µATX bei etwa der Hälfte der Mainboardmodelle zwei statt der bei ATX üblichen vier Slots vorhanden sind. Für besonders kleine Gehäuse nimmt man Mini-ITX - in einem ATX oder µATX-Gehäuse hat so ein Mainboard aber nichts zu suchen, denn die Maße um den Prozessor herum können für Kühler ungünstig sein, und ITX-Mainboards sind bei vergleichbarer Ausstattung teurer als ihre größeren Brüder. Für besondere Zwecke gibt es noch das große E-ATX-Format. Solche Mainboards gibt es aber fast ausschließlich im Segment der Server-Mainboards. Die beste Kombination für einen Spiele-PC ist ein MIDI-Gehäuse mit ATX-Formfaktor und dazu ein ATX- oder µATX-Mainboard. In der folgenden Tabelle haben wir noch übersichtlich die Maße der wichtigsten fünf Formate gelistet, zudem könnt ihr ablesen, in welche Gehäuse die entsprechende Mainboardgröße passt.
| Formfaktor | Maximale Maße (H x B) | Kompatible Gehäuse |
|---|---|---|
| Mini-ITX | 17,0 x 17,0 Zentimeter | E-ATX, ATX, µATX, Mini-ITX |
| µATX | 24,4 x 24,4 Zentimeter | E-ATX, ATX, µATX |
| ATX | 30,5 x 24,4 Zentimeter | E-ATX, ATX |
| E-ATX | 305 x 33,0 Zentimeter | E-ATX |
Hinweis: den exotischen Standard XL-ATX haben wir nicht separat aufgeführt. Entsprechende Mainboards gibt es inzwischen keine mehr, bei einigen Gehäusen ist diese Größe noch zu haben. Diese bieten bei der Länge mehr Platz als ein ATX- oder E-ATX-Mainboard braucht, bei der Breite aber weniger als ein E-ATX-Mainboard benötigt. Somit taugen sie bei modernen Mainboards nur maximal bis zum ATX-Format.
