Live A Live im Test: Das JRPG für alle, die keine JRPGs mögen - Seite 4
Test
Als Remake des 1994 exklusiv in Japan erschienen JRPGs gibt es Live A Live seit dem 22. Juli auf Nintendo Switch und somit auch im Rest der Welt. Was die Neuauflage des so gut wie unbekannten SNES-Titels zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test + Video.
Dass ein Spiel von 1993 ein Remake bekommt - noch dazu eins, das nur in Japan erschien -, ist nicht gerade gewöhnlich, im Fall von Live A Live aber auf jeden Fall eine Bereicherung. Denn sonst wären die meisten nie in den Genuss dieses einzigartigen JRPGs gekommen. Auch, wenn das Original damals mit seinen ungefähr 20 Stunden Spielzeit als "zu kurz" und "technisch schlecht umgesetzt" verurteilt wurde. Das Remake rückt das alles gerade. Die einzelnen Storys und Szenarios spielen sich komplett eigenständig und trotzdem vermitteln sie das gleiche Spielgefühl.
Die Charaktere sind toll geschrieben und die Geschichten und Plottwists sorgen immer wieder für Überraschungen. Außerdem merkt man die Liebe zum Detail, die in die Entwicklung geflossen ist. Ein Beispiel ist die primitive Sprache der Urzeit über die altertümlichen Redeweisen des Mittelalters bis hin zur Protokollsprache der Zukunft. Die Settings sind authentisch und voller Charme, aber auch realistisch und dramatisch. Die Vertonung ist gut gelungen und wird durch verschiedene Akzente passend übermittelt.
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Unbekanntes Meisterwerk
Technisch ist der Titel über jeden Zweifel erhaben. Bugs oder Glitches gab es keine und die HD-2D-Grafik ist, wie man es von anderen Werken mit diesem Look bereits kennt, wunderschön. Gekrönt wird das alles vom grandiosen Soundtrack, der wie beim Original von niemand anderem als Yōko Shimomura komponiert wurde, die vorwiegend durch die Musik von Kingdom Hearts und Final Fantasy Bekanntheit erlangt hat.
Trotzdem gibt es natürlich keine perfekten Spiele. So hat auch Live A Live ein paar minimale Schwächen. Zum einen kommen die deutschen Textboxen nicht immer hinter der Sprachausgabe her. Wenn man die Dialoge einfach durchlaufen lässt, passiert es oft, dass sie schon vor dem Ende einer Sprechblase zur nächsten springen, ohne, dass man den Text darin vollständig lesen kann.
Eine weitere Macke zeigt Live A Live beim Levelsystem. Da die einzelnen Geschichten kurz sind, bleiben meistens wenige Möglichkeiten zum Aufsteigen. Levelunterschiede machen sich so gut wie gar nicht bemerkbar. Außer im Japan- und im Mittelalter-Kapitel sind die Stufen eurer Charaktere irrelevant und in der fernen Zukunft gibt es sogar überhaupt keine Erfahrungspunkte.
Bildergalerie
Dazu kommt, dass sich das Spiel im letzten Kapitel gestreckt anfühlt, da man viel herumläuft und ständig aus dem nichts Feinde angreifen. Zwar bringt das viele Erfahrungspunkte in der Vorbereitung auf den finalen Boss, nervig ist es trotzdem. Doch diese kleinen Schwächen können das große Gesamtkunstwerk, das die Entwickler mit Live A Live geschaffen haben, nicht zerstören. Für ein Spiel, das mittlerweile fast 30 Jahre alt ist, strotzt es vor Innovationen und Spielspaß.
Meinung
Für RPG-Fans und vor allem für Genießer von Octopath Traveler oder Triangle Strategy ist dieses Spiel ein must-play. Aber auch für Genre-Unerfahrene bietet Live A Live spaßige Stunden. Ihr solltet also auf jeden Fall einen Blick darauf werfen - dank einer kostenlosen Demo ist Reinspielen kein Problem. Ihr könnt sogar euren Fortschritt übernehmen, wenn ihr euch zum Kauf entscheiden solltet.
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