Live A Live im Test:Das JRPG für alle, die keine JRPGs mögen - Seite 2

Test Nicolai Brülke Katharina Pache
Live A Live im Test:Das JRPG für alle, die keine JRPGs mögen - Seite 2
Quelle: Square Enix

Als Remake des 1994 exklusiv in Japan erschienen JRPGs gibt es Live A Live seit dem 22. Juli auf Nintendo Switch und somit auch im Rest der Welt. Was die Neuauflage des so gut wie unbekannten SNES-Titels zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test + Video.

In Live A Live ist jedes Kapitel frisch und anders. Keine Sorge, Geheimnisse und überraschende Wendungen lassen wir natürlich außen vor. Im chronologisch gesehen ersten Abenteuer steuert ihr Pogo, einen jungen Höhlenmenschen, der zusammen mit seinem Affenfreund Gori ein Mädchen retten will, das von einem anderen Stamm entführt wurde. Also lauft ihr quer durch die urzeitliche Steppe, um ihr zu helfen. Kämpfe werden in diesem Kapitel ausgelöst, wenn ihr mit Pogos Fähigkeit, Fährten zu erschnüffeln, auf wilde Tiere trefft. Dialoge gibt es in diesem Abschnitt nur in Form von verschiedenen Emojis und ausdruckslosem Gegröle. Der Sprache ist in dieser Zeit nämlich noch niemand mächtig und auch die Kampfmenüs passen sich daran an. Attackenbeschreibungen wie "Mach vielen Bösen aua mit Stinke-Aa" sind, richtig schön primitiv und sorgen gleichzeitig für eine Prise Humor. Und ja, ihr könnt euren Gegnern wirklich Kot an den Kopf werfen.

Reise durch Zeit

Ebenfalls in vergangene Zeiten und dazu in Richtung Osten entführen euch die Kapitel im alten China sowie in Japans Edo-Zeitalter. In China und Japan fallen die Geschichten deutlich facettenreicher aus als die der Urzeit. Es gibt unerwartete Ereignisse, dazu haben viele Charaktere ihre ganz eigene Persönlichkeit und machen sogar mit der Zeit charakterliche Wandlungen durch.

Mit der unterentwickelten Emoji-Sprache und dem bedeutungslosen Rumgegröle müsst ihr euch auch nicht mehr rumschlagen. Alle Kapitel, mit Ausnahme der Urzeit-Erzählung, bieten eine englische und japanische Synchro. Die ist auf die Charaktere sowie auf die jeweilige Geschichte und Epoche angepasst. Während ihr euch als junger Shinobi im Japan-Kapitel auf unterschiedlichen Wegen in eine schwer bewachte Festung schleicht, steht in China das Kämpfen im Vordergrund, dort geht es auch linearer zu.

Doch nicht nur im Fernen Osten leben Bösewichte. Schließlich gab es auch auf der anderen Seite der Erdkugel historisch hoch spannende Zeitalter. Logisch also, dass auch der Wilde Westen eine eigene Kurzgeschichte in Live A Live spendiert bekommt. Diesmal seid ihr sogar nicht mal unbedingt der Gute. In der Haut von Sundown the Kid verkörpert ihr einen Gesetzlosen, der ziellos durch die Steppe reitet und sich das, was er braucht, einfach nimmt. Dabei verfolgt euch der Kopfgeldjäger Mad Dog. Die Kämpfe kann man in diesem Abschnitt an einer Hand abzählen. Er gehört auch generell zu den kürzeren des Spiels. Hier geht es darum, eine kleine Siedlung vor einer Gruppe Banditen zu schützen - und natürlich dem Kopfgeldjäger ein Schnippchen zu schlagen.
Die Kämpfe finden auf schachbrettartigen, rechteckigen Feldern statt. Taktik ist dabei stets wichtig. Quelle: PC Games Die Kämpfe finden auf schachbrettartigen, rechteckigen Feldern statt. Taktik ist dabei stets wichtig. Wer jetzt keine Lust mehr hat, in den vergangenen Tagen der Menschheitsgeschichte herumzuwühlen, freut sich auf die restlichen Kapitel. Eines spielt in der Gegenwart und handelt von einem Kampfsportler, der es sich zum Ziel gesetzt hat, der beste Kämpfer von allen zu werden. Dabei handelt es sich um das kürzeste Kapitel im Spiel, es ist auch extrem action-lastig. Dafür wurde das Kampfsystem mit einem spaßigen Clou versehen: Ihr lernt die besonderen Angriffe eurer Feinde, wenn diese sie gegen euch einsetzen. Weiter mit der Zukunft geht es auf der nächsten Seite!

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