Kerbal Space Program 2: Für wen lohnt sich der Early Access?

Special Carlo Siebenhüner
Kerbal Space Program 2: Für wen lohnt sich der Early Access?
Quelle: Private Division

Mit Kerbal Space Program 2 steht die nächste Generation des Sandbox-Konzepts an. Wir durften die Early-Access-Version schon vor Release spielen und verraten euch, ob der Nachfolger das Zeug zum neuen Stern am Firmament hat oder doch auf dem Boden der Tatsachen aufschlägt.

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Kerbal Space Programs. Seit 2011 schießen Hobby-Astronauten schon ihre Raketen und Space-Shuttles durch das Sonnensystem von Kerbol. Also zumindest, wenn man sie wirklich vom Boden wegbekommt. Denn die Weltraum-Simulation ist auch knallhart und anfangs undurchsichtig. Mit Kerbal Space Program 2 steht jetzt die nächste Generation des Sandbox-Konzepts an, das vorrangig eines sein will: zugänglicher. Dieses Versprechen wurde mit über 150.000 Wishlist-Einträgen auf Steam belohnt. Damit hat sich der Nachfolger in die Top 10 der meistgewünschten Spiele der Plattform vorgekämpft. Wir durften die Early-Access-Version schon vor Release spielen und verraten euch, ob der Nachfolger das Zeug zum neuen Stern am Firmament hat oder doch auf dem Boden der Tatsachen aufschlägt.

Unverhofft kommt oft

Als vor mittlerweile über zehn Jahren die erste Version von Kerbal Space Program in den Early Access startete, hätte wohl keiner geahnt, dass sich der Weltraumbaukasten mal zum Überraschungshit mausern würde. Selbst heute runzeln Außenstehende gerne mal die Stirn, wie dieses rumpelige Ding über fünf Millionen Stück verkaufen konnte.

Das Sandbox-Spiel lässt euch nicht einfach nur ein Raumschiff ins Weltall fliegen. Hier leitet ihr gleich euer eigenes Weltraumprogramm und bevor ihr einen der knuddeligen Kerbals ins All schießt, müsst ihr euer Raumschiff erst selbst zusammenstöpseln. Dafür gibt man euch einen umfangreichen Baukasten aus verschiedensten Bauteilen der Raumfahrt an die Hand. Von Kommandokapseln über Treibstofftanks, Triebwerke und Booster bis zu Flügeln, Stabilisatoren, Entkopplern oder schlicht einem Fallschirm für die Landung ist da alles dabei.

Der Clou daran: Kerbal Space Program legt großen Wert darauf, die physikalischen Gegebenheiten korrekt zu simulieren. Das Sonnensystem Kerbol ist an unser eigenes angelehnt. Vor allem der Heimatplanet Kerbin entspricht im Großen und Ganzen seinem realen, irdischen Vorbild. Das bedeutet, dass ihr nicht einfach nur eine Kommandoeinheit auf ein paar Booster schnallen könnt und los geht's. Ihr müsst stattdessen verschiedene Gegebenheiten beachten. Wer beispielsweise nicht auf die Symmetrie seiner Raumfähre achtet, baut sich einen raketenbetriebenen Brummkreisel. Und wer die Raketengrundgleichung ignoriert und zu schwer für seinen verbauten Antrieb ist, hebt erst gar nicht ab.

Houston, wir haben ein Entwicklerproblem

Seid ihr bis hierhin noch nicht gedanklich in den Feierabend ausgestiegen und könnt gleichzeitig kein Physikstudium vorweisen: Herzlichen Glückwunsch, für euch könnte Kerbal Space Program etwas sein. Das Spiel ist zwar in den ersten Spielstunden staubtrocken und unverzeihlich, aber mindestens genauso belohnend. Wenn nach unzähligen Fehlversuchen die selbst gebaute Raumfähre das erste Mal vernünftig abhebt und man die Atmosphäre des Heimatplaneten verlässt, ist das ein grandioser Moment und die Mission Control im Kopf liegt sich jubelnd in den Armen.

Kerbal Space Program 2: Für wen lohnt sich der Early Access? (2) Quelle: Private Division Kerbal Space Program 2: Für wen lohnt sich der Early Access? (2) Der Weg dahin ist steinig. Kerbal Space Program ist so zugänglich wie eine Steuererklärung und gerade hier will man nun mit einem zweiten Teil ansetzen. Bevor der jetzt überhaupt den Sprung in den Early Access geschafft hat, liegt aber auch ein regelrechter Entwicklungs-Krimi hinter ihm. Nachdem Teil 1 sich zum Überraschungserfolg aufgeschwungen hatte, kaufte Take Two die Lizenzrechte vom Entwicklerstudio Squad auf, um bei Vertrieb und Marketing zu helfen.

Natürlich wollte man auch einen Nachfolger entwickeln, für den man das Studio Star Theory anheuerte. Squad sollte den ersten Teil weiter verfeinern. Um die größtmögliche Kontrolle zu haben, versuchte Take Two das Studio aufzukaufen, was man aber ablehnte. Anstatt sich damit abzufinden, entzog man dem Entwickler daraufhin das Projekt, gründete intern ein neues Team, warb dreist Mitarbeiter des abgesägten Studios ab und führte dann die Entwicklung von Kerbal Space Program 2 selbst weiter. Star Theory musste nach der ganzen Geschichte seine Pforten schließen.

  1. Seite 1 Für wen lohnt sich der Early Access
  2. Seite 2 Ein enormer Atmosphärebonus
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  4. Seite 4 Die Bedienung & die Technik
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