Jusant im Test: Klasse Klettertour mit Herz, Höhen und Tiefen
Test
Der Berg ruft! Im neuen Spiel der Life-is-Strange-Erfinder Don't Nod, Jusant, geht es auf eine einsame Klettertour. Ob der Bergausflug zum Gipfelstürmer wird oder abrutscht, erfahrt ihr in unserem Test
Wenn man den Studionamen Don't Nod hört, dann denkt man vermutlich schnell an seine berühmteste Spieleserie. Schließlich war es das Team, das 2015 Life is Strange aus der Taufe gehoben hat. Doch steckt hinter dem Studio noch sehr viel mehr als nur Talent zum Mystery-Teenie-Drama. Nachdem man mit Captain Spirit, Tell me Why und dem zweiten Life is Strange lange eine ähnliche Richtung gefahren war, versuchte man sich in den vergangenen Jahren stärker von dieser Formel zu emanzipieren. Koira etwa ist ein 2D-Adventure, in dem man ein Kind und seinen Welpen steuert, Harmony ist eine reine Visual Novel und mit Banishers arbeitet man an einem Geisterjäger-Action-Adventure. Ebenfalls aus der Wundertüte Dontnod kommt jetzt Jusant daher, ein Adventure, in dem das Bergsteigen im Vordergrund steht. Wir haben uns die Kletterausrüstung umgeworfen und uns auf eine spannende und emotionale Bergtour begeben.
Jusant
Bevor das Spiel beginnt, erklärt Jusant (jetzt kaufen 39,90 € ) seinen Namen. Der Begriff ist das französische Wort für Ebbe und die Auswirkungen dieser Ebbe sehen wir bereits in den ersten Szenen des Spiels. Wir befinden uns offenbar auf einem staubtrockenen Meeresboden. Überall liegen Schiffe und Boote auf dem Trockenen.
Vor uns erhebt sich jedoch ein gigantischer Felsen. Es ist klar: Dort geht es hoch. Warum unsere Spielfigur das macht, wird nicht erklärt. Jusant kommt komplett ohne gesprochene Worte aus.
Die Welt von Jusant wirkt auf der einen Seite sehr vertraut. Boote, Fässer, Seile und Ausrüstung könnten so auch direkt aus unserer Welt stammen. Gleichzeitig wird es aber surreal, denn recht bald finden wir heraus, dass sich das gesamte Leben der Menschen um den angesprochenen Felsen dreht ... oder gedreht hat.
Überall finden wir Häuschen oder ganze Siedlungen, die in den Felsen gehauen sind. Doch sind sie alle komplett verlassen. Nirgendwo findet sich eine weitere Menschenseele.
Stummes Schicksal
Zwar spricht niemand im Spiel ein Sterbenswörtchen, doch finden wir in den verlassenen Ortschaften immer wieder Briefe, die Geschichten und Unterhaltungen der ehemaligen Bewohner erzählen. Daraus lässt sich recht bald die Tragödie der Welt von Jusant erschließen. Der Felsen war einst sehr belebt und die Menschen haben sich an ihr Leben am Felsen mitten im Meer gewöhnt.
Quelle: PCGH
Doch irgendwann ging das Meer immer weiter zurück, bis die stärker werdende Ebbe das Wasser schließlich komplett verschwinden ließ.
Auch der Regen stoppte und damit war ein Leben am Felsen nicht mehr möglich. Die Wasserspeicher leerten sich immer stärker und die meisten Bewohner verließen ihr Zuhause und zogen dem Wasser hinterher.
Doch nicht alle ehemaligen Einwohner des Felsens wollten sich der Abwärtsbewegung anschließen und es ergab sich eine Gegenbewegung. Neben den erwähnten Briefen der Anwohner finden wir auch immer wieder Tagebucheinträge einer gewissen Bianca.
Bildergalerie
Sie hat sich mit einer Gruppe von Abenteurern aufgemacht, den Felsen bis ganz nach oben zu klettern, da sie das Geheimnis des fehlenden Wassers dort vermuten. Wie lang das her ist, lässt sich nicht sagen, doch hat unsere Spielfigur den gleichen Ansporn. Wir wollen da hoch! Die Hauptmechanik von Jusant dreht sich also um das Klettern.
