Jusant im Test: Klasse Klettertour mit Herz, Höhen und Tiefen

Test Carlo Siebenhüner
Jusant im Test: Klasse Klettertour mit Herz, Höhen und Tiefen
Quelle: PCGH

Der Berg ruft! Im neuen Spiel der Life-is-Strange-Erfinder Don't Nod, Jusant, geht es auf eine einsame Klettertour. Ob der Bergausflug zum Gipfelstürmer wird oder abrutscht, erfahrt ihr in unserem Test

Recht früh im Spiel finden wir in Jusant auch größere Bauten, mit denen wir interagieren können. Dort stellt sich dann auch heraus, dass wir doch nicht ganz so allein sind. Denn wir klettern in Begleitung eines kleinen, blauen Wesens, dass es sich auf unserem Rücken gemütlich gemacht hat. Der kleine Fratz scheint unser Freund zu sein und praktischerweise hat er sogar ein paar magische Tricks drauf. Erstens kann er uns eine grobe Richtung vorgeben, in die wir weiter müssen, falls wir doch mal stecken bleiben. Außerdem kann er einen magischen Impuls aussenden, der um uns herum Gras und Blumen wachsen lässt und so die Welt ein wenig belebt.

Leben in der Einöde

Dieser Impuls wird dann auch bei den erwähnten Bauten wichtig, denn mit der Hilfe unseres kleinen Freundes starten wir diese offenbar ebenfalls leicht magischen Gerätschaften. Viel mehr wollen wir dazu aber nicht mehr verraten, außer, dass es noch mehr dieser Anlagen gibt. Unser kleiner Kumpel hilft uns mit seinem Impuls auch beim Klettern.

Auf Knopfdruck wachsen so etwa Ranken, an denen wir ebenfalls entlang klettern können. Um dem Kraxeln noch etwas mehr Abwechslung zu verleihen, gibt es auch bewegliche Vorsprünge und andere Auflockerungen.

Der Hauptcharakter und sein kleiner Kumpel Quelle: PCGH Insgesamt hätten wir uns jedoch noch ein paar mehr Abwandelungen gewünscht, die das Klettersystem frisch halten. Zwar sind die Bergtouren unterhaltsam, doch auf Dauer wiederholen sie sich dann doch.

Da die Kletterabschnitte gegen Ende auch länger werden und uns mehr abverlangen, können sie etwas langwierig werden. Das Gefühl, einen Abschnitt geschafft zu haben und sich über die rettende Kante zu ziehen, ist aber immer wieder sehr befriedigend.

Technisch setzt Jusant auf einen Cell-Shading-Look, der schlicht ausfällt. Doch ist das eine gewollte Entscheidung der Entwickler, denn es geht weniger um die grafische Qualität als um den verwendeten Stil, und der sitzt.

Die Welt von Jusant ist von vorn bis hinten sehr stimmig und dadurch zeitlos. Außerdem wird das Gefühl der Einsamkeit durch den Stil und die Inszenierung noch verstärkt.

Eine der antiken Gerätschaften Quelle: PCGH

Melancholische Melancholie

Von Zeit zu Zeit finden wir etwa immer wieder Muscheln, an denen wir lauschen können. In ihnen hören wir die Umgebungsgeräusche der Ortschaften zu Zeiten, als sie noch belebt waren.

Unterlegt wird das mit Kameraeinstellungen der verlassenen Umgebungen. Diese Momente sorgen immer wieder für viel Melancholie, während wir einsam in den einst pulsierenden Orten umherstreifen. Gerade mit Blick auf die melancholische Stimmung haben wir beim Spielen immer wieder Parallelen zum einstigen Playstation-Exclusive Journey wahrgenommen.

Leider schafft Jusant den qualitativen Vergleich zum großen Vorbild dann aber doch nicht ganz. Gerade gegen Ende wirkt die Geschichte etwas gehetzt und es fühlt sich so an, als hätten die Macher hier noch mehr gewollt, aber nicht mehr umsetzen können.

Wir benötigten etwa sechs bis sieben Stunden, um das Ende zu erreichen. Trotz der kleinen Makel hat uns die Story von Jusant berührt und wir mussten die eine oder andere Träne verdrücken.

Wertung zu Jusant (XSX)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Schicke Bergtour, die sich mit einem klasse Klettersystem und viel Melancholie perfekt für die kalten Herbsttage anbietet.

Schlussendlich zeigt das Team von Don't Nod nämlich auch, dass es sich zwar von der Formel eines Life is Strange & Co. distanzieren will, sich aber dennoch in einem seinem Kernelemente treu bleibt: dem Erzählen von Geschichten, die einem nahegehen und in Erinnerung bleiben. Dafür verzeiht man dem Spiel auch mal die ein oder andere Schwäche.

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