Jusant im Test: Klasse Klettertour mit Herz, Höhen und Tiefen
Test
Der Berg ruft! Im neuen Spiel der Life-is-Strange-Erfinder Don't Nod, Jusant, geht es auf eine einsame Klettertour. Ob der Bergausflug zum Gipfelstürmer wird oder abrutscht, erfahrt ihr in unserem Test
Es geht also aufwärts in Jusant! Im neuen Spiel der Life-is-Strange-Macher von Dontnod geht es auf eine melancholische Bergtour. Wir wollen auf den gigantischen Felsen in einem ausgetrockneten Meer klettern. Dafür wurde das Gameplay rund um die Kletterei gestaltet und die spielt sich tatsächlich auch ungemein spannend. In Jusant können wir nicht überall hochklettern, sondern nur an ausgewählten Bereichen, die genügend Vorsprünge zum Entlanghangeln besitzen.
Messner wäre stolz
Wollen wir eine Kletterpartie starten, haken wir uns zuerst mit unserem Sicherungsseil in einen der Sicherheitskarabiner ein, die eigentlich immer an den Hauptrouten des Spiels zu finden sind. Wollen wir abseits der Wege erkunden, können wir unser Safety Net aber auch schlicht in die nächstbeste Wand hämmern. Viel Spielraum zum Erkunden lässt das Spiel einem jedoch nicht. Um den Berg zu erklimmen, hangeln wir uns im wahrsten Sinne des Wortes mit unserem Controller an den Vorsprüngen entlang, denn Jusant lässt uns unsere Hände direkt steuern.
Drücken wir den rechten Trigger, hält sich unsere Spielfigur mit der rechten Hand fest, drücken wir den linken, packt die linke Hand zu.
Quelle: PCGH
Lassen wir einen Trigger los, öffnet sich die Hand und wir können mit dem linken Analogstick die Richtung vorgeben, in die wir uns bewegen wollen. Ist dort ein passender Vorsprung, streckt die Spielfigur die Hand aus. Greifen wir dann mit dem Trigger wieder zu, schnappen wir uns den entsprechenden Vorsprung.
So hangeln wir uns langsam, aber sicher vorwärts. Immer eine Hand nach der anderen. Es ist dabei wirklich faszinierend, wie gut das System dabei funktioniert und das Gefühl des Bergsteigens und des Hocharbeitens vermittelt.
Wir klammern uns regelrecht an unseren Controller, genauso, wie sich unsere Spielfigur an den Felsen klammert. Lassen wir los, stürzen wir in die Tiefe. Um dieses Gefühl noch zu verstärken, stehen uns sogar Sprünge zur Verfügung.
So überbrücken wir eine kurze Strecke ohne Möglichkeit zum Festhalten. Wenn unsere stumme Heldin hier ihr Gewicht verlagert, abspringt und wir im richtigen Moment wieder die Trigger greifen müssen, um uns festzuhalten, dann fühlen wir uns wirklich wie ein Klettermeister.
Am Sicherungsbolzen
Am Ende besteht die Herausforderung in Jusant einzig und allein aus dem Klettern, doch ist diese Challenge nie unfair. Im späteren Spielverlauf hätten wir uns sogar noch etwas mehr Aufgaben gewünscht. Ganz unbelebt ist der Felsen nicht, es laufen überall kleinere Tiere umher. Gegner gibt es allerdings keine.
Sollten wir doch mal abstürzen, ist das auch kein Game Over. Unser Sicherungsseil schützt uns zuverlässig vor dem endgültigen Absturz und bis auf ein angestrengtes "Uff" passiert nichts mit unserer Spielfigur, selbst, wenn wir aus größten Höhen abstürzen.
Das Spiel bestraft uns nach einem Absturz ausschließlich damit, dass wir noch mal hochklettern müssen. Erklimmen wir lange Strecken ohne Flächen zum Ausruhen, können wir außerdem noch drei Sicherheitsbolzen in die Wände hauen, damit ein Absturz nicht ganz so schmerzhaft wird.
Zudem können wir uns so auch mitten an der Wand oder an einem Abgrund mit dem Seil schwingen. Neben der Route müssen wir außerdem auf unsere Ausdauer achten. Geht der Balken zur Neige, können wir aber kurz an der Steilwand rasten und bekommen etwas Ausdauer zurück. Je länger wir kraxeln, desto mehr schmilzt unser Ausdauerbalken zusammen. Wirklich gefährlich wurde uns das aber nie.
