It Came from the Desert: Thomas’ liebster Klassiker in der Retro-Kolumne
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In der Retro-Kolumne stellen wir euch unsere liebsten Spiele-Klassiker vor. Thomas stand schon immer auf "Film-Spiele". Einer der ersten richtig guten Vertreter war eine B-Movie-Hommage von Cinemaware - It Came from the Desert
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In meiner Amiga-Phase Ende der 1980er gehörte Cinemaware zu meinen Lieblings-Publishern. Ich liebte deren Sportspiel-Reihe (TV Sports: Basketball/Baseball/Boxing/Football/Hockey), die schon weit vor EA Sports eine TV-mäßige Präsentation mit Moderatoren und Interviews auf den Bildschirm brachte. Auch an meiner Entwicklung zum "Grafik-Fetischisten" war Cinemaware maßgeblich beteiligt, Titel wie Defender of the Crown gehörten zur technischen Speerspitze auf dem Amiga. It Came from the Desert sah für damalige Verhältnisse ebenfalls toll aus und kam im Stile eines B-Movies der 50er Jahre daher. Wer mit Filmen wie Arac Attack: Angriff der achtbeinigen Monster oder Sharknado etwas anfangen kann, der ist bei dem Action-Adventure goldrichtig.
Angriff der Riesenameisen
Darum geht's: Im Jahre 1951 kommt der Spieler in der Rolle des Geologen Dr. Greg Bradley in das kalifornische Städtchen Lizard Breath. In der nahen Wüste soll kürzlich ein Meteor eingeschlagen sein. Bradley stößt rasch auf die grauenvollen Auswirkungen: Die radioaktive Strahlung des Meteors ließ die dort lebenden Ameisen zu meterhohen Monstern anwachsen. Doch kaum jemand will Bradley glauben, der nun unter Zeitdruck versuchen muss, zu verhindern, dass die Welt von Riesenameisen unterjocht wird. In den 15 Ingame-Tagen besucht der Spieler eine Vielzahl von Locations, den örtlichen Pub, eine Farm, ein Flugfeld, eine Radiostation und viele mehr. Nur wenn der Spieler alle verfügbaren Ressourcen - von einfachen Arbeitern bis zu Panzern und Kampfjets der Nationalgarde - nutzt, wird er die Katastrophe aufhalten können.
Quelle: Cinemaware
Als wären Riesenameisen nicht schon anstrengend genug, muss sich Dr. Bradley auch mit Banditen auseinandersetzen. (Amiga)
It Came from the Desert war für die damalige Zeit außergewöhnlich. Mir gefiel die filmmäßige Aufmachung, die spielerische Freiheit sowie die große Vielfalt. Man besucht die zahlreichen Locations, führt interaktive Gespräche mit Anwohnern und bestreitete Minigames, die viel Abwechslung ins Spiel bringen. Es gibt Fahr- und Ballersequenzen aus der Ego-Perspektive, man muss ein Feuer löschen, ein Messerduell überstehen und vieles mehr. Auch dass es mehrere Enden gibt, war damals revolutionär. Dabei gehörte es zum Konzept, dass man das erste Durchspielen, das ein bis zwei Stunden dauerte, sehr wahrscheinlich nicht erfolgreich abschließt. Stattdessen muss man aus den vorherigen Durchläufen lernen und seinen Pfad optimieren, um die Riesenameisen zu stoppen. Wird man nämlich von den Insekten erwischt, dann vergeht viel der wichtigen Spielzeit für euren Krankenhausaufenthalt. Auch war es beispielsweise erst ab dem zehnten Ingame-Tag möglich, die Behörden davon zu überzeugen, den Notstand auszurufen.
Die non-lineare Geschichte rund um die Ameisen-Invasion, die geheimisvolle Neptun-Gesellschaft, einen mysteriösen Mordfall sowie eine romantische Verschwörung wird mir immer in Erinnerung bleiben. Seit ich denken kann, bin ich nicht nur Spiele-, sondern auch Filmfan. Ende der 1980er gab es praktisch keine Games, die Film und Spiel auf akzeptable Weise vermengten. Doch dann kam It Came from the Desert ...
Nachfolger und Remakes
1990 erschien die Erweiterung Antheads: It Came from the Desert 2, die fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils handelte. Hier spielt man den Armee-Offizier Brick, der eine Aktivierungseinheit für eine Atombombe gestohlen hat, weil sein kleiner Bruder zu den Personen gehört, an
Quelle: Cinemaware
Werdet ihr verletzt, landet ihr im Krankenhaus – und verliert wertvolle Zeit. (Amiga)
denen bei Atombombentests die Auswirkungen der Strahlung gemessen werden soll. Brick muss Notizen von Dr. Bradley finden, die beweisen, dass Strahlung tödlich ist, und der Stadt dabei helfen, eine neue Ameisenarmee zu bekämpfen.
1991 veröffentlichte Cinemaware It Came from the Desert für die vor allem in Japan populäre Turbo-Grafx-CD-Konsole. Das Spiel enthielt Zwischensequenzen mit echten Schauspielern sowie zusätzliche Actionszenen. Auch der Protagonist wurde getauscht. Aus dem flippigen Wissenschaftler Dr. Bradley wurde ein Punker im Teenager-Alter namens Buzz Lincoln, der aus mysteriösen Gründen gegen die Gedankenkontrolle der Ameisenkönigin immun ist. Kurios: Cinemaware arbeitete auch an einem Extended Cut mit neuen Zwischensequenzen, weiteren Enden und einem frischen Intro für das Sega Mega Drive. Dieser wurde aber nie veröffentlicht, bis man sich zum 25-jährigen Jubiläum des Spiels mit Entwickler WaterMelon zusammentat, tatsächlich die Umsetzung abschloss und das Spiel als letztes bis dato erschienenes Mega-Drive-Modul veröffentlichte. Schade, dass ich mein Mega Drive damals verkauft habe ...
