Islets im Test: Metroidvania mit Mäusen- Seite 2

Test Lukas Egner Michael Grünwald
Islets im Test: Metroidvania mit Mäusen- Seite 2
Quelle: Armor Games Studios

Als kleine Maus kämpft, rätselt und springt ihr in Islets von einer Insel zur nächsten. Das Ein-Mann-Projekt kann im Test durch ein fast perfektes Movement, einen unglaublich süßen Comicstil und durchdachte, spaßige Bossgegner überzeugen. Wem wir das Spiel ans Herz legen können und wer eher Abstand halten sollte, erfahrt ihr jetzt.

Probleme einfach mal zu verdrängen, kommt vielen aus ihrem eigenen Leben bestimmt auch bekannt vor. Das böse Erwachen, dass die farbenfrohe und einladende Welt eben doch dunkle Geheimnisse und so manche fiese Figur beheimatet, kommt spätestens mit dem ersten Bosskampf.

Von Riesenmöhren und Knochengolems

Haben wir Bosskampf gesagt? Genau das ist das Stichwort! Denn ein weiteres Highlight von Islets, auch wieder typisch für das Genre, sind die Bosskämpfe gegen insgesamt mindestens 16 Gegner. Die sind zwar schwer, aber im Vergleich zu anderen Metroidvanias, gerade denen der alten Schule, noch recht einfach zu meistern. Nach jedem Scheitern lernt ihr mehr und mehr der Kampfmuster des Bosses, bis ihr sie nach wenigen Versuchen fast im Schlaf beherrscht und dem fiesen Unding den Garaus macht. Lobend sollte man hier auch erwähnen, dass die Speicherpunkte sehr komfortabel immer direkt vor der Boss-Arena platziert sind und ihr somit auf lange Laufwege nach dem Ableben verzichten könnt. Zu den Bossen selbst können wir ebenfalls kaum schlechte Worte verlieren. Wie gesagt, sie sind erfrischend abwechslungsreich, haben je nach Thema der Insel und Stimmung verschiedene Angriffsmuster und wirken nie unfair. Auch das Trefferfeedback ist sehr gut. Allerdings merkt man dem Spiel schon an, dass da eben nur ein Entwickler dran saß.

Wir fanden das aber überhaupt nicht schlimm. Zwar sind die Animationen recht einfach gehalten und auch die Beleuchtung sowohl in den Levels als auch in den Boss-Arenen könnte besser sein. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Viel wichtiger ist bei solchen Sachen eigentlich, dass der gewählte Stil durchgängig und einheitlich ist. Und beim Spielen merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass sich der Entwickler nicht nur mit Metroidvania-Leveldesign und Bossen auskennt, sondern Islets auch mit viel Liebe erstellt wurde. Und das ist doch wichtiger als irgendwelche Hochglanz-Grafiken, oder? Wenn euch nicht gerade eine Riesenmöhre den Garaus machen will, dann erledigt das mit Sicherheit einer der vielen anderen Bossgegner. Quelle: Steam Wenn euch nicht gerade eine Riesenmöhre den Garaus machen will, dann erledigt das mit Sicherheit einer der vielen anderen Bossgegner.

Lauter Lustige Leute (oder Mäuse)

Der fiese Tour-Frosch tut so hilfreich, will uns aber eigentlich nur einer der Bestien ausliefern. Charaktere wie ihn könnt ihr in Islets zahlreich antreffen. Quelle: PC Games Der fiese Tour-Frosch tut so hilfreich, will uns aber eigentlich nur einer der Bestien ausliefern. Charaktere wie ihn könnt ihr in Islets zahlreich antreffen. Im Laufe eines Spieldurchgangs trefft ihr auf zahlreiche Charaktere, die zum einen abwechslungsreiche Designs haben und zum anderen alle einzigartige Eigenschaften aufweisen, die sie erinnerungswürdig machen.

So sind wir beispielsweise einmal auf den sogenannten Tour-Frosch getroffen, der uns zunächst extrem sympathisch vorgekommen ist. In einer heruntergekommenen und von Monstern besiedelten Welt ist es doch hilfreich, jemanden zu haben, der einen durch die gefährlichen Levels führt.

Nur stellt sich besagter Tour-Frosch später als ganz fieser Trickbetrüger und sogar lebensgefährlicher Mistkerl heraus, als er uns einem ekelerregenden Monster in den Tiefen der Katakomben, durch die er uns gerade noch geführt hat, ausliefert. Hätten wir eigentlich ahnen können. Aber die Welt ist doch so einladend und die Charaktere so liebenswürdig.

Bis wir eben auf den Tour-Frosch treffen. Und danach wird es nicht besser. Ein piepsiger, kleiner Fellknäuel ist Handlanger der drei Riesenbestien höchstpersönlich und macht uns den Weg zu ihnen besonders schwer. Eine andere Figur erzählt uns noch von ihrem wunderschönen Blumengarten, bis wir am Ende gegen eben diesen kämpfen dürfen, als sich die vermeintlichen Blumen als hochgezüchtete Fleischfresser entpuppen.

Und schnell wird klar: Hier will uns fast alles töten. Jeder noch so freundlich wirkende Charakter und jede noch so süße Blume sind theoretisch gefährlich. Wie im echten Leben auch wird offenbart, dass man eben doch nichts geschenkt bekommt und Charaktere oft aus niederen, egoistischen Motiven heraus handeln.

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