Islets im Test: Metroidvania mit Mäusen
Test
Als kleine Maus kämpft, rätselt und springt ihr in Islets von einer Insel zur nächsten. Das Ein-Mann-Projekt kann im Test durch ein fast perfektes Movement, einen unglaublich süßen Comicstil und durchdachte, spaßige Bossgegner überzeugen. Wem wir das Spiel ans Herz legen können und wer eher Abstand halten sollte, erfahrt ihr jetzt.
Metroidvanias sind wieder voll im Trend, oder? Naja, zumindest der Indie-Bereich hat in den letzten Jahren mehr als genug Vertreter des Genres hervorgebracht. Und solche Perlen wie Ori and the Will of the Wisps oder Hollow Knight will man nicht missen. Sogar Nintendo hauchte dem Genre mit seinem Namensgeber Metroid: Dread wieder neues Leben ein. Mit Islets versucht jetzt ausgerechnet ein einzelner Entwickler, den großen Genre-Primen Konkurrenz zu machen. Und das klappt überraschend gut. Zwar merkt man Islets an, dass hinter dem liebevollen Metroidvania kein Millionen-Budget steckt. Aber der Stil, das Gameplay, der Soundtrack und die Bosskämpfe machen das schnell vergessen.
Iko, der Mauswanderer
Im Spiel verkörpert ihr Iko, eine winzige Maus bewaffnet mit einem noch kleineren Schwert. Die vier Inseln von Luftstadt sind auseinandergetrieben und haben eine fünfte offenbart, die Ascheinsel. Wegen ihrer langen Abgelegenheit konnten sich darauf riesige Monster entwickeln, die es nun irgendwie auch auf die übrigen Inseln geschafft haben. Als hoffnungsvolle, vielleicht aber auch etwas naive Maus seid ihr aufgebrochen, die fünf Inseln wieder zu vereinen. Dabei erwartet euch eine süße, kleine Geschichte, die wunderbar als Grundgerüst für das Setting und die Spielwelt funktioniert.
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Quelle: PC Games
Aufgebrochen, um eine zersplitterte Welt wieder zusammenzuführen: Iko, der Mauswanderer, wie wir ihn gerne nennen.
Das Highlight des Spiels ist aber der wunderbar flüssige Gameplay-Mix aus Hüpfen, Kämpfen, Rollen, Klettern, Schießen und Fliegen. In jeder dieser Disziplinen fühlt sich Islets intuitiv und vor allem genau an, was für ein Metroidvania auf jeden Fall wichtig ist.
Genau wie in Hollow Knight ist auch hier die Steuerung mit Gamepad sehr präzise und Bosskämpfe, aber auch die Hatz durch die verschiedenen Levels und das Fliegen durch Luftstadt fühlen sich dadurch unglaublich befriedigend an.
Was in solch einem Test auch explizit erwähnt werden sollte: Das Spiel - und das ist erstaunlich - stammt nicht etwa von einem großen Team von Entwicklern und Designern, sondern genau von einer Person, Kyle Thompson. Genauer gesagt von zwei Personen, wenn man seinen Bruder als Komponist noch dazuzählt. Und trotzdem schafft es dieser eine Entwickler, ein so tolles Spielgefühl zu erzeugen.
Lasst euch von der entspannten Atmosphäre nicht täuschen!
Anders als in Hollow Knight ist die Stimmung in Islets nicht melancholisch und düster, sondern hoffnungsfroh und antreibend. Der Soundtrack des Spiels wirkt auf den ersten Blick voller froher Melodien. Und auch die Welt ist zum Start friedvoll und mit ganz wenigen, ganz leichten Gegnern gespickt. Mit jeder neuen Insel, die wir erkunden, wird das Setting aber absurder.
Zunächst werden wir in den Geisterhain geschickt, den schaurig-schöne Gespenster-Skelette bewohnen. Später machen wir noch einen Ausflug auf die Mülldeponie oder wagen uns in die Untiefen der Ascheinsel. Für Abwechslung ist also gesorgt. Und mit jeder Insel wird das Setting kreativer, skurriler und vor allem eines: realistischer.
Was meinen wir damit? Nun, wenn ihr in die Welt von Islets entlassen werdet, strömen euch zunächst Harmonie und Konvergenz entgegen, vereinnahmen euch fast. Klar, im Hinterkopf bleibt immer das tragische Schicksal der Inseln, die irgendwie durch Monster voneinander getrennt wurden. Aber das kann man, während man durch Levels voll grüner Haine und eindringlicher Natur streift, gerne mal vergessen.
