I Was a Teenage Exocolonist im Interview - Seite 2

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I Was a Teenage Exocolonist im Interview - Seite 2
Quelle: Northway Games

Lindsay Ishihiro, Artist bei I was a Teenage Exocolonist, erzählt, wie wichtig Repräsentation in Games ist und was gute queere Repräsentation ausmacht.

PC Games: Mir wurde gesagt, euer Titel wolle heteronormatives Storytelling herausfordern. Wie genau sieht die derzeitige Lage für queere Charaktere in der Videospielwelt denn aus?

Ich glaube nicht, dass unser Spiel irgendetwas herausfordern möchte, das ist einfach ganz natürlich passiert. Wir haben das Glück, ein Spiel zu einer fantastischen Zeit zu entwickeln, in der wesentlich mehr queere Individuen Spiele entwickeln, im Gegensatz zu vor zehn bis 15 Jahren, als es für queere Personen sehr schwer war, in der Branche zu arbeiten. Als es queere Charaktere zu dieser Zeit gab, wurden diese nicht aus der Wirklichkeit geholt, sie waren nicht ehrlich.

Ich glaube, dass wir viel Glück hatten, I Was a Teenage Exocolonist zu einer Zeit entwickeln zu können, in der Leute bereit für Spiele mit queeren Charakteren und queeren Beziehungen sind. Ich empfinde es als großes Glück, das tun zu können. Was wir im Moment sehen, ist ein Anstieg an Spielen mit queeren Charakteren und Beziehungen. Wir haben festgestellt, dass es ein Publikum für diese Art Spiele gibt, und es hungrig nach mehr ist. Es ist sehr schön, ein Teil dieser Bewegung zu sein.

PC Games: Hattet ihr in eurer Kindheit das Gefühl, es gäbe insgesamt zu wenig Repräsentation?

Es gab schon immer queere Charaktere in Spielen, aber es war sehr schwer, an diese ranzukommen. Spiele mit queeren Charakteren, die verfügbar waren, hatten beispielsweise Altersbeschränkungen. Es gab eine Menge Subtext für homosexuelle und queere Figuren in Spielen, aber fast nichts wurde je bestätigt, und wenn es bestätigt wurde, war es sehr stereotypisch.

Es war keine gute Repräsentation, es hat sich nicht gut angefühlt. Es waren Figuren, die einen großen Story-Arc hattenu nd dann gestorben sind. Oder sie waren homosexuell und der Bösewicht. Es gab nicht genug queere Repräsentation, und wenn es welche gab, war es keine gute.

Es war nicht die Art Repräsentation, die sich jemand, der tatsächlich queer ist, ansehen und sagen würde: 'Ja, das ist cool, ich sehe mich gerne in dieser Rolle in diesem Spiel'. Ich hoffe, genau diese Personen, in einer anderen Generation, können Exocolonist spielen, und sich darüber freuen, sich in dem Spiel wiederzufinden.

PC Games: Wie wichtig ist mehr Repräsentation?

Ich glaube, Repräsentation ist zweiseitig. Es gibt zwei gute Sachen, die derzeit passieren, da mehr queere Personen queere Inhalte kreieren. Es gibt es queere Künstler, die Geschichten erzählen, egal, ob diese queer sind oder nicht. Queere Menschen bekommen Arbeit und werden nicht auf eine Blacklist gesetzt. Sie bekommen Arbeit und erzählen ihre Geschichten, ganz egal welche Geschichten das sind. Ich glaube, das ist sehr wichtig.

Gleichzeitig veröffentlichen wir auch queere Inhalte. Exocolonist hat unter anderem Trans-Charaktere. Dein eigener Charakter kann trans oder non-binary sein. Er kann in irgendeiner Beziehungsstruktur sein, die wir ins Spiel geschrieben haben. Wir haben also sowohl queere Personen, die irgendwelche Spiele machen als auch queere Spiele, die das breite Publikum spielen kann. Ich glaube, das ist sehr wichtig.

Queere Kinder können sich hierdurch zum einen in der Industrie sehen, zum anderen sehen sie sich auch in den Inhalten, die sie spielen können. Geschichtenerzählen ist so ein einzigartiges menschliches Verlangen, ein einzigartiger Antrieb. Wir müssen Geschichten erzählen, wir müssen Geschichten hören, nicht nur über uns, sondern auch über andere.

Repräsentation in Spielen ist also nicht nur wichtig für Leute, die selbst queer sind oder sich noch nicht darüber sicher sind, es ist auch wichtig für Personen, die sich nie selbst in Frage gestellt haben. Man muss mit Geschichten von Personen, die nicht wie man selbst sind, konfrontiert werden. Geschichten, die aufrichtig sind. Man kann Geschichten benutzen, um mehr über diese Personen zu lernen und eine Art Mauer zu zerstören, die man vielleicht im echten Leben hat.

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