Welche Monitore für Gamer am besten geeignet sind, erfahrt ihr in unserem Hardware-Special. Wir erklären wichtige Begriffe rund um die Technik von Monitoren und geben auch Kauftipps im Preisbereich von 150 bis 300 Euro.
Reaktionszeit und Input-Lag
Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell ein Pixel seine Farbe wechseln kann. Vor allem für schnelle Bewegungen auf dem Bildschirm müssen Pixel ihre Farbe sehr schnell ändern können – ansonsten wirkt das Bild schwammig, im Extremfall scheint es sogar "Geisterbilder" zu geben oder die Grafik zieht Schlieren hinter sich her. Vorsicht gilt dabei bei den Werten, die Hersteller für die Reaktionszeit angeben: hier werden oft Werte für den absoluten Optimalfall genannt, die in der Praxis aber so gut wie nie vorkommen. Eine Art "Durchschnittswert" findet man in der Regel nicht. Aber wir können beruhigen: die Reaktionszeit war vor einigen Jahren noch ein großes Problem, so dass genaue Messwerte zum Beispiel aus aufwendigen Tests wichtig waren. Heutzutage sind aber im Grunde genommen alle modernen Monitore bei ihrer Reaktionszeit schnell genug, um einen ungetrübten Spielspaß zu gewährleisten – zumindest wenn ihr ein Modell mit dem weit verbreiteten TN-Panel nehmt (mehr dazu später).
Bei einer Herstellerangabe von bis etwa 6ms (Millisekunden) macht ihr definitiv nichts falsch. Nicht verwechseln sollte man die Reaktionszeit mit dem Input-Lag. Letzterer beschreibt, ob es zwischen dem Zeitpunkt, zu dem das Bild der Grafikkarte beim Monitor ankommt, und dem Zeitpunkt, zu dem das Bild auf dem Monitor erscheint, unabhängig von der Reaktionszeit der Pixel eine weitere Verzögerung hinzukommt Eine solche Verzögerung gibt es oft bei LCD-TVs, wenn dort "Bildverbesserungs"-Features aktiv sind. Ein solches Lag bemerkt man im Extremfall dadurch, dass man zum Beispiel die Maus bewegt und der Mauszeiger auf dem Bildschirm erst deutlich später reagiert. Bei PC-Monitoren spielen Input-Lags allerdings in aller Regel keinerlei Rolle.
Hertz (Bildwiederholfrequenz)
Die überragende Mehrheit an Monitoren arbeitet mit 60 Hertz Bildwiederholfrequenz. Dies sagt aus, dass pro Sekunde 60 verschiedene Bilder dargestellt werden können. Schafft euere Grafikkarte bei einem Spiel also mehr als 60 Bilder pro Sekunde, dann werdet ihr einige der berechneten Bilder gar nicht zu Gesicht bekommen. Schafft die Grafikkarte wiederum weniger als 60 Bilder pro Sekunde, bleiben einige der Bilder einfach länger auf dem Bildschirm. Bei Röhrenmonitoren stellt ein Monitor mit 60 Hertz wirklich 60 komplett
Quelle: Archiv
NEC EA243WM
neue Bilder pro Sekunde dar, wobei zwischen den angezeigten Bildern der Bildschirm kurz leer ist. Auch wenn wenn sich am anzuzeigenden Bild gar nichts verändert, baut ein Röhrenmonitor das Bild bei 60 Hertz 60 mal neu auf. Daher kommt auch das Flimmern bei Röhrengeräten vor allem bei niederigeren Bildwiederholfrequenzen. LCD/LED-Monitore arbeiten aber anders: hier leuchten die Pixel einfach weiter, bis sie den Befehl für einen Farbwechsel bekommen. Kommt eine neue Bildinformation an, Wechseln die Pixel lediglich ihre Farbe, aber es findet kein neuer Bildaufbau von Grund auf statt. Daher flimmern LCD/LED-Monitore auch nicht. Bei 60 Hertz können eben 60 verschiedene Bilder dargestellt werden - ändert sich aber nichts am Bildsignal der Grafikkarte, dann leuchten die Pixel einfach unverändert weiter.
Einige User schwören auf Monitore mit 120 statt "nur" 60 Hertz. Vor allem für 3D kamen in letzter Zeit einige Modelle mit 120 Hertz auf den Markt. 3D benötigt pro Auge jeweils abwechselnd ein Bild, und wer ein Spiel nicht nur mit effektiv 30 Bildern pro Sekunde spielen will, was im Gegensatz zu einem Film in der Regel als "ruckelig" wahrgenommen wird, benötigt für die 3D-Variante von Nvidia Monitore mir zwei Mal 60, also 120 Hertz. Doch auch ohne 3D bieten 120 Hertz einen Vorteil: das Bild wird ruhiger, einige Gamer empfinden 120 Hertz als deutlich angenehmer, beinah schon unersetzlich zum Spielen. Es gibt aber auch etliche Leute, die keinen Unterschied bemerken oder denen zwar ein kleiner Unterschied auffällt, der aber den Aufpreis nicht wert ist. Denn 120-Hertz-Monitore sind teurer im Vergleich zu ansonsten ähnlich guten Modellen mit 60 Hertz.
