Hogwarts Legacy aus Muggelsicht: Macht das Spiel auch ohne Fan-Brille Spaß?
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Hogwarts Legacy verzückt weltweit die Fans von Harry Potter, schließlich war es für viele schon immer ein Traum, selbst in die berühmte Zauberschule zu kommen und dort Abenteuer zu erleben. Doch macht das Spiel auch Spaß, wenn man überhaupt keine Ahnung von Harry Potter hat? Unser Redakteur Chris hat das getestet und schreibt hier von seinen Muggel-Eindrücken zum Open-World-Action-RPG.
Schulbeginn
Durch die unterwegs bestandenen Abenteuer und das Zusammentreffen mit dem kleinen Spitzzahn-Racker kommt Fridolin zu spät zur Einführungszeremonie. Aber ein sprechender Hut, der ein wenig so aussieht wie etwas, das ich nach einem Dönerteller aus dem Rücken drücke, setzt sich auf Fridolins Kopf und will dessen Haus bestimmen. Er stellt mir zwei Fragen und möchte mich - warum auch immer - Gryffindor zuweisen. Und darum haben alle eine solche Aufregung gemacht? Glücklicherweise darf ich mir aber auch selbst ein Haus aussuchen, was ich dankend annehme.
Gryffindor klingt nach so Standard-Kram, also mal sehen, was es noch gibt. Nun ja, nicht viel. Ravenclaw klingt so gewollt cool, dass es mir direkt unsympathisch ist. Hufflepuff hingegen hört sich an wie ein dickes Pokémon, das nur langweilige Attacken hat und auf der Gamescom von Privatbesuchern gecosplayt wird, deren Berufswunsch "Influencer auf Insta" lautet. Würg. Ich entscheide mich also für Slytherin. Die scheinbar zusammenhanglos aneinandergereihten Buchstaben erinnern mich an meine Artikel, wenn sie kurz vor Feierabend fertig werden müssen. Außerdem ist eine Schlange im Wappen. Wenn ich Schlangen beschwören und auf Gegner hetzen könnte, wäre das schon witzig. Die anderen Schüler scheinen das auch so zu sehen, denn sie applaudieren mir.
Jetzt muss Fridolin ins Bettchen, um am nächsten Tag ausgeruht zu sein. Ich erkunde den Gemeinschaftsraum und lerne einige Schüler kennen, die sich aus irgendeinem Grund total darüber freuen, mit dem Neuen auf der Schule zu sprechen. Hier stellt sich mir die Frage, ob die Entwickler jemals selbst eine Schule besucht haben oder zumindest jemand aus dem Team mal neu auf einer Schule war. Immerhin sieht Hogwarts toll aus und glänzt mit allerlei Details. Die Figuren auf den Gemälden bewegen sich, Geister schwirren umher, andere Schüler versuchen sich an Zaubersprüchen. Erneut ergreift mich die Atmosphäre, die für Kenner der Vorlage noch um einiges genialer sein muss als für mich alte Miesmuschel.
