Hogwarts Legacy aus Muggelsicht: Macht das Spiel auch ohne Fan-Brille Spaß?
Special 53,99 €
Hogwarts Legacy verzückt weltweit die Fans von Harry Potter, schließlich war es für viele schon immer ein Traum, selbst in die berühmte Zauberschule zu kommen und dort Abenteuer zu erleben. Doch macht das Spiel auch Spaß, wenn man überhaupt keine Ahnung von Harry Potter hat? Unser Redakteur Chris hat das getestet und schreibt hier von seinen Muggel-Eindrücken zum Open-World-Action-RPG.
Das war es schon. Ich weiß also wirklich nichts, was mir in Hogwarts Legacy in irgendeiner Weise einen Memberberry-Moment bescheren könnte. Dementsprechend stehe ich direkt vor einem Problem, als ich meinen Charakter erstellen soll. Ich verspüre keinen Drang, eine Spielfigur nach meinem Ebenbild zu schaffen, weil ich nie davon geträumt habe, selbst nach Hogwarts zu kommen. Auf der anderen Seite stellt mir das Spiel aber auch nicht genügend Möglichkeiten zur Verfügung, um einen extravaganten Charakter zu erschaffen. Ich entscheide mich also für ein 08/15-Aussehen und nenne mein Magier-Männlein Fridolin McHex.
Das Spiel startet nun mit einer Zwischensequenz und alles sieht nett aus, während atmosphärische Musik in meine Ohren dringt. Ersteindruck: Hach, wirkt alles sympathisch. Dann öffnet mein Fridolin aber seinen Mund und spricht. Warum ist der so überzeichnet freundlich? Vielleicht spricht da meine Verbitterung als 35-jähriger Kotzbrocken aus mir, aber meine Güte, würde mir das auf den Zeiger gehen, mit so einem Typen zusammen in einer Klasse zu hocken. Wer sich so sehr freut, in die Schule zu gehen, ist mir suspekt. Und apropos suspekt: Dieser Professor Fig ist ebenfalls etwas seltsam. Nachdem unsere fliegende Kutsche abgestürzt ist, drängt der ältere Herr mich, einen Trank zu schlucken und fragt dann, wie gut ich mit meinem Zauberstab umgehen kann. Puh. Er könnte mich ja wenigstens erst mal zum Essen einladen.
Quelle: Warner Bros
Hogwarts Legacy aus Muggelsicht: Macht das Spiel auch ohne Fan-Brille Spaß? (3)
Der Rest dieses Abschnitts ist ein Tutorial. Ich darf mit meinem Zauberstab herumschießen, bin aber enttäuscht von den Standardattacken. Ich hatte mir vorgestellt, dass es richtig knallt, wenn man Magie benutzt. Stattdessen klingt es, als würde ein Kind eine Plastikpistole abfeuern und bei jedem Schuss "Pew, pew, pew" machen. Dafür entdecken Fridolin und Fig ein altes Geheimnis und hier holt mich die Atmosphäre von Hogwarts Legacy dann auch ab. Man muss die Vorlage nicht kennen, um zu bemerken, dass hinter dem Spiel viel Lore steckt, die mit Hingabe umgesetzt wurde. Ich kann mir in dem Moment vorstellen, dass echte Fans vor Freude im Dreieck springen.
Allerdings breche ich ein paar Minuten später in Lachen aus, als das Spiel mir den Bösewicht Ranrok vorstellt. Der Kobold ist winzig, grummelig und hat ganz spitze Zähnchen - wie putzig! Klar, er beherrscht dunkle Magie und so Zeug, aber er wirkt ungefähr so gefährlich wie ein Golden-Retriever-Welpe. Nachdem Fridolin und Fig diesen ganzen 50 cm Fiesling entkommen sind, geht es endlich zur Zauberschule.
