Grafikkarten: Aktueller Markt und Übersicht

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Aktueller Markt und Übersicht
Quelle: Screenshot Antonio Funes

Da es bei Grafikkarten seit Monaten einen Mangel und damit verbundene hohe Preise gibt, scheuen viele einen Neukauf. Doch die Spiele werden weiterhin immer fordernder, was die Hardware-Voraussetzungen angeht. Daher geben wir Tipps rund um das Grafiktuning von Spielen und erklären, was resizable BAR ist. Außerdem bieten wir eine aktuelle Übersicht des Grafikkartenmarktes.

Im Herbst 2020 ging es los - im negativen Sinne. Nvidia veröffentlichte ab dem Spätsommer 2020 nach und nach die RTX 3000-Grafikkartenserie, das frischeste Modell ist die RTX 3060, die wir Ende Februar auch analysiert hatten. AMD wiederum brachte die Radeon RX 6000-Serie an den Start, wobei die RX 6700 XT das neueste Modell ist - unser Special zu der Grafikkarte ist gut einen Monat alt. Sämtliche Neu-Veröffentlichungen waren aber schon am Tag ihres Releases ausverkauft und sind seitdem immer nur vereinzelt zu haben.

Aktuelle Marktsituation

Wegen der Knappheit stiegen die Preise enorm an. Gründe für den Grafikkarten-Mangel sind eine hohe Nachfrage nach Unterhaltungselektronik sowie Chips allgemein, verstärkt durch die Coronakrise, Probleme bei der Fertigung sowie im Falle von Grafikkarten auch Mining. Es ist zwar strittig, wie stark Mining den Markt beeinflusst - da aber einige Grafikkarten zu deutlich teureren Preisen erfolgreich verkauft werden als andere, die in Spielen eigentlich merkbar besser sind, muss hier das Thema Mining eine Rolle spielen. Denn einige Grafikkarten sind in Mining stärker als andere, Grafikkarten, die wiederum in Spielen eigentlich schneller sind.

Ohne zu viel zu verraten - eine Tabelle folgt noch: Die aktuell ab Lager lieferbaren und für Spiele geeigneten Grafikkarten - und damit meinen wir sogar auch noch eine über sechs Jahre alte Einsteigerkarte wie die Nvidia GTX 1050 Ti - sind mindestens 70 Prozent teurer als noch im Herbst 2020 beziehungsweise bei den neuen Grafikkarten-Modellen sogar mindestens 80 teurer als zu ihrem Release. Es sind inzwischen also alle Leistungsklassen betroffen - aus diesem Grund hatten wir vor zwei Wochen auch ein Special veröffentlicht, in dem wir den Gebrauchtmarkt als Alternative durchleuchtet haben. Sofern man nicht unbedingt mindestens die Leistung einer GeForce RTX 3060 Ti verlangt, gibt es durchaus einige gebrauchte Grafikkarten, die beim Preis-Leistungs-Verhältnis zu empfehlen sind.

Deutlich teurer als zum Release, aber im Vergleich zu anderen neuen Modellserien mit dem relativ kleinsten Aufpreis: Die AMD RX 6700 XT, hier eine Variante von Gigabyte. Quelle: Gigabyte Deutlich teurer als zum Release, aber im Vergleich zu anderen neuen Modellserien mit dem relativ kleinsten Aufpreis: Die AMD RX 6700 XT, hier eine Variante von Gigabyte. Sie sind zwar ebenfalls deutlich teurer als noch vor einigen Monaten. Allerdings stehen sie im Vergleich zu Grafikkarten, die als Neuware im Handel angeboten werden, beim Preis-Leistungs-Verhältnis akzeptabel. Selbst für etwas höhere Ansprüche gibt es Auswege auf dem Gebrauchtmarkt: Von Nvidia sind die RTX 2070 Super, RTX 2080 und RTX 2080 Super für etwa 600 bis 800 Euro zu haben. Das ist sehr viel Geld - aber im Vergleich zu der ein Stück langsameren RTX 3060, die ab 750 Euro kostet, oder der zwar bis zu 20 Prozent schnelleren, aber 1300 Euro teuren RTX 3070 sind die Preise okay, wenn man diese Leistung braucht.

Die einzige fabrikneue und etwas höherklassige Grafikkarte mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das angesichts der aktuellen Lage nicht komplett den Rahmen sprengt, ist die AMD Radeon RX 6700 XT. Sie kostet mit aktuell 870 Euro "nur" 82 Prozent mehr als bei ihrem Release. Bei den anderen RX 6000er- und den RTX 3000er-Serien sind es über 90 bis hin zu fast 200 Prozent Aufpreis im Vergleich zum Release. Die Folgende Tabelle zeigt die aktuell als Neuware im Handel erhältlichen Grafikkarten mit ihren Preisen vom Oktober 2020 beziehungsweise bei ihrem Release sowie den aktuellen Preisen und dem daraus berechneten Aufpreis in Prozent. Die AMD Radeon RX 5700 XT und Nvidia GeForce RTX 3060 Ti sind aktuell nicht zu haben, daher steht dort ein n.e. für "nicht ermittelbar".

GPU-Hersteller Grafikkarten-Serie Preis 10/2020 bzw. Release Aktuell ab Aufpreis
Nvidia GTX 1050 Ti 120 Euro 200 Euro 76 Prozent
Nvidia GXT 1650 154 Euro 290 Euro 87 Prozent
Nvidia GTX 1650 Super 149 Euro 390 Euro 160 Prozent
Nvidia GTX 1660 215 Euro 480 Euro 123 Prozent
Nvidia GTX 1660 Super 243 Euro 480 Euro 123 Prozent
AMD RX 5600 XT 279 Euro 845 Euro 202 Prozent
Nvidia RTX 2060 320 Euro 550 Euro 72 Prozent
AMD RX 5700 XT 407 Euro n.e. n.e.
Nvidia RTX 3060 329 Euro 750 Euro 127 Prozent
Nvidia RTX 3060 Ti 399 Euro n.e. n.e.
AMD RX 6700 XT 479 Euro 870 Euro 82 Prozent
Nvidia RTX 3070 499 Euro 1300 Euro 160 Prozent
AMD RX 6800 579 Euro 1150 Euro 92 Prozent
Nvidia RTX 3080 699 Euro 2000 Euro 186 Prozent
AMD RX 6800 XT 649 Euro 1300 Euro 100 Prozent
  1. Seite 1 Grafikkarten: Grafiktuning und Voreinstellungen
  2. Seite 2 Grafikkarten: Anti-Aliasing
  3. Seite 3 Grafikkarten: Auflösung und resizable BAR
  4. Seite 4 Grafikkarten: Aktueller Markt und Übersicht
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