Grafikkarten: Auflösung und resizable BAR

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Auflösung und resizable BAR
Quelle: Screenshot Antonio Funes

Da es bei Grafikkarten seit Monaten einen Mangel und damit verbundene hohe Preise gibt, scheuen viele einen Neukauf. Doch die Spiele werden weiterhin immer fordernder, was die Hardware-Voraussetzungen angeht. Daher geben wir Tipps rund um das Grafiktuning von Spielen und erklären, was resizable BAR ist. Außerdem bieten wir eine aktuelle Übersicht des Grafikkartenmarktes.

Neben einem Umstellen der Grafikdetails und der Methoden zur Bildverbesserung gibt es noch ein ganz anderes Mittel, die Grafikleistung zu beeinflussen: die Auflösung. Bei einem PC oder Laptop, der partout ein brandneues Game nicht mehr mit zufriedenstellend hohen FPS-Werten packt, kann man am Ende noch probieren, ob eine geringere Auflösung Abhilfe schafft. Die Auflösung in einem Spiel findet ihr bei den Games, die umfangreiche Optionsmenüs haben, oftmals in einer eigenen Sektion, zu Beispiel "Videoeinstellungen".

Auflösung als Lösung

Dort stehen Dinge wie die Bildwiederholfrequenz, V-Sync oder der Gammawert, aber eben auch die Auflösung. Wenn ein Spiel trotz einer gering eingestellten Auflösung kaum besser läuft als zuvor, könnte die CPU der Grund und ganz simpel zu schwach sein. Die Grafikkarte kann man aber mit einer geringeren Auflösung meist gut entlasten. Am Ende könnte es sein, dass bei der geringeren Auflösung gleichzeitig eine höhere Detailstufe möglich ist und das Gesamtergebnis besser aussieht als bei der höheren Auflösung mit niedrigen Details.

Gute Monitore können das kleiner aufgelöste Spiel dabei dann durchaus recht passabel ein wenig verbessern, um es an die höhere, native Auflösung des Monitors anzupassen.

Resizable BAR (rBAR)

Zunächst sorgte AMD mit einer Technik namens SAM für Aufsehen, durch die bei kompatiblen Mainboards die CPU direkt auf das RAM der Grafikkarte zugreifen konnte. Dies kann je nach dem, um welches Spiel es geht, einen merkbare Leistungsvorteil bringen. Nach kurzer Zeit wurde klar, dass es sich bei SAM um eine Technik mit dem Namen Resizable BAR handelt. Es geht bei dabei nicht um eine Kneipe mit flexibler Ausschanktheke, sondern darum, dass die CPU die Größe der Datenpakete verändern kann, die zwischen CPU und Grafikkarten-Speicher verschoben werden. Resizable BAR, kurz rBAR, war bereits mit dem PCIe-Standard 3.0 spezifiziert worden, wurde aber vor SAM noch nicht von AMD oder Nvidia genutzt. Ohne rBAR ist die Größe der fließenden Datenpakete fix bei 256 Megabyte, was zu minimalen Verzögerungen führen kann. Grob gesagt können Daten mit rBAR schneller kopiert respektive verschoben werden, was vor allem dann, wenn es in einem Spiel um das Nachladen von grafischen Inhalten geht, für eine flüssigere Grafik sorgen kann. Nvidia unterstützt rBAR inzwischen auch und behält den Namen bei. AMD spricht weiterhin von SAM (Smart Access Memory).

In Tests kann rBAR in einigen Spielen für über 15 Prozent mehr Leistung sorgen. Allerdings sind die Vorteile deutlich geringer, wenn die Grafikkartenleistung der Grund für eine FPS-Beschränkung ist. Oder anders gesagt: Da, wo die Grafikkarte noch viel Luft hat, weil die CPU ein wenig schwächelt, bringt rBAR durchaus einen Vorteil. Dies ist entweder bei Systemen mit schwacher CPU oder aber bei geringen Auflösungen und Details der Fall. In der Praxis wollen Spieler aber eher eine möglichst hohe Auflösung und viele Details, so dass eher die Grafikkarte der Schwachpunkt ist. Hier bringt rBAR aber keinen großen Vorteil mehr. Daher sollte man sich nicht auch nicht allzu sehr ärgern, wenn man die passende Hardware für rBAR noch nicht besitzt. Bei AMD ist nämlich eine Grafikkarte der neuen RX 6000er-Serie nötig, bei Nvidia eine RTX 3000er-Grafikkarte. Außerdem muss das BIOS der Grafikkarte geeignet sein - in vielen Fällen ist man auf ein Update angewiesen, das man durchführen muss. Zu guter Letzt muss auch das Mainboard rBAR unterstützen, und die CPU-Familie kann auch eine Rolle spielen. Bei AMDs Sockel AM4 ist beispielsweise ein Ryzen der 5000er-Serie und ein Chipsatz der 400er- oder 500er-Familie nötig. Bei Intel sieht es rosiger aus, sofern man denn das Glück hatte, eine passende Grafikkarte zu erhaschen.

Raytracing-Effekte, die einige Games wie Call of Duty: Black Ops Cold War bieten, sind teils nur im direkten Vergleich zu unterscheiden, können aber viel Leistung fressen. Quelle: Screenshot Antonio Funes Raytracing-Effekte, die einige Games wie Call of Duty: Black Ops Cold War bieten, sind teils nur im direkten Vergleich zu unterscheiden, können aber viel Leistung fressen. Denn bei Intel funktioniert rBAR prinzipiell mit allen Core i-CPUs für den Sockel 1200 und Sockel 1151 v2. Mainboardseitig können die Hersteller für ihre Modelle mit H- und Z-Chipsätze beim Sockel 1200 rBAR freischalten, beim Sockel 1151 v2 für Mainboards mit Z-Chipsätzen (Z370 und Z390). Sind die Voraussetzungen erfüllt, muss man sich noch softwareseitig darum kümmern, rBAR zu aktivieren. Unter anderem in einem aktuellen Artikel unserer Kollegen der PC Games Hardware findet ihr dazu auch noch weitere Infos.

DLSS

Für Nvidia gibt es mit DLSS eine weitere interessante Technik, um die Leistung bei einem Spiel zu verbessern. MIt DLSS werden Teile des Bildes durch KI-unterstützte Informationen generiert, was die Grafikkarte entlastet. Wir haben DLSS zum Beispiel zu Cyberpunk 2077 in einem Special vom Dezember 2020 einige Benchmarkwerte parat, die zeigen, dass DLSS vor allem dann, wenn man höhere Auflösungen und höhere Details als Voreinstellung wählt, ein deutliches Leistungsplus bringen kann. So wurden in unserer Testszene bei einer Nvidia GeForce RTX 2060 Super aus nur 15 FPS in WQHD bei aktiviertem Raytracing satte 41 FPS, wenn man DLSS dazuschaltet. Mit DLSS sieht das Ergebnis zwar theoretisch nicht zu 100 Prozent so aus wie ohne DLSS - die optischen Unterschiede sind aber nur bei einem Standbildvergleich mit starkem Zoom zu erkennen, so dass nichts gegen DLSS spricht, sofern ihr eine passende Grafikkarte habt: DLSS ist auf allen Nvidia RTX-Grafikkarten verfügbar, sofern auch das Game DLSS bietet.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Grafiktuning und Voreinstellungen
  2. Seite 2 Grafikkarten: Anti-Aliasing
  3. Seite 3 Grafikkarten: Auflösung und resizable BAR
  4. Seite 4 Grafikkarten: Aktueller Markt und Übersicht
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk