Corona und Preise: SSDs und Fazit

Special Antonio Funes
Corona und Preise: SSDs und Fazit
Quelle: PC Games Hardware

Die Corona-Pandemie hat quasi die ganze Welt im Griff. Obgleich das Wirtschaftsleben, das Anfang Januar in Asien an vielen Orten komplett zum Erliegen gekommen war, wieder ein Fahrt kommt, befürchten viele, dass die Hardwarepreise wegen Produktionsausfällen steigen könnten. Wir analysierten dies bereits im März und haben nun eine zweite Analyse vorbereitet.

SSDs: Moderater Trend nach oben

Schon im März war im Grunde genommen nur bei SSDs (im M.2-Format) ein Unterschied zu merken, den man wirklich als klaren Preisanstieg bezeichnen konnte. Dieser Trend setzt sich fort, denn 500GB-SSDs wurden um weitere 4 Prozent teurer, im Durchschnitt sind es 4,20 Euro. Bei den doppelt so großen Modellen sind es etwas weniger als 6 Euro, was gut 3,3 Prozent entspricht. Blickt man genauer hin, so stellt man fest, dass bei den 1TB-SSDs fast alle der beliebten Modelle teurer wurden, zwei wurden ein wenig günstiger. Bei den 500GB-Varianten sind drei Modelle günstiger geworden, davon zwei sogar um 5 bis 6 Euro, was durch die Preise von unter 100 Euro also mehr als 5 Prozent sind - dies gilt wie gesagt für den Vergleich Mitte März bis heute.

Schauen wir aber auf den Januar, so haben SSDs durchaus spürbar zugelegt: Im Vergleich zum Januar legten die Preise bei 500GB-SSDs um satte 16 Prozent zu - die größeren SSDs wurden lediglich um 9,5 Prozent teurer. Dabei fällt in beiden Größen-Klassen auf, dass einzelne Modelle um 20 bis gut 30 Prozent teurer wurden, andere bleiben unter 10 Prozent, drei der 20 SSDs wurden sogar günstiger. Wir haben die Preise von Januar und April für die 20 SSDs in der folgenden Tabelle zusammengefasst - links die Modelle mit 480 bis 512 GB Kapazität, rechts die mit 960 bis 1000 GB. Die Zahlen für die Preise verstehen sich in Euro.

SSD-Modell (480 - 512 GB M.2) Preis Januar Preis April Preis-Differenz   SSD-Modell (480 - 512 GB M.2) Preis Januar Preis Januar Preis-Differenz
Samsung SSD 970 EVO Plus 107 119 plus 11,2 Prozent   Crucial P1 SSD 113 112 minus 0,9 Prozent
Samsung SSD 970 EVO 90 98 plus 8,9 Prozent   Samsung SSD 970 EVO 163 175 plus 7,4 Prozent
Silicon Power P34A80 70 84 plus 20 Prozent   Samsung SSD 970 EVO Plus 197 219 plus 11,2 Prozent
Corsair Force Series MP510 89 100 plus 12,4 Prozent   Corsair Force Series Gen. 4 220 220 keine Änderung
Samsung SSD 970 Pro 134 175 plus 30,6 Prozent   Corsair Force Series MP510 155 179 plus 15,5 Prozent
Western Digital WD Black SN750 93 90 minus 3,2 Prozent   Silicon Power P34A80 128 159 plus 24,2 Prozent
ADATA XPG SX8200 Pro 70 88 plus 25,7 Prozent   Gigabyte NVMe SSD 117 140 plus 19,7 Prozent
Kingston A200 NVMe 67 85 plus 26,9 Prozent   Kingston A2000 NVMe 139 159 plus 14,4 Prozent
PNY XLR8 CS3030 75 89 plus 18,7 Prozent   Gigabyte Aorus NVMe Gen4 219 245 plus 11,9 Prozent
Gigabyte Aorus NVMe Gen4 133 148 plus 11,3 Prozent   Western Digital WD Blue SN550 141 135 minus 4,3 Prozent
Durchschnitt 92,8 107,6 plus 16,0 Prozent   Durchschnitt 159,2 174,3 plus 9,5 Prozent

Fazit: Leichter Anstieg, aber kein klarer Trend

Im Vergleich zu unserem letzten Special gab es in allen von uns analysierten Produktgruppen Preisanstiege. Allerdings sind es jeweils weniger als 4 Prozent mit Ausnahme von 500GB-SSDs, die diese Grenze knapp überschreiten.

Die Gigabyte Aorus NVMe-SSD wurde seit Januar um 11 bis 12 Prozent teurer, sowohl in der 500- als auch in der 1000-GB-Version. Quelle:  PC Games Hardware Die Gigabyte Aorus NVMe-SSD wurde seit Januar um 11 bis 12 Prozent teurer, sowohl in der 500- als auch in der 1000-GB-Version. Im Vergleich zum Januar gibt es bei allen Produkten mit Ausnahme von SSDs Preisanstiege von 2 bis maximal 5,2 Prozent. Bei SSDs sind es - siehe unser voriges Kapitel - ja 9,5 bis 16 Prozent Aufpreis. Die AMD Radeon RX 5700 XT-Serie sowie Prozessoren hingegen gewinnen den Januar-Vergleich, denn sie sind sogar weiterhin immer noch günstiger als vor drei Monaten. Allerdings gibt es ein neues Phänomen der Knappheit rund um Netzteile - derzeit bekommt man aber noch genügend Alternativen und kann zur Not auch etwas Wartezeit in Kauf nehmen. Hinzu kommt, dass - sollte man einen neuen Gaming-PC zusammenstellen - ein relativ hoher Aufpreis bei nur ein oder zwei der Komponenten in der Summe kaum ins Gewicht fällt. Sollten beispielsweise die SSD und das Netzteil in der Summe 40 Euro teurer sein als geplant, so sind das bei einem PC für 800 Euro am Ende auch nur 5 Prozent und kein Beinbruch.

Zusammengefasst kann man derzeit sagen, dass ein selbst konfigurierter waschechter Gaming-PC kaum teurer sein muss als vor vier Wochen oder auch als noch im Januar. Wer aber nur ein kleines Budget hat, für den kann es am Ende doch ärgerlich sein, für manche Teile ein paar Euro mehr einplanen zu müssen, so dass am Ende vielleicht an der CPU oder Grafikkarte gespart werden muss. Ob die leichten Preisanstiege wirklich mit der Corona-Pandemie zu tun haben, ist allerdings nicht zu klären - jedenfalls nicht ohne viel tiefer in diverse Daten auch abseits von PC-Hardware einzutauchen und diese Daten in einer größeren Studie statistisch genauestens auszuwerten.

  1. Seite 1 Corona und Preise: Rückblick auf März und Ausblick auf April
  2. Seite 2 Corona und Preise: Mangelware Netzteile
  3. Seite 3 Corona und Preise: Grafikkarten und CPUs
  4. Seite 4 Corona und Preise: SSDs und Fazit
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