Corona und Preise: Mangelware Netzteile
Special
Die Corona-Pandemie hat quasi die ganze Welt im Griff. Obgleich das Wirtschaftsleben, das Anfang Januar in Asien an vielen Orten komplett zum Erliegen gekommen war, wieder ein Fahrt kommt, befürchten viele, dass die Hardwarepreise wegen Produktionsausfällen steigen könnten. Wir analysierten dies bereits im März und haben nun eine zweite Analyse vorbereitet.
PC ohne Power? Mangelware Netzteile
Was wir bei unserer letzten Betrachtung nicht auf dem Schirm hatten, da wir uns auf die für die Leistung relevanten Bauteile konzentriert haben, waren Netzteile. Wir haben mittlerweile festgestellt, dass einige für Gamer-PCs gut geeignete Netzteile rar und teuer geworden sind. Natürlich haben nicht einzelne Käufer massenhaft Netzteile bestellt und hamstern sie nun, wie es bei Toilettenpapier der Fall war.
In diesem Artikel
Aber viele Netzteile sind aktuell in der Breite nicht erhältlich, sondern haben Lieferzeiten bis in den Mai hinein. Da, wo sie kurzfristig zu haben sind, kosten sie dann entsprechend mehr als in den letzten Monaten. Vermutlich hat sich die Nachfrage durch Home-Office erhöht.
Quelle: Be Quiet
be quiet! ist bei Netzteilen besonders gefragt. Manche Modelle sind kaum zu haben und im Preis stark gestiegen.
Denn durch die Corona-Pandemie und die damit verbundene Verlagerung vieler Arbeitsplätze hin zum Home-Office stieg die Nachfrage nach Laptops und PCs, und bei Letzteren sind natürlich nicht nur Komplett-PCs betroffen, sondern auch PCs, die sich Nutzer selbst zusammenstellen. Ebenso liefern einige Netzteil-Hersteller ihre Ware nun zuerst an PC-Produzenten und geben sie nicht in den freien Markt. Wir haben uns 12 laut PC Games Hardware-Preisvergleich besonders beliebtesten Netzteile herausgesucht, die 450 bis 600 Watt Nennleistung haben und mindestens zwei 12-Volt-Lanes sowie auch mindestens zwei PCIe-Kabel mit 8Pin-Stecker bieten. Kurz gesagt: die perfekten Modelle für alle modernen Gaming-PCs. Die meisten dieser Netzteile kommen vom Platzhirsch be quiet!, dessen Modelle auch in besonders vielen verschiedenen Online-Shops im Sortiment zu finden sind. Verglichen haben wir die Preise vom November 2019, Januar 2020 und dem 9. April 2020. Da sich die Januar- und Novemberpreise bei keinem der Modelle nennenswert unterscheiden, haben wir den Januar in unserer folgenden Tabelle ausgelassen:
| Modellreihe | Leistung | Preis November 2019 | Preis April 2020 | Aufpreis |
|---|---|---|---|---|
| be quiet! Pure Power 11 | 500 Watt | 60 Euro | 98 Euro | 63 Prozent |
| be quiet! Pure Power 11 CM | 500 Watt | 69 Euro | 109 Euro | 58 Prozent |
| be quiet! Pure Power 11 CM | 600 Watt | 78 Euro | 95 Euro | 22 Prozent |
| be quiet! Straight Power 11 | 550 Watt | 91 Euro | 105 Euro | 15 Prozent |
| be quiet! System Power 9 | 500 Watt | 50 Euro | 57 Euro | 14 Prozent |
| bq quiet! Straight Power 11 | 550 Watt | 108 Euro | 108 Euro | entfällt |
| be quiet! System Power 9 CM | 500 Watt | 55 Euro | 63 Euro | 15 Prozent |
| be quiet! Straight Power 11 | 450 Watt | 85 Euro | 92 Euro | 8 Prozent |
| be quiet! System Power B9 | 450 Watt | 40 Euro | 45 Euro | 13 Prozent |
| Corsair Vengeance 550M | 550 Watt | 60 Euro | 70 Euro | 17 Prozent |
| BitFenix Whisper M | 450 Watt | 80 Euro | 80 Euro | entfällt |
| Xilence Performance C Series | 550 Watt | 42 Euro | 43 Euro | 2 Prozent |
Mehrere Netzteile sind seit Herbst letzten Jahres also um etwa 10 bis 20 Prozent teurer geworden. Drei der 12 Modelle sind aber beim Preis stabil geblieben. Bei den besonders großen Ausreißern mit Werten von 22 Prozent sowie in zwei Fällen sogar 58 bis 63 Prozent Aufpreisen müssen wir auch betonen, dass es sich bei allen Netzteilen um die Preise der Shops handelt, bei denen die Netzteile lieferbar sind. Bestellbar sind diese drei Netzteile auch zu deutlich niedrigeren Preisen, aber sie sind dann nicht direkt lieferbar. Auch diese niedrigeren Preise liegen trotzdem 10 bis 20 Prozent höher als noch im November 2019. Generell gilt aktuell, dass es für PC-Selbstbauer etwas schwierigere Zeiten sind, wenn es um das Netzteil geht. Wer unbedingt einen neuen PC zusammenstellen will, der hat drei Optionen: er muss sich genau nach einem Modell zu einem angemessenen Preis umsehen oder er muss eine längere Wartezeit in Kauf nehmen oder aber er greift für eine Übergangszeit zu einem günstigeren, aber nicht besonders hochwertigen Netzteil. Alternative Nummer 4: Falls ihr den alten PC nicht als Ganzes verkaufen wollt, könnt ihr auch das bestehende Netzteil weiterverwenden.
