Corona und Hardware-Preise: Unsere Analyse zeigt leichten Aufwärtstrend im April
Special
Die Corona-Pandemie hat quasi die ganze Welt im Griff. Obgleich das Wirtschaftsleben, das Anfang Januar in Asien an vielen Orten komplett zum Erliegen gekommen war, wieder ein Fahrt kommt, befürchten viele, dass die Hardwarepreise wegen Produktionsausfällen steigen könnten. Wir analysierten dies bereits im März und haben nun eine zweite Analyse vorbereitet.
Vor knapp vier Wochen haben wir uns in einem Special die Frage gestellt, ob Hardware in den letzten Monaten wegen der Corona-Krise teurer geworden ist. Denn wegen der Corona-Pandemie standen Anfang des Jahres für einige Zeit die Fabriken still oder konnten nur eingeschränkt produzieren. Da das die Covid-19-Erkrankung verursachende neuartige Corona-Virus sich in China, vor allem in Wuhan, sehr rasch verbreitet hatte und man damals auch noch nicht alle Details zu den Risiken des Virus kannte, wurde das öffentliche Leben im Januar in Teilen Chinas komplett lahmgelegt.
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Teilweise wurde über Städte oder Regionen in komplette Quarantäne erhoben. Inzwischen hat sich die Situation in China etwas entspannt. Aber in vielen anderen Ländern der Erde, so wie auch hier in Deutschland, gelten strenge Maßnahmen, um Kontakte zwischen Menschen möglichst zu vermeiden, bis man das Virus besser unter Kontrolle hat.
Rückblick auf den März
Da die Herstellung vieler Produkte ab dem Monat Januar teilweise lahmgelegt wurde, erwarteten viele Beobachter einen Engpass auch bei Hardware-Komponenten. Und wie jeder mit ein wenig BWL-Sachkenntnis weiß: Wenn weniger produziert werden kann als die Kunden gerne kaufen würden, können die Preise steigen.
Quelle: Sapphire
AMD-Grafikkarten der 5700er-Reihen waren von Januar bis März im Preis gesunken - wie sieht es aktuell aus?
Wir haben uns in unserem Special vom 14. März vor allem die für einen Gamer-PC wichtigsten Bauteile Grafikkarten und CPUs angesehen und die Preise vom März mit denen vom Januar, als die Versorgung mit Produkten zumindest bei den Lieferanten noch völlig normal war, verglichen. Ebenso nahmen wir noch den Monat November 2019 als weiteren Anhaltspunkt hinzu, um langfristigere Trends zu erkennen. Mainboards ließen wir im Gegensatz zu Grafikkarten und CPUs außen vor, da es hier eine enorme Auswahl gibt und ein Engpass nicht unbedingt zu erwarten war (und ist), zumindest sofern man nicht ein ganz bestimmtes Modell im Sinn hat und Alternativen ablehnt. Zudem rüsten viele Nutzer ihren Gamer-PC auch lediglich auf, und hier ist eine Grafikkarte das bei weitem beliebteste Bauteil. Ebenfalls leicht aufzurüsten ist ein PC durch RAM oder eine SSD - beides sahen wir uns damals ebenfalls an. Doch allein bei den Grafikkarten nahmen wir uns 50 Modelle vor, nämlich die Mitte März jeweils 10 laut PC Games Hardware-Preisvergleich beliebtesten Modellvarianten der Nvidia RTX 2060 Super, 2070 Super und 2080 Super sowie der AMD Radeon RX 5700 und 5700 XT.
Fazit März und Ausblick auf heute
Unser Fazit war damals, dass kein wirklich relevanter Preisanstieg zu bemerken war. Die Grafikkarten von AMD waren sogar etwas günstiger als noch im Januar, bei Nvidia gab es einen leichten Anstieg. Beide Änderungen waren jedoch sehr gering, zumindest im Durchschnitt pro Modellserie. RAM und SSDs sind teurer geworden - trotzdem handelte es sich im Schnitt nur um wenige Euro. SSDs mit 500GB Speicherplatz wurden um 11,4 Prozent teurer, was 11 Euro entsprach.
Quelle: MSI
Neu dabei in der April-Betrachung: Die GeForce GTX 1650 Super und GTX 1660 Super-Reihen von Nvidia.
Bei größeren SSD waren es keine 10 Euro, prozentual gesehen knappe sechs Prozent. Bei CPUs zahlte man bei AMD im März weniger als noch im Januar, bei Intel etwas mehr. Alles in allem wäre aber eine Aufrüstaktion Mitte März quasi zum gleichen Preis durchführbar gewesen wie noch Anfang Januar. Was wir freilich nicht beurteilen konnten, und auch heute nicht können werden, egal wie das Ergebnis unseres Updates aussieht, ist die Frage, ob die Krise rund um die Covid-19-Krankheit einen Einfluss auf die Preise hatte. Selbst bei Produkten, die nun 10 Prozent günstiger als im Januar sind, wissen wir nicht: wären sie ohne das Corona-Virus vielleicht noch günstiger? Oder sogar deutlich teurer, weil ohne das Virus mehr Leute an dem Produkt interessiert wären? Oder spielt das Virus keinerlei Rolle? Wie auch immer die Antwort ist: Wir schauen nun auf die aktuellen Preise aller 50 bereits im März betrachteten Grafikkarten sowie auf die 10 CPUs und 20 SSDs. Zudem nehmen wir noch 20 Grafikkarten neu mit in unsere Analyse hinein, die eher in den gehobenen Einsteiger- bis Mittelklassebereich gehören: je 10 Modellvarianten der Nvidia GeForce GTX 1650 Super und GTX 1660 Super. Wir beginnen aber auf der nächsten Seite mit unserem Neuzugang: den Netzteilen, denn hier fiel uns in den letzten Tagen etwas auf. Zugunsten der Netzteile verzichten wir dieses Mal übrigens auf RAM, wobei wir dazu sagen können, dass die Preise sich beim Arbeitsspeicher seit März kaum geändert haben.
