Gaming-PCs: Allgemeine Tipps zum Zusammenstellen

Special Antonio Funes
Gaming-PCs: Allgemeine Tipps zum Zusammenstellen
Quelle: Corsair

Wegen der extrem hohen Preise für Grafikkarten ist es enorm schwer, sich einen PC zusammenzustellen. Wir haben daher vier Konfigurationen ohne Grafikkarte erstellt, die als Basis für eure alte oder auch, wenn ihr das nötige Geld habt, neue Grafikkarte dienen. Außerdem geben wir allgemeine Tipps zum Zusammenstellen und blicken wir auf den Grafikkarten-Markt.

PC zusammenstellen: Allgemeine Tipps

Prinzipiell gilt, dass der Prozessor nicht besonders teuer sein muss, um gutes Gaming zu ermöglichen. Wichtig ist, sobald die CPU die Basis eines Spieles gut stemmen kann, die Grafikkarte - vor allem dann, wenn es um höhere Detailstufen und Auflösungen geht. Ab etwa 130 Euro geht es schon los. Wir raten zu einer CPU, die mindestens sechs Kerne hat, die je zwei Threads verwalten können. Dies macht aus einem Sechskerner in der Praxis eine Art virtuellen 12-Kerner, aus einem Achtkerner wird quasi ein 16-Kerner.

Bei Intel sind die 10000er- und die neuen 11000er-Prozessoren für den Sockel 1200 zu empfehlen, bei AMD ein Ryzen der 3000er-Serie sowie ab 300 Euro die beiden 5000er-Modelle Ryzen 5 5600X und Ryzen 7 5800X für den Sockel AM4.

Mehr als die etwa 310 bis 320 Euro für einen Ryzen 5 5600X zu investieren, macht aber kaum Sinn, da teurere CPUs in Spielen weniger als 10 Prozent Leistungsgewinn bringen. Zwischen einem Core i5-10400F und dem Ryzen 5 liegen wiederum immerhin im Schnitt um die 25 Prozent Leistungsunterschied in Games - trotzdem ist auch die Leistung der "kleineren" CPUs so stark, dass sie eine High-End-Grafikkarte nicht ausbremsen würden. Man hätte zwar weniger FPS als mit einer schnelleren CPU, aber die Grafikkarte kann sich trotzdem entfalten.

Beim Mainboard ist es für die Spieleleistung so gut wie unerheblich, ob die Hauptplatine 70 bis 80 oder eher 250 bis 350 Euro kostet. Nur wer ambitionierter übertakten will oder spezielle Features sucht, gibt mehr als etwa 120 bis 130 Euro aus. In Sachen RAM reichen 16GB DDR4-3200-RAM (etwa 80 Euro) derzeit noch sehr gut aus, aber natürlich kann man, wenn man ohnehin viele Hundert Euro investiert, auch direkt 32GB nehmen. Schnelles RAM ist je nach Prozessor und Mainboard durchaus interessant, jedoch sollte man den Preisaufschlag im Auge behalten.

Eine AiO-Wasserkühlung kühlt leise und kann ein optisches Highlight sein, kostet aber relativ viel und benötigt einen passenden Einbauplatz. Quelle: Alpenföhn / Caseking Eine AiO-Wasserkühlung kühlt leise und kann ein optisches Highlight sein, kostet aber relativ viel und benötigt einen passenden Einbauplatz. Beim Gehäuse ist wichtig, dass die Grafikkartenlänge sowie die CPU-Kühler-Höhe nicht zu Problemen werden. Wer eine AiO-Wasserkühlung einbauen will, muss auch auf passende Einbauplätze achten. Ansonsten bieten aber schon ATX-Gehäuse ab etwa 30 bis 40 Euro eine sehr gute Belüftung und genügend Qualität, um einen relativ einfachen Einbau der Hardware zu ermöglichen. Bei der SSD verweisen wir auf unserer Special von vor zwei Wochen - eine M.2-SSD hat für die Leistung kaum Vorteile im Vergleich zu einer SATA-SSD, so dass man hier durchaus ein paar Euro sparen kann. Bei Festplatten sind 2000GB für etwa 50 Euro eine interessante Kapazität. Der CPU-Kühler sollte etwa 20 bis 40 Euro kosten für einen leisen Betrieb - wer übertaktet, bezahlt eher ab 40 Euro aufwärts. Fehlt noch das Netzteil: 450 bis 500 Watt reichen für viele moderne Grafikkarten völlig aus. Die Top-Modelle bei den Grafikkarten können bei Leistungsspitzen allerdings kurzzeitig auch mal Strombedarfs-Spitzen haben, so dass eher 600 Watt zu empfehlen sind. Bei den Watt-Werten meinen wir aber stets hochwertige Netzteile. Es geht nicht um 600 Watt-Modelle für 40 Euro, sondern eher für 70 bis 100 Euro. Bei 450 bis 500 Watt sind Preise von 50 bis 70 Euro anzupeilen. Billige Netzteile können ihre Watt-Werte oftmals nicht stabil auf Dauer erreichen, so dass man sich nicht von einer bezogen auf den Preis erstaunlich hohen Watt-Zahl blenden lassen sollte.

  1. Seite 1 Gaming-PCs: Einleitung und Grafikkartenmarkt
  2. Seite 2 Gaming-PCs: Grafikkarten-Preisanstieg ausgleichen
  3. Seite 3 Gaming-PCs: Allgemeine Tipps zum Zusammenstellen
  4. Seite 4 Gaming-PCs: Vier Gaming-PCs ohne Grafikkarte
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