Gaming-PCs: Grafikkarten-Preisanstieg ausgleichen

Special Antonio Funes
Gaming-PCs: Grafikkarten-Preisanstieg ausgleichen
Quelle: Corsair

Wegen der extrem hohen Preise für Grafikkarten ist es enorm schwer, sich einen PC zusammenzustellen. Wir haben daher vier Konfigurationen ohne Grafikkarte erstellt, die als Basis für eure alte oder auch, wenn ihr das nötige Geld habt, neue Grafikkarte dienen. Außerdem geben wir allgemeine Tipps zum Zusammenstellen und blicken wir auf den Grafikkarten-Markt.

Grafikkarten-Preisanstieg durch Anpassung ausgleichen

Am Ende kann es trotz der hohen Grafikkartenpreise durchaus sein, dass manche Gamer immer noch nahezu die Leistung erhalten, die sie sich für ihr Budget und mit den früheren Grafikkartenpreisen als Rechengrundlage erhofft hatten. Dies kann der Fall sein, wenn man ohnehin ein recht hohes Budget hatte und abseits von CPU und Grafikkarte Einsparmöglichkeiten hat. Man kann die Konfiguration also anpassen und (zumindest einen Teil) des Preisanstiegs bei Grafikkarten kompensieren. Im Einstiegsbereich bis hin zur unteren Mittelklasse ist dies allerdings schwer bis unmöglich. Hierzu haben wir zwei Beispiele kreiert, um dies anschaulich zu machen.

Fall 1: Ein Einsteiger PC für unter 700 Euro, der in Full-HD alle Games noch problemlos packt. Die Einkaufsliste sieht in etwa so aus: CPU 145 Euro (Core i5 oder Ryzen 5), Mainboard 70 Euro, 16GB RAM 80 Euro, Gehäuse 30 Euro, Netzteil und SSD 45 Euro, 1000GB Festplatte 35 Euro sowie eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super für 240 Euro - der Preis der Grafikkarten ist der vom Herbst 2020. Der PC kostet am Ende 690 Euro.

Kingston A400 Quelle: Kingston Eine SSD sollte heutzutage auch in einem Einsteiger-PC nicht fehlen - 480GB gibt es ab etwa 45 Euro. Allerdings kostet die GTX 1660 Super mittlerweile 530 Euro - der PC-Preis steigt auf 980 Euro. Kann man anderweitig sparen, ohne Leistung zu verlieren? Leider nein: Lässt man die Festplatte weg, nimmt nur 8GB RAM und ein enorm günstiges Mainboard sowie schwächeres Netzteil, dann sind es immer noch 850 bis 880 Euro. Nimmt man in Kauf, nur einen Core i3 zu nehmen, bleibt es bei über 800 Euro. Erst der Griff zu einer GTX 1650 Super ermöglicht es, auf gute 700 Euro zu kommen. Man verliert dabei insgesamt etwa 25 bis 30 Prozent Leistung, wenn man sein Budget einhalten will, und hat eine CPU mit nur acht Threads.

Fall 2: Ein Top-PC mit hohem Budget für WQHD- und eventuell 4K-Gaming plus Übertakter-Optionen und viel Ausstattung. Sagen wir, jemand wollte 2000 Euro investieren. Geplant war ein neuer, übertaktbarer Core i7 für 450 Euro, 32GB DDR4-3600-RAM (180 Euro), ein reinrassiges OC-Mainboard (250 Euro) sowie eine PCIe4.0-SSD plus 4TB Festplatte, ein edles Gehäuse, ein modulares Top-Netzteil und eine AiO-Wasserkühlung. Das sind schon 1380 Euro - als Grafikkarte war eine Nvidia GeForce RTX 3070 geplant, die bei ihrem Release für wenige Minuten 500 bis 600 Euro kostete. Mit 2000 Euro wäre man ausgekommen. Aber mit dem aktuellen Preis der Grafikkarte, 1300 Euro, kostet uns der PC 2680 Euro.

Die Frage: kann man den Aufpreis von 700 Euro einsparen, ohne an Gesamtleistung zu verlieren? Die Antwort: Nicht ganz, aber es ist einfacher als beim Einsteiger-PC. Verzichtet man auf nennenswerte Übertakter-Ambitionen und kommt mit 16GB DDR4-3200-RAM sowie nur 2000GB Festplatte und einer normalen 1000GB-SSD aus, das Ganze in einem Standard- statt Edel-Gehäuse, dann spart man sich schon 500 Euro ein. Bei der CPU kann man statt zu einem Core i7 auch zum Ryzen 5 5600X greifen, der in Games fast die gleiche Leistung liefert, und spart weitere 130 Euro. Nun ist man nur noch etwa 50 Euro über der Grenze von 2000 Euro. Eine weitere Möglichkeit ist, statt der RTX 3070 eine AMD RX 6700 XT nehmen - diese ist zwar langsamer, aber das um nur etwa 10 Prozent. Sie kostet aber 400 Euro weniger als Nvidias Bolide. Das heißt: Selbst wenn man bei der teureren CPU bleibt und bei der Ausstattung nicht ganz extrem den Sparstrumpf aus dem Schrank holt, bleibt man mit der AMD-Grafikkarte unter 2000 Euro und hat fast die gleiche Leistung wie mit dem anfangs geplantem Setting.

Man sieht an den beiden Szenarien, dass es umso schwerer ist, bei den aktuellen Grafikkarten-Preisen mit einem bestimmten Gesamtbudget auszukommen, je geringer das Budget ist. Wer ohnehin viel ausgeben wollte, kann freilich eher einen Aufpreis von 200, 300 oder gar 500 Euro akzeptieren als jemand, der nur 600 bis 1000 Euro insgesamt investieren kann oder will.

  1. Seite 1 Gaming-PCs: Einleitung und Grafikkartenmarkt
  2. Seite 2 Gaming-PCs: Grafikkarten-Preisanstieg ausgleichen
  3. Seite 3 Gaming-PCs: Allgemeine Tipps zum Zusammenstellen
  4. Seite 4 Gaming-PCs: Vier Gaming-PCs ohne Grafikkarte
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