Gaming-PC zusammenstellen: Tipps zu möglichen Konfigurationen und aktueller Grafikkarten-Markt

Special Antonio Funes
Gaming-PC zusammenstellen: Tipps zu möglichen Konfigurationen und aktueller Grafikkarten-Markt
Quelle: Corsair

Wegen der extrem hohen Preise für Grafikkarten ist es enorm schwer, sich einen PC zusammenzustellen. Wir haben daher vier Konfigurationen ohne Grafikkarte erstellt, die als Basis für eure alte oder auch, wenn ihr das nötige Geld habt, neue Grafikkarte dienen. Außerdem geben wir allgemeine Tipps zum Zusammenstellen und blicken wir auf den Grafikkarten-Markt.

Gaming-PC zusammenstellen: Tipps und vier Ideen

Ein Special zum Zusammenstellen eines Gaming-PCs hatten wir ausnahmsweise seit längerer Zeit nicht mehr. Ein wichtiger Grund hierfür ist die Situation auf dem Grafikkartenmarkt. Diese werden wir gleich noch zusammenfassen. Der Hauptpunkt unseres Specials sind aber Konfigurations-Vorschläge für Gaming-PCs. Wegen der Grafikkarten-Krise werden wir dabei etwas anders vorgehen als sonst. Wir schlagen nämlich, nachdem wir einige allgemeine Tipps zum Zusammenstellen eines PCs geben, vier Hardware-Konfigurationen ohne Grafikkarte vor.

Es werden also quasi vier Grundgerüste sein, bei denen die günstigste Lösung in allen Belangen eine Art Minimum für einen Gaming-PC darstellt, was die CPU, Laufwerke, Gehäuse und mehr angeht. Der teuerste PC wird wiederum eine Top-CPU und alles beinhalten, was auch eine ordentliche Übertaktung ermöglicht, dazu kommen noch Dinge wie ein Top-Gehäuse und üppiger Speicherplatz auf SSD und Festplatte.

Die Nvidia RTX 3080 (im Bild ein Modell von MSI) kostete zum Release ab 700 Euro - inzwischen ist das günstigste Modell mit über 2000 Euro weit mehr als doppelt so teuer. Quelle: MSI Die Nvidia RTX 3080 (im Bild ein Modell von MSI) kostete zum Release ab 700 Euro - inzwischen ist das günstigste Modell mit über 2000 Euro weit mehr als doppelt so teuer. Die beiden anderen PCs werden sich zwischen der Einsteiger- und High-End-Basis platzieren. Wir nennen dazu dann auch eine Einschätzung zu passenden Grafikkarten, die zu den Grundgerüsten gut passen - ob ihr dann eine der genannten, eine andere neue oder gebrauchte oder auch eure aktuelle Grafikkarte in den PC einbaut, bleibt euch überlassen. Nun starten wir aber zuerst mit der aktuellen Situation auf dem Grafikkartenmarkt.

Grafikkartenmarkt: Rückblick und Gegenwart

Seit Herbst 2020 wurde es immer schwieriger, eine lieferbare, für Games geeignete Grafikkarte zu bekommen. Die Preise sind seitdem ab der Einsteiger-Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 1650 um über 80 Prozent gestiegen, manche Grafikkartenserien haben gar Preissteigerungen von mehr als 150 Prozent. Der Anstieg betrifft auch die seit Herbst 2020 neu veröffentlichte Modelle: Diese waren sofort ausverkauft und danach nur noch vereinzelt und zu deutlich gestiegenen Preisen zu haben. Wegen dieser neuen Grafikkarten-Serien, also Nvidias RTX 3000er- und AMDs RX 6000er-Reihe, sind insbesondere die älteren Grafikkarten-Serien, die vor wenigen Monaten die Preisklassen ab 300 Euro bedienten, ausgelaufen und fallen als Alternative weg. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Nachfrage nach Grafikkarten aber stark erhöht, da Gaming als Freizeit-Aktivität zugenommen hat. Hinzu kommt, dass ein Teil der Grafikkarten - wenn auch ein sehr schwer einzuschätzender Teil - für Mining offenbar sehr lukrativ ist. Obwohl es spezielle Mining-Hardware gibt, scheinen auch Miner einige Grafikkarten-Modellserien aufzukaufen. Dies sieht man daran, dass einige Modellserien deutlich teurer verkauft werden als andere, für Gaming eigentlich bessere Grafikkarten.

Viel schwerer wiegt aber, dass durch Probleme bei der Produktion die Nachfrage bei Grafikkarten nicht gut genug bedient werden kann. Die Probleme sind vielfältig und haben zu großen Teilen auch mit der Pandemie zu tun, da sowohl die Produktion als auch die Lieferung von Chips und Komponenten unter größeren Vorsichtsmaßnahmen stattfinden müssen. Innerhalb von wenigen Monaten neue Werke aufzubauen, geschweige denn das nötige qualifizierte Personal zu finden, war nicht möglich. Die folgende Tabelle zeigt, wie teuer aktuell für Spiele geeignete Grafikkarten derzeit sind und was sie noch im Herbst 2020 beziehungsweise bei den neuen Grafikkarten-Serien bei ihrem Release kosteten.

GPU-Hersteller Grafikkarten-Serie Preis 10/2020 bzw. Release Aktuell ab Aufpreis
Nvidia GTX 1050 Ti 120 Euro 200 Euro 76 Prozent
Nvidia GXT 1650 154 Euro 300 Euro 95 Prozent
Nvidia GTX 1650 Super 149 Euro 400 Euro 169 Prozent
Nvidia GTX 1660 215 Euro 460 Euro 140 Prozent
Nvidia GTX 1660 Super 243 Euro 530 Euro 118 Prozent
AMD RX 5600 XT 279 Euro n.e. n.e.
Nvidia RTX 2060 320 Euro 550 Euro 72 Prozent
AMD RX 5700 XT 407 Euro n.e. n.e.
Nvidia RTX 3060 329 Euro 890 Euro 171 Prozent
Nvidia RTX 3060 Ti 399 Euro n.e. n.e.
AMD RX 6700 XT 479 Euro 900 Euro 88 Prozent
Nvidia RTX 3070 499 Euro 1300 Euro 160 Prozent
AMD RX 6800 579 Euro 1300 Euro 125 Prozent
Nvidia RTX 3080 699 Euro 2200 Euro 186 Prozent
AMD RX 6800 XT 649 Euro 1500 Euro 131 Prozent

Einige Grafikkarten sind allein seit unserem letzten Special zum Thema Grafiktuning, bei dem wir auch den Grafikkarten-Markt unter die Lupe genommen hatten, um weitere 10 bis 15 Prozent im Preis gestiegen. Die Werte machen klar, dass es derzeit bei der Preis-Leistungs-Frage klug ist, eine hoffentlich noch vorhandene, ausreichend starke Grafikkarte weiterhin zu verwenden. Eine Alternative können gebrauchte Grafikkarten sein, wobei natürlich auch diese deutlich teurer geworden sind. Sie können aber in Relation zu dem, was sie bei Spielen leisten, das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis als eine fabrikneue Grafikkarte sein. Zum Thema Gebraucht-Grafikkarten hatten wir vor einigen Wochen ebenfalls ein Special veröffentlicht - die Preise haben sich seitdem allerdings etwas nach oben bewegt.

  1. Seite 1 Gaming-PCs: Einleitung und Grafikkartenmarkt
  2. Seite 2 Gaming-PCs: Grafikkarten-Preisanstieg ausgleichen
  3. Seite 3 Gaming-PCs: Allgemeine Tipps zum Zusammenstellen
  4. Seite 4 Gaming-PCs: Vier Gaming-PCs ohne Grafikkarte
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