Wasserkühlung: Strom, Wasser, Probleme und Kostenrechnung

Special Antonio Funes
Wasserkühlung: Strom, Wasser, Probleme und Kostenrechnung
Quelle: EK Waterblocks

In unserem Special klären wir euch über die Bestandteile einer individuell zusammengestellten PC-Wasserkühlung sowie deren Vor- und Nachteile auf.

Strom für die Pumpe und das richtige Wasser

Zwei Kleinigkeiten, die wir noch nennen wollen, ist zum einen das Wasser, zum anderen der elektrische Anschluss der Pumpe. Die meisten Pumpen haben hierfür einen Stecker, der auf die Anschlüsse für einen Gehäuselüfter des Mainboards passt. Seit einigen Jahren haben zudem viele Mainboards einen Lüfteranschluss, der für eine Pumpe vorgesehen ist.

Über die Mainboardsoftware könnt ihr die Pumpe ansteuern, damit sie nicht ständig Vollgas gibt. Denn viele Pumpen sind durchaus hörbar, wenn sie bei voller Leistung laufen - und zwar paradoxerweise genau deswegen, da dank der Wasserkühlung wiederum die Lüfter kaum hörbar sind. Einige Pumpen haben nur einen Stromstecker zum Anschluss an ein Netzteil. Diese laufen dann immer mit 100 Prozent, wobei ihr per Adapter auch dafür sorgen könnt, dass nur 5 oder 7 statt 12 Volt anliegen, so dass die Pumpe dauerhaft langsamer dreht. Allerdings starten manche Pumpen bei 5 Volt nicht - testet dies im Zweifel vorher.

Nun noch zum Wasser: Ihr könnt destilliertes Wasser verwenden, aber auch spezielles Wasser mit Zusätzen, die das Innere der Radiatoren und Kühlblöcke vor Korrosion schützen sollen. Es gibt zudem gefärbtes Wasser für Wasserkühlungen. Es kann dabei allerdings unter Umständen nach einer Weile passieren, dass kleine Flocken entstehen, die die Kühlleistung leicht verringern. Außerdem können sich die Flocken vor allem bei filigranen CPU- und GPU-Kühlblöcken in den Rinnen verfangen.

Ein manchmal nerviger und teurer Spaß

Abschließend wollen wir euch noch eingehend darauf hinweisen, dass eine individuelle Wasserkühlung sehr teuer ist und der Einbau oft trotz guter Planung viel Zeit benötigt. Ein Beispiel dafür ist unser Autor, der sich vor einigen Jahren ein besonders kleines Gehäuse kaufte, in das laut Hersteller trotzdem vorne 280er-Radiatoren hineinpassen sollten. Das Problem bei der Sache: Den Radiator musste man vorne im Gehäuse in eine Aussparung einführen, die vorgesehen war, da ansonsten eine Metallblende das kompletten untere Viertel des Gehäuses abdeckte, um Netzteil, Kabel und einen Festplattenkäfig zu verbergen. Da man den Radiator wegen der geringen Gehäuse nicht von oben in die Aussparung einführen, sondern schief halten musste, verkantete der Radiator - die Aussparung war zu klein. Selbst der Ersatz, ein vier Zentimeter kürzerer und extraschmaler 240er-Radiator, passte nur mit viel Mühe. Wegen im Weg stehender Gehäuseteile musste der Radiator zudem so platziert werden, dass die Anschlüsse entgegen des Plans unten lagen, wo aber Festplattenkäfig schon viel Platz wegnahm. Es brauchte mehrere Stunden, um alle Schläuche und Anschlüsse korrekt anzuschließen. Inzwischen ist unser Autor auf ein ähnlich flaches, aber deutlich tieferes Gehäuse von Asus umgestiegen, in das die Wasserkühlung locker hineinpasst - ein Foto davon haben wir an dieser Stelle eingebettet.

Wasserkühlung mit AGB hinten Quelle: Antonio Funes Wasserkühlung im PC unseres Autors mit hinten befestigtem AGB - vorne belibt viel Platz für eine längere Grafikkarte Was die Kosten angeht, so haben wir uns testweise unter anderem bei Caseking sowie auch Alphacool und Aquatuning jeweils einen Warenkorb für eine CPU-Kühlung erstellt. Es geht sicherlich auch etwas günstiger, aber so oder so wird die Sache viel teurer als die weitaus meisten AiO-WaKü: Die AGB-Pumpen-Kombi kostete 90 bis 130 Euro, der 240er-Radiator 30 bis 40 Euro, ein ordentlicher CPU-Kühler 40 bis 50 Euro, dazu kommen Schlauch, Fittings und Absperrhahn für zusammen etwa 40 Euro. Alles in allem sind das 200 bis 260 Euro plus weitere etwa 8 bis 10 Euro, falls ihr kein normales destilliertes Wasser benutzt. Unser Fazit: Zusammenstellen, Einbauen und Optik einer individuellen Wasserkühlung können viel Spaß bereiten - man muss sich aber der hohen Kosten bewusst sein und Rückschläge in Kauf nehmen können, falls ein Plan nicht aufgeht.

  1. Seite 1 Wasserkühlung: Grundprinzip und Komponenten
  2. Seite 2 Wasserkühlung: Schläuche, Fittings und Hardtubes
  3. Seite 3 Wasserkühlung: Radiatoren, Pumpe und Ausgleichsbehälter
  4. Seite 4 Wasserkühlung: AGB positionieren, Kühlblöcke für CPU und mehr
  5. Seite 5 Wasserkühlung: Strom, Wasser, Probleme und Kostenrechnung
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