Individuelle Wasserkühlung: Komponenten, Vor- und Nachteile, Fallstricke und Kosten

Special Antonio Funes
Individuelle Wasserkühlung: Komponenten, Vor- und Nachteile, Fallstricke und Kosten
Quelle: EK Waterblocks

In unserem Special klären wir euch über die Bestandteile einer individuell zusammengestellten PC-Wasserkühlung sowie deren Vor- und Nachteile auf.

Nachdem wir uns in der letzten Woche im Rahmen unseres PC-Kühlungs-Specials sowohl um luftgekühlte CPU-Kühler als auch All-in-One-Wasserkühlungen (kurz: AiO-WaKü) gekümmert hatten, tauchen wir heute tiefer in das Thema Wasserkühlung ein, und zwar so gut wie ausschließlich auf individuell zusammengestellte Wasserkühlungen.

Den Unterschied zwischen Luft- und Wasserkühlung und alles Wissenswerte zu einer AiO-WaKü lest ihr am besten in unserem Special der Vorwoche nach. Eine individuell zusammenstellte Wasserkühlung, um die es heute geht, kann euch mit einer besonders starken Kühlleistung belohnen, die eine extrem leise oder gar fast lautlose Kühlung ermöglicht. Die Nachteile einer solchen einzeln zusammengestellten Wasserkühlung sind aber der enorm hohe Preis, zum anderen die nötige Planung sowie das oftmals komplizierte Einbauen der Komponenten. Wir erklären euch dazu aber alles nötige inklusive der Funktion der einzelnen Bauteile.

Alphacool 240 Radiator Quelle: Alphacool Ein 240er-Radiator von Alphacool

Wasserkühlung: Funktionsweise in aller Kürze

Das Grundprinzip, das auch für eine AiO-WaKü gilt: Ein vergleichsweise kleiner Kühlblock auf einer zu kühlenden Hardware-Komponente, nehmen wir als Beispiel die CPU, entzieht der CPU die Wärme und wird von Wasser durchflossen, an das er die Wärme weiterleitet. Das Wasser fließt über einen Schlauch zu einem Radiator, der ebenfalls vom Wasser durchflossen wird. Er nimmt wiederum die Wärme des Wasser auf, die in seine zahlreichen Lamellen übergeht und von da an die Umgebungsluft gelangt. Lüfter blasen die warme Luft dann weg - sitzt der Radiator oben im Gehäuse, wird die Luft in der Regel nach oben aus dem Gehäuse geblasen. Vom Radiator gelangt das Wasser dann wieder zurück zum CPU-Kühlblock. Bei einer AiO-WaKü ist im oder am Radiator eine kleine Pumpe vorhanden, die das Wasser bewegt. Bei einer aus Einzelkomponenten zusammengestellten Wasserkühlung hingegen nutzt man eine separate Pumpe sowie einen AGB (Ausgleichsbehälter). Zudem kann man bei Bedarf auch weitere Kühlblöcke, zum Beispiel für die Grafikkarte, sowie weitere Radiatoren in den Kreislauf aufnehmen. Theoretisch kann man sogar mehrere Radiatoren außerhalb des Gehäuses platzieren, wenn man den Platz dafür hat, und somit dafür sorgen, dass man im PC selbst keine oder nur noch ein bis zwei sehr langsam drehende Lüfter benötigt.

Nötige Einzel-Komponenten und Positionierung

Um eure CPU mit einer selbst zusammengestellten Wasserkühlung zu kühlen, benötigt ihr mindestens einen Radiator, eine Pumpe, einen AGB (Ausgleichsbehälter), einen CPU-Wasserkühlblock, flexible Schläuche, geeignetes Wasser sowie so genannten Fittings, um die Schläuche mit den Wasserkühlungs-Bauteilen zu verbinden. Die folgende Grafik zeigt euch zwei Beispiele, wie die Anordnung im Gehäuse für eine reine CPU-Wasserkühlung aussehen kann.

2 Beispiele Wasserkühlung Quelle: Antonio Funes Zwei schematische Darstellungen einer Wasserkühlung- in Grau der Radiator Letztendlich kann man aber bis auf die Positionen der Kühlblöcke, die ja direkt auf der Hardware sitzen müssen, alle Komponenten völlig frei platzieren. Auch die Reihenfolge, wohin das Wasser von einem Kühlblock aus zuerst hinfließt, hat sich in der Praxis als kaum relevant erwiesen. Die Reihenfolge kann also zum Beispiel AGB/Pumpe => CPU-Kühler => Radiator oder auch AGB/Pumpe => Radiator => CPU-Kühler lauten. Wichtig ist aber, dass ihr bei der Pumpe sowie meist auch bei den Kühlkörpern aufpasst, welcher Anschluss IN und OUT, also Ein- und Ausgang ist. Man verbindet den Pumpen-OUT immer mit einem IN eines Kühlblocks, denn in den Kühlblöcken verlaufen winzige Wasserkanäle mit kleinen Riffelungen und Kerbungen, bei eine falsche Fließrichtig zwar nicht schlimm wäre, aber die Kühlung etwas schlechter dastehen ließe. Bei Radiatoren ist es hingegen oft egal, wie man sie anschließt - seht aber trotzdem nach, ob auf eurem Modell ein IN und OUT an den Anschlüssen steht.

  1. Seite 1 Wasserkühlung: Grundprinzip und Komponenten
  2. Seite 2 Wasserkühlung: Schläuche, Fittings und Hardtubes
  3. Seite 3 Wasserkühlung: Radiatoren, Pumpe und Ausgleichsbehälter
  4. Seite 4 Wasserkühlung: AGB positionieren, Kühlblöcke für CPU und mehr
  5. Seite 5 Wasserkühlung: Strom, Wasser, Probleme und Kostenrechnung
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk