PC-Aufrüsten: Mainboard einbauen
Special
In unserem Special dreht sich alles um das Aufrüsten oder den Neubau eines PCs. Wir erklären euch, wie ihr die wichtigen Bauteile eines PCs in das Gehäuse einbaut: Netzteil, Mainboard, CPU, Kühler, RAM, Laufwerke und natürlich auch die Grafikkarte. Zudem haben wir sieben Aufrüstkits bestehend aus CPU, Mainboard und RAM ab 205 Euro zusammengestellt.
Mainboard einbauen
Um das Mainboard einzubauen, müsst ihr einige Dinge beachten. Das Mainboard wird mit Hilfe von Schrauben, die durch an genormten Stellen des Mainboards sitzende Bohrlöcher geführt werden, mit einer Metallebene im Gehäuse verschraubt, dem so genannten Mainboard-Tray. Wir nennen es hier der Einfachheit halber einfach "Tray". Das Mainboard kommt aber nicht direkt auf das Tray, denn bei Kontakt zum Metall des Trays könnte es Kurzschlüsse geben. Vielmehr kommt unter jedes Bohrloch des Mainboards ein Abstandhalter. Dieser wird vor dem Einsetzen des Mainboards an der passenden Stelle des Trays eingeschraubt.
In diesem Artikel
- Seite 1 PC-Aufrüsten: Vorbereitung, Netzteil einbauen
- Seite 2 PC-Aufrüsten: Mainboard einbauen
- Seite 3 PC-Aufrüsten: CPU, Kühler und RAM einbauen
- Seite 4 PC-Aufrüsten: Grafikkarte und Laufwerke, Vorwort zu den Aufrüst-Kits
- Seite 5 PC-Aufrüsten: Sieben Aufrüst-Kits mit AMD- und Intel-CPUs
- Seite 6 Bildergalerie
Da die Positionen der Bohrlöcher für die verschiedenen Mainboard-Formfaktoren genormt sind, hat das Tray an ganz bestimmten Stellen Gewinde für die Abstandhalter. Teilweise stimmen diese Stellen unabhängig vom Formfaktor des Mainboards stets überein, so dass manche Trays an diesen Stellen bereits vulkanartige Erhebungen mit einem Gewinde haben. Hier ist dann kein Abstandhalter nötig.
Zum Beispiel ist das Bohrloch für die Schraube "links oben" (wir gehen dabei davon aus, dass ihr durch die geöffnete Seite des Gehäuses schaut und die Gehäuserückseite daher nach "links" zeigt) bei allen Mainboard-Formfaktoren identisch, was auch logisch ist. Denn am linken oberen Rand des Mainboards liegen all die Anschlüsse (USB, Audio, Lan und so weiter), die nach Einbau des Mainboards hinten am Gehäuse zugänglich sind. Dieses so genannte Backpanel ist genormt und immer gleichgroß, egal ob Mini-ITX, µATX, ATX, E-ATX oder ein anderer exotischer Mainboard-Standard.
Quelle: Gigabyte
Ein typisches ATX-Mainboard mit neun Bohrlöchern zum Fixieren. Je drei oben, mittig und unten. Die Löcher erkennt ihr daran, dass sie sonnenstrahlen-ähnlich umrandet sind.
Trotzdem solltet ihr vor dem Mainboardeinbau prüfen, ob alle Abstandhalter wirklich an den korrekten Stellen sitzen und nicht einer zu viel eingeschraubt wurde, der von unten das Mainboard berührt und somit einen Kurzschluss verursachen kann. Sind die Abstandhalter eingeschraubt, müsst ihr noch das beim Mainboard beiliegende Slotblech in die Öffnung an der Gehäuserückseite einstecken. Das Slotblech deckt das Backpanel passend ab und passt nur für die Mainboards, bei denen die Anschlüsse wie USB, Audio, HDMI und so weiter zu den Aussparungen des Slotblechs passen. In aller Regel passt also nur das mitgelieferte Slotblech. Beachtet bitte auch: Manche hochwertige Mainboards haben kein separates Slotblech mehr, sondern das Backpanel ist bereits entsprechend vorgefertigt, dass kein Slotblech nötig ist. Nun geht es an das Platzieren des Mainboards - am besten führt ihr es vorsichtig ins Gehäuse ein und versucht dann zuerst, das Backpanel passend zum Slotblech respektive der Slotblech-Öffnung des Gehäuses zu platzieren. Dann richtet ihr das Mainboard langsam korrekt aus, presst dabei aber tendenziell immer mit dem Backpanel ein wenig gegen das Slotblech.
Als erste Schraube, die ihr dann durch ein Bohrloch des Mainboards in den darunter liegenden Abstandhalter einschrauben, empfehlen wir die "links oben" zu platzierende Schraube. Denn auf diese Weise ist das Mainboard bereits ein wenig fixiert und übt gleichzeitig einen gewissen Druck gegen das Slotblech aus, welches nämlich ansonsten das Mainboard ein wenig nach rechts schieben könnte. Danach dreht ihr die anderen Schrauben ein. Dreht die Schrauben aber zuerst noch relativ locker ein, damit ihr das Mainboard problemlos ein paar Millimeter verschieben könnt, falls ein Bohrloch nicht genau über seinem Abstandhalter sitzt. Sobald alle Schrauben an ihrem Ort sind, zieht ihr sie fest, wobei ihr aber nicht mit aller Kraft drehen müsst. Das Stichwort ist "handfest" - denn ein PC wird ja nicht ständig durchgerüttelt, so dass keine Gefahr besteht, dass die Schrauben sich lockern und herausfallen.
Nun fehlen noch die Strom- und Gehäusestecker: Der Ports für den großen 24-Pol-Stecker sitzt in aller Regel am rechten Rand des Mainboards, meist von der Höhe her mittig. Wichtig ist aber auch der Stromanschluss, der üblicherweise irgendwo im Bereich links über dem CPU-Slot sitzt. Hier kommt ein 8-Pin 12V-Stecker zum Einsatz, für manche Zwecke mit stromhungrigen Übertakter-Settings auch noch ein weiterer 4-Pin-Stecker. Zum Abschluss folgen noch die Stecker der Kabel, die von der Gehäusefront kommen: Ein/Aus-Schalter, HDD-LED, Reset-Schalter und so weiter. Wirklich wichtig ist nur der Ein/Aus-Schalter (PW-SW) - wo genau dieser und die anderen Stecker angeschlossen werden, entnehmt ihr dem Mainboard-Handbuch. Je nach Gehäuse schließt ihr zudem noch die Stecker für Front-Audio und Front-USB auf interne Ports des Mainboards auf.
