Mini-Gaming-PCs: Zwei Beispiel-PCs ab 625 Euro
Special
In unserem Special geben wir euch Tipps zum Zusammenstellen eines besonders kleinen PCs sowie zwei Beispiele für Mini-Gaming-PCs für 625 und 1500 Euro.
Zwei Mini-PC-Zusammenstellungen
Zum Abschluss haben wir euch noch zwei Beispiel-Mini-PCs mit Gehäusen unter 20 Litern Gesamtvolumen zusammengestellt. Wichtig ist für uns dabei auch das Netzteil: Da in kleinen Gehäusen jedes ungenutzte Kabel unnötig stört, nehmen wir nur modulare Netzteile. Bei teilmodularen Modellen sind nur die Hauptstromstecker fest am Netzteil, bei vollmodularen kann man alle Kabel abnehmen. In beiden Fällen lasst ihr dann, wenn ihr komplett auf M.2-SSDs setzt, auf alle Kabel mit SATA- und IDE-Stromstecker verzichten, was den Einbau enorm erleichtern wird.
Wir starten mit einem Einsteiger-PC, der euch am Ende etwa 625 Euro (ohne Windows) kostet. Als Gehäuse verwenden wir ein Jonsbo V4, das würfelartig aussieht und Maße von 23,8 x 27,8 x 29,0 Zentimetern hat. Dort finden Grafikkarten bis zu 26 Zentimeter Länge und CPU-Kühler bis zu 12 Zentimeter Höhen Platz. Als CPU wählen wir einen Core i3-12100F (4 Kerne, 8 Threads) und spendieren ihm einen Xilence I404T als Kühler. Die Grafikkarte ist eine AMD Radeon RX 6650 XT, in unserem Fall ein gut 24 Zentimeter langes Modell von Asus.
Wer sparen will, kann auch die schwächere Radeon RX 6600 (ab 190 Euro) nehmen. Wer hingegen etwas mehr Power will, findet bei der RX 7600 oder auch der Nvidia GeForce RTX 3060 Ti ein ähnliches Preis-Leistungs-Verhältnis wie bei der RX 6650 XT. Beim RAM nehmen wir zwei Riegel zu je 8GB, das Netzteil ist ein ATX-Modell mit 400 Watt von be quiet! - so sieht der Einsteiger-PC aus:
| Komponente | Unsere Wahl | Format / Maße (falls relevant) | Preis |
|---|---|---|---|
| CPU | Intel Core i3-12100F | 100 Euro | |
| CPU-Kühler | Xilence I404T | BxT 94x101mm, Höhe 55mm | 20 Euro |
| Mainboard | MSI PRO H610M-G DDR4 | µATX | 80 Euro |
| Arbeitsspeicher | 16GB (2x8GB) G.Skill Aegis DDR4-3200 | 35 Euro | |
| Grafikkarte | Asus Radeon RX 6650 XT Dual OC V2 | Länge 24,3cm / 2,6 Slots Einbauhöhe | 240 Euro |
| Laufwerk | Western Digital WD Blue SN570 1TB | M.2-SSD | 35 Euro |
| Gehäuse | Jonsbo V4 | µATX / 23,8x27,8x29cm, 19,19 Liter | 65 Euro |
| Netzteil | be quiet! System Power 9 CM 400 Watt | ATX / Tiefe 140mm | 50 Euro |
| Gesamtpreis | 625 Euro |
Will man bei der CPU unbedingt einen Sechskerner, dann empfehlen wir einen Core i5-12400F (ab 155 Euro) oder direkt den Griff zu dem etwas schnelleren AMD Ryzen 5 5600X (160 Euro) mit einem passenden AM4-Mainboard.
Oberklasse-Mini-PC für 1500 Euro
Der zweite PC für ein klein wenig mehr als 1500 Euro deckt die Oberklasse ab, kann aber auch mit einer schwächeren Grafikkarte als Mittelklasse-System umgesetzt werden. Als CPU nehmen wir den Ryzen 7 5800X3D.
Das Mini-ITX-Gehäuse ist das Zalman M2 Mini (32,8 x 23,5 x 15 Zentimeter, 11,6 Liter Volumen), bei dem ihr eine Grafikkarte mit einer Länge von bis zu 29,5 Zentimetern einbauen könnt, die allerdings maximal 2 Slots dick sein darf. Die Grafikkarte sitzt per inkludiertem PCie3.0-Riser-Adapter übrigens später so im Gehäuse, dass ihre Lüfter zur Seitenwand zeigen.
Diese Voraussetzungen erfüllt zum Beispiel die beim Preis-Leistungs-Verhältnis für die Leistungsklasse ordentliche INNO3D GeForce RTX 4070 Twin X2 OC. Dabei geht wegen des Riser-Adapters ein klein wenig Leistung verloren, was aber zu verschmerzen ist.
Für das Mainboard geben wir 180 Euro aus, um mit dem Gigabyte B550I AORUS Pro AX ein Modell zu erhalten, das zwei M.2-Slots bietet. Somit könnt ihr den Speicherplatz erweitern, ohne im Gehäuse wegen einer SATA-SSD und dem nötigen Stromkabel Platz zu verlieren. Wem dies nicht so wichtig ist, der kann auch für 105 Euro das ASRock A520M-ITX/ac nehmen. So sieht unser Vorschlag für einen Oberklasse-Mini-PC aus:
| Komponente | Unsere Wahl | Maße (falls relevant) | Preis |
|---|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 7 5800X3D | 290 Euro | |
| CPU-Kühler | Jonsbo HX4170D | BxT 95x95mm, Höhe 45,3 mm | 45 Euro |
| Mainboard | Gigabyte B550I AORUS Pro AX | Mini-ITX | 180 Euro |
| Arbeitsspeicher | 32GB (2x16GB) Kingston Fury Beast DDR4-3200 | 65 Euro | |
| Grafikkarte | INNO3D GeForce RTX 4070 Twin X2 OC | Länge 25cm / 2 Slots Einbauhöhe | 649 Euro |
| Laufwerk | Kingston KC3000 NVMe 2TB | M.2-SSD | 120 Euro |
| Gehäuse | Zalman M2 Mini | Mini-ITX / 15x23,5x32,8 cm, 11,6 Liter | 60 Euro |
| Netzteil | Sharkoon Silentstorm SFX Gold 500 Watt | SFX-L / Tiefe 130 mm | 95 Euro |
| Gesamtpreis | 1505 Euro |
Bei der Grafikkarte findet ihr viele passenden Modelle (maximal 29,5 Zentimeter, 2 Slots dick) auch unterhalb der RTX 4070-Reihe. Es gibt zwar auch von den Maßen her passende Varianten der RTX 4080 und 4090 sowie AMD Radeon RX 7900 XTX, die aber für den Einbau in einen Wasserkühlungskreislauf gedacht sind oder einen separaten Radiator mit sich bringen.
Was die CPU angeht, so könnt ihr für mehr Leistung und gleichzeitig wenig Abwärme den schon zuvor genannten Ryzen 7 7800X3D einplanen, müsst aber, wie bereits geschildert, ein teures Mini-ITX-Mainboard für den Sockel AM5 wählen.
Wer auf den schnellen AM5-Ryzen setzen will und sich an einem Mainboardpreis von mindestens 245 Euro stört, sollte also eher auf ein µATX-Gehäuse und -Mainboard setzen. Unser Einsteiger-PC mit dem Jonsbo-Gehäuse, für das es auch einige passende RTX 4070-Modelle gibt, zeigt dabei ja, dass auch µATX-Gehäuse Gaming-Hardware auf unter 20 Litern unterbringen können.
