Mini-Gaming-PCs: Airflow, Grafikkarten- und CPU-Empfehlungen

Special Antonio Funes
Mini-Gaming-PCs: Airflow, Grafikkarten- und CPU-Empfehlungen
Quelle: PC Games Hardware

In unserem Special geben wir euch Tipps zum Zusammenstellen eines besonders kleinen PCs sowie zwei Beispiele für Mini-Gaming-PCs für 625 und 1500 Euro.

Airflow: Schwierig, aber machbar

In einem kleinen Gehäuse ist natürlich deutlich weniger Luft als in einem normalen ATX-Gehäuse, sodass es relativ schnell warm werden. Dank energieeffizienter Komponenten ist es aber kein großes Problem mehr, auch Gaming-Hardware ausreichend zu kühlen. Allerdings ist es sehr schwer, einen starken Mini-PC auch sehr leise zu kühlen. So gibt es beispielsweise zwei Modelle der Nvidia GeForce RTX 4070 von Zotac, die nur 22,5 Zentimeter lang sind und somit perfekt für kompakte Gehäuse geeignet sind.

Allerdings kann eine RTX 4070 mit einer Länge von zum Beispiel 30 Zentimetern natürlich viel leiser gekühlt werden, da der Kühlkörper viel größer ist. Zudem hat ein weiterer Lüfter Platz, sodass die Lüfter der längeren Karten weniger schnell drehen müssen - ein leiserer Betrieb ist also durch die längere Grafikkarte deutlich eher zu erwarten. Was Zusatzlüfter im Gehäuse angeht, haben wir ja schon davor gewarnt, dass manch ein Lüfterplatz am Ende von Hardware verdeckt werden könnte. Aber auch wenn alle Einbauplätze frei sind, sollte man es nicht übertreiben: Zu viele Lüfter sorgen gerne für chaotische Luftzirkulationen, sodass die warme Luft es sogar schwerer hat, das Gehäuse zu verlassen, als wenn man ganz gezielt nur 1-2 Gehäuselüfter verwendet.

Grafikkarten: Mindestlängen

Wir haben uns die aktuell verfügbaren Gaming-Grafikkarten genauer angesehen und für euch eine Tabelle erstellt, die euch die zeigt, wie viele Modelle es pro Grafikkarten-Reihe mit einer Länge von maximal 24 Zentimetern für entsprechend kleine PC-Gehäuse gibt.

Außerdem nennen wir pro Reihe das derzeit kürzeste lieferbare Modell und dessen Preis. Sollte das kürzeste lieferbare Modell im Vergleich zu anderen Grafikkarten aus der jeweiligen Reihe deutlich überteuert sein, werden wir ein alternatives, aber freilich trotzdem kurzes Modell nennen:

Grafikkarten-Reihe Leistung Modelle bis max. 24cm Kürzestes Modell Preis
Nvidia GeForce RTX 4070 75 2 (ab 610 Euro) 22,5cm: Zotac Gaming GeForce RTX 4070 Twin Edge OC 620 Euro
Nvidia GeForce RTX 3070 Ti 67 keine keine entfällt
Nvidia GeForce RTX 3070 58 6 (440 Euro) 23,2cm: Zotac Gaming GeForce RTX 3070 Twin Edge 440 Euro
Nvidia GeForce RTX 4060 Ti 56 14 (ab 410 Euro) 16,9cm: Palit GeForce RTX 4060 Ti StormX OC 430 Euro
AMD Radeon RX 6700 XT 53 1 (340 Euro) 22,8cm: PowerColor Radeon RX 6700 XT Fighter 340 Euro
Nvidia GeForce RTX 3060 Ti 52 16 (320 Euro) 19,8cm: Gigabyte GeForce RTX 3060 Ti Windforce OC 8G 380 Euro
AMD Radeon RX 7600 45 4 (285 Euro) 20,0cm: PowerColor Radeon RX 7600 Fighter 290 Euro
AMD Radeon RX 6650 XT 42 5 (255 Euro) 20,0cm: PowerColor Radeon RX 6650 Fighter 270 Euro
Nvidia GeForce RTX 3060 37 29 (260 Euro) 17,0cm: Palit GeForce RTX 3060 StormX 290 Euro
AMD Radeon RX 6600 34 8 (190 Euro) 19,3cm: Sapphire Pulse Radeon RX 6600 215 Euro

Hinweis: Wir haben einige Grafikkarten-Reihen komplett weggelassen, da ihr Preis-Leistungs-Verhältnis zu verfügbaren Alternativen zu schlecht ist. Zudem lassen wir Modelle weg, die für Wasserkühlungs-Systeme gedacht oder einen separaten Radiator haben.

Bei AMD sind trotz ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis keine stärkeren Reihen als die RX 6700 XT mit dabei, da es bei den schnelleren Modellreihen erst oberhalb von 24 Zentimetern startet. Je stärker eure Wunsch-Grafikkarte sein soll, desto weniger Auswahl gibt es also für den Fall, dass ihr bei eurem geplanten Gehäuse keine Grafikkarten mit Längen wie 26, 28 oder gar 32 Zentimetern einbauen könnt.

INNO3D GeForce RTX 4070 Twin X2 Quelle: INNO3D Die INNO3D GeForce RTX 4070 Twin X2 mit 25 Zentimetern ist eine besonders kurze TRX 4070.

CPUs: AMD X3 derzeit ein guter Tipp

Strombedarf und Wärmeentwicklung hängen eng miteinander zusammen. Insofern empfehlen wir als CPU für einen sehr kleinen PC die X3D-Prozessoren von AMD, sofern ihr für die CPU ohnehin mehr als 250 Euro eingeplant habt.

Denn diese Modelle haben einen enorm niedrigen Strombedarf beim Spielen von 60 bis 80 Watt.

Vergleichbar starke andere CPUs benötigen eher 130 bis 160 Watt. Insofern ist eine Kühlung der X3D-Modelle auch relativ einfach, was für ein kleines Gehäuse ein Vorteil ist. Unsere beiden Kauftipps: Der Ryzen 7 5800X3D kostet ab etwa 280 Euro und ist in der Preisklasse von 200 bis 400 Euro ohnehin top im Hinblick auf Preis-Leistung. Mini-IXT-Mainboards für den passenden Sockel AM4 gibt es ab 85 Euro.

Die derzeit zweitstärkste Spiele-CPU überhaupt ist der Ryzen 7 7800X3D für den Sockel AM5. Der Preis: 470 Euro. Nur der große Bruder Ryzen 9 7900X3D ist noch schneller, kostet aber direkt 230 Euro mehr, obwohl seine Mehrleistung lediglich 2-3 Prozent beträgt, was Spiele angeht. Ein großer Nachteil beim Sockel AM5 sind aber die Kosten, sofern ihr auf Mini-IXT setzen wollt: Es gibt derzeit nur vier Mini-ITX-Mainboards, und das günstigste kostet statt 250 Euro. Im µATX-Bereich geht es hingegen ab 90 Euro los.

  1. Seite 1 Mini-Gaming-PCs: Mini-ITX und µATX
  2. Seite 2 Mini-Gaming-PCs: Grafikkarten, Kühler, Laufwerke und mehr
  3. Seite 3 Mini-Gaming-PCs: Airflow, Grafikkarten- und CPU-Empfehlungen
  4. Seite 4 Mini-Gaming-PCs: Zwei Beispiel-PCs ab 625 Euro
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