Mini-Gaming-PCs: Grafikkarten, Kühler, Laufwerke und mehr
Special
In unserem Special geben wir euch Tipps zum Zusammenstellen eines besonders kleinen PCs sowie zwei Beispiele für Mini-Gaming-PCs für 625 und 1500 Euro.
Grafikkartenlänge und Kühlerhöhe
Für einen starken Gaming-PC braucht es vor allem eine ausreichend gute Grafikkarte. Doch gute Modelle sind oftmals recht lang. Daher ist es besonders wichtig, auf den Platz im Gehäuse zu achten. Beim CPU-Kühler hingegen lässt sich auch mit sehr flachen Kühlern zuverlässig arbeiten. Bei den extrem kleinen Gehäusen gibt es logischerweise häufig für beide Komponenten starke Beschränkungen. Ihr habt aber auf dem Markt auch eine Menge an kleinen Gehäusen zur Auswahl, die nur bei einer der beiden Komponenten wenig Raum bieten, zum Beispiel Kühler mit einer Höhe von maximal 6 Zentimetern, aber dafür Grafikkarten bis zu 32 Zentimetern Länge, sodass sogar Top-Grafikkarten hineinpassen.
Aber auch Kompromisse sind möglich, also zum Beispiel Grafikkarten bis 26 Zentimeter Länge und CPU-Kühler bis 14 Zentimeter Höhe. Ein böser Fallstrick kann aber die Herstellerangabe zum Gehäuse sein. Denn gelegentlich gilt die maximal mögliche Grafikkartenlänge oder Kühlerhöhle nur unter bestimmten Zusatzbedingungen. Eine beliebte Zusatzbedingung, selbst bei ATX-Gehäusen, ist der Verzicht auf die Nutzung bestimmter Laufwerk-Einbauplätze.
So sind vielleicht Grafikkarten bis zu 32 Zentimeter Länge möglich, aber nur, wenn ihr den vorderen Festplattenkäfig entfernt - ansonsten sind nur deutlich kürzere Modelle passend.
Quelle: Scythe
Flache Kühler haben einen von oben nach unten blasenden Lüfter aufmontiert - hier ein Scythe Shuriken.
Ebenso kann es, obgleich dies selten ist, vorkommen, dass nur sehr flache Grafikkarten mit einer Höhe von einem Einbauslot zulässig sind - somit fallen im Grunde alle spielefähigen Grafikkarten heraus, da selbst Einsteigermodelle ab der Nvidia GeForce RTX 3050 oder AMD Radeon RX 6500 XT inzwischen eine Dicke von mindestens 2 Einbauslots haben.
Auch Gehäuse, die nur "low profile"-Grafikkarten zulassen, sind problematisch - von dieser Sorte Grafikkarten, deren Slotbleche schmaler als beim Standard sind, gibt es nämlich ebenfalls derzeit keine spielefähigen Modelle.
Lüfter, Laufwerke und Netzteile
Auch Lüfter können Probleme bereiten, denn je nachdem, wie groß Grafikkarte und CPU-Kühler sind, kann man am Ende nicht immer jeden Einbauplatz für einen Zusatzlüfter nutzen. Daher empfehlen wir, dass ihr zuerst die Hardware einbaut und dann schaut, ob weitere Lüfter Platz haben und Sinn ergeben.
Für den Fall, dass ihr eine All-in-one-Wasserkühlung nutzen wollt, müsst ihr zwei Dinge beachten: Der Radiator benötigt genügend Fläche und kann wegen der Anschlüsse unter Umständen etwas mehr Länge haben als die Länge, die der Radiator gemäß seinem Namen hat. Ein 240er-Radiator braucht also vielleicht doch 250mm Platz für seine Gesamtlänge.
Der zweite Punkt ist die Dicke des Radiators inklusive seiner Lüfter. Diese hat auch bei ATX-Gehäusen schon manch einen Gamer, der sich seinen PC selbst zusammenbaut, vor Probleme gestellt, da plötzlich Anschlüsse des Mainboards verdeckt sind oder die RAM-Riegel mit den Lüftern kollidieren.
Quelle: Western Digital
Eine M.2-SSD, hier von Western Digital
Was Laufwerke angeht, empfehlen wir euch unbedingt, ein Mainboard mit M.2-Slot zu kaufen und eine M.2-SSD zu verwenden. Falls euch 2TB ausreichen, ist dies auch nicht unbedingt teurer als eine SATA-SSD. Braucht ihr mehr Speicherplatz, dann setzt auf SATA-SSDs.
Festplatten solltet ihr, obwohl sie pro Terabyte deutlich günstiger sind, nur noch nutzen, wenn ihr wirklich enorm viele Daten speichern müsst und euch dies per SSD zu teuer ist. Eine 2TB-M.2-SSD kostet ab etwa 80 Euro - bei Festplatten bekommt ihr zu diesem Preis 4TB geboten.
Was ihr auch noch beachten müsst: Die Netzteil-Bauart. Auf dem Hardwaremarkt gibt es vor allem ATX-Netzteile, die in fast allen µATX- und ATX-Gehäusen zum Einsatz kommen. Bei Mini-IXT gibt es hingegen häufig SFX- oder L-SFX-Netzteile, bei denen die Auswahl gering ist. Auch manche kleine µATX-Gehäuse benötigen ein (L-)SFX-Netzteil.
