Live Streams selbst gemacht: Punkt 4 und 5: separate Video-Hardware und Streaming-Website

Special Antonio Funes

Professionelle Live-Streams gibt es zu Hauf - wir erklären euch, wie ihr auch als Otto Normalspieler eure Games live ins Internet streamet. Dabei beraten wir euch hinsichtlich der passenden Hardware, was bei eurer DSL-Verbindung zu beachten ist und welche Software ihr benötigt.

Punkt 4: separate Video-Hardware

Eine Alternative ist zusätzliche Hardware, die euren PC entlastet: es gibt erschwingliche "Video-Capturing"-Produkte, also Geräte, die ein Bildsignal "abgreifen" und weiterleiten, und zwar in HD-Qualität. Diese Hardware greift das HDMI-Signal der Grafikkarte (oder auch einer Spielekonsole) ab und leitet es meist per USB an einen PC oder ein Laptop weiter - erst von da aus sendet ihr dann den eigentlichen Stream. Ab 150 Euro gibt es beispielsweise das Elgato Game Capture HD, welches auch zu den später von uns als Beispiel aufgeführtem Streaming-Dienst twitch.tv und der Streaming-Software xsplit kompatibel ist. Es ist allerdings dann natürlich ein zweiter PC oder ein Laptop nötig, um den endgültigen Stream zu komprimieren und zu senden.

Das heißt, zu den 150 Euro für eine solche Capturing-Box kommt gegebenenfalls noch die Anschaffung eines Zweit-PCs oder Notebooks hinzu. Eine weitere Methode wäre, dass ihr mit einer externen Kamera, die an einem zweiten PC angeschlossen ist und dort ein Echtzeitbild liefert, euren Monitor abfilmt und das Bild mit dem zweiten PC per Streamingsoftware ins Internet sendet. Allerdings kann es hier sehr leicht passieren, dass euer Monitor für die Stream-Zuschauer zu flimmern scheint, wenn die Bildwiederholrate von Monitor und Kamera deutlich asynchron sind.

Punkt 5: Streaming-Server oder -Website

Was wir noch gar nicht genau klargestellt haben: ihr könnt euren Stream natürlich nicht direkt von eurem Internetanschluss ohne Umwege zu mehreren unterschiedlichen Zuschauern senden - sonst müsstet ihr pro Zuschauer jeweils einen separaten Stream senden. Für einen Stream mit 1000kbit und 10 Zuschauern müsste euer Internetanschluss also schon 10.000kbit als Upstream bieten. Ihr sendet vielmehr euren Stream an einen Server im Internet, und eure Zuschauer rufen den Stream wiederum Streams jeglicher Art: Justin.tv Quelle: justin.tv Streams jeglicher Art: Justin.tv von diesem Server ab. Dieser Server stellt dann die nötige Datenbandbreite zur Verfügung. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Anbieter. Theoretisch könntet ihr sogar einen komplett eigenen Server anmieten, auf dem der Stream erreichbar ist. Doch das kann teuer werden. Den leichten Zugang bietet eine etablierte Website mit Streaming-Service, die selber genügend viele und auch schnelle Server hat, um mehrere Streams für zahlreiche Zuschauer zu bieten. Solche Websites sind zum Beispiel justin.tv oder twitch.tv - letztere richtet sich speziell an Gamer und ist in Spieler-Kreisen auch bereits recht bekannt, daher ist twitch.tv auch unsere Empfehlung.

Für den Besucher der Website sind zahlreiche Streams von Games abrufbar, unter anderem geordnet nach Game-Titel oder auch nach Beliebtheit. Für die aktiven Nutzer von twitch.tv ist die Website der Ort, an dem sie ihre Streams anbieten können. Dies ermöglichst - genau wie bei den bekannten großen Video-Websites - dass viel mehr potentielle Zuseher erreicht werden können, als wenn man selber eine kleine Website für den Stream erstellt und diese in Foren oder sozialen Netzwerken erst mühsam an den Mann bringen muss. twitch.tv ist kostenlos - sowohl als Zuschauer als auch als Streamer. Ähnlich wie bei YouTube kann aber Werbung in den Stream eingeblendet werden. Netter Nebeneffekt: die gesendeten Streams können auch für ein späteres erneutes Abspielen, also wie ein Video bei YouTube, bei twitch gespeichert werden. Auf der offiziellen Hilfe-Seite werden zahlreiche weitere Themen behandelt. Ihr benötigt also lediglich einen twitch-Account, um auch selber streamen zu können, und natürlich eine Streaming-Software, zu der wir abschließend auf der nächsten Seite kommen.

  1. Seite 1 Live Streams selbst gemacht: Was ist ein Live-Stream?
  2. Seite 2 Live Streams selbst gemacht: Was gibt es zu beachten? Punkt 1: Internetverbindung
  3. Seite 3 Live Streams selbst gemacht: Punkt 2 und 3: benötigte Hardware und Mikrofon
  4. Seite 4 Live Streams selbst gemacht: Punkt 4 und 5: separate Video-Hardware und Streaming-Website
  5. Seite 5 Live Streams selbst gemacht: Punkt 6: Streaming-Software und Tabelle zu DSL-Upstreams
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