Jahresrückblick Hardware: CPUs, Monitore und Google Stadia
Special
In unserem Jahresrückblick 2019 schauen wir uns die wichtigen Neuheiten und Geschichten rund um Hardware an: Grafikkarten von AMD und Nvidia, CPUs von AMD und Intel, Monitore, G-Sync und Freesync, Google Stadia, Playstation 5 und Xbox Series X bestimmen die Gamer-Themen. Aber auch Apple und Huawei nehmen ein wenig Platz im Rückblick ein.
Prozessoren: AMD punktet mit Ryzen
Das Jahr 2019 war für AMD äußerst erfolgreich, was CPUs angeht. Und dies auch zurecht. Denn mit den neuen AMD Ryzen 3000er-Prozessoren, die Anfang Juli auf den Markt kamen, kann AMD vor allem mit dem Modell Ryzen 5 3600, das knappe 200 Euro kostet, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für Gamer anbieten. Auch in einem Special thematisierten wir dies. Wer eine in Spielen nennenswert schnellere CPU verlangt, muss mindestens zu einem Core i7-8700K oder Core i7-9700K greifen - die beiden CPUs kosten aber mindestens 370€ und sind nur 10 Prozent schneller.
In diesem Artikel
Man spart selbst dann noch einiges an Geld, wenn man für den Ryzen 5 3600 eines der relativ teuren zusammen mit den Ryzen 3000er erschienenen X570-Mainboards kauft, um eventuellen BIOS-Problemen aus dem Weg zu gehen, die mit älteren Chipsätzen ohne ein aktuelles BIOS auftreten können. Tipps rund um die Ryzen 3000er-CPUs und passende Mainboards findet ihr übrigens ebenfalls in einem unserer Specials.
Quelle: Asrock
ASRock X570 Phantom Gaming für Sockel AM4 - der Chipsatz ist nativ für die Ryzen 3000er-CPUs geeignet.
Auch für die teureren AMD Ryzen 3000er-CPUs kann man im Vergleich zum Ryzen 5 3600 keine Empfehlung abgeben, außer man verwendet bestimmte Anwendungen, bei denen eine hohe Zahl an Threads einen klaren Vorteil bringt - Gaming-Streams ab einem eher ambitioniertem Niveau wäre ein solches Beispiel. Von Intel gab es 2019 keinen Konter, was den Gaming-Sektor im bezahlbaren Bereich angeht. Der US-Hersteller brachte lediglich einige Core i-9000-Modelle auf den Markt, unter anderem auch stromsparende Modelle, um das Angebot zu ergänzen. Zwar kam der Core i7-9700 ebenfalls 2019 heraus, bringt aber keine Vorteile in Spielen im Vergleich zum Ryzen 5 3600, obwohl er deutlich über 300 Euro kostet. Ein Special zum Ryzen 5 3600 hatten wir übrigens im August zu bieten, wobei es dabei um die Frage ging, was ein moderner Prozessor im Vergleich zu einer über fünf Jahre alten CPU (Xeon E3-1231 v3 beziehungsweise Core i7-4770) bringt, wenn man für Gaming trotzdem noch eine alte Grafikkarte (AMD R9 290) behält.
Monitore: 4K und G-Sync-Mutation
Monitore mit einer 4K-Auflösung, also doppelt so vielen Pixeln in der Breite und Höhe im Vergleich zu Full-HD, so dass insgesamt die Vierfache Pixelanzahl zustande kommt, waren auch vor 2019 bereits zu haben.
Quelle: PC Games Hardware
Ein BFGD von HP im Einsatz bei einer Präsentation
Im Laufe des Jahres kamen aber immer mehr Modelle auf den Markt, die gleichzeitig auch eine höhere Bildwiederholfrequenz als nur 60 Hertz boten, obgleich dies teilweise mit Kniffen wie der Verwendung von zwei Monitorkabeln zustande gebracht wird. Zudem sind solche Monitore auch recht teuer, vor allem die 65 Zoll großen als BFGD (Big Format Gaming Display) bezeichneten Monitore. Nvidia gibt bei den BFGD vor, welche Features es bieten muss - dazu gehören bei den aktuell drei erhältlichen Monitoren 4K, 65 Zoll Diagonale, 144 Hertz und G-Sync-Ulitimate. Los geht es preislich ab 2500 Euro mit dem HP Omen X Emperium.
Doch ausgerechnet eines der Features, nämlich G-Sync, könnte in Zukunft obsolet werden. Und dies hat Nvidia im Jahr 2019 selbst initiiert. Denn das Team Green schaltete in den Grafikkartentreibern für GeForce-Modelle die Option frei, G-Sync auf Freesync-Monitoren zu nutzen. Davor konnte man Freesync nur mit einer AMD-Grafikkarte nutzen, für eine Nvidia-Grafikkarte war ein G-Sync-Monitor nötig. G-Sync-Monitore sind durch die dafür erforderliche Hardwarekomponente spürbar teurer als ein vergleichbarer Freesync-Monitor. Viele Freesync-Monitore hat Nvidia offiziell getestet und als kompatibel freigegeben, viele weitere ungetestete Modelle funktionieren einwandfrei - manche ältere Freesync Monitore machen hingegen noch Probleme. Trotzdem kann gut sein, dass es bald keine neuen G-Sync-Monitore mehr gibt, da man zu einem günstigeren Preis schließlich einen ebenbürtigen, kompatiblen Free-Sync-Monitor kaufen kann.
Google Stadia
Ab dem 19. November konnten Vorbesteller Google Stadia ausprobieren. Vor allem zu Beginn gab es auch viel Kritik, was uns aber bei einem so großen technischen Projekt nicht verwundert. Bei Stadia handelt es sich um einen Streamingdienst für Spiele.
Quelle: PC Games Hardware
Das Stadia-Paket mit einem Google Chromecast und einem Controller reicht aus, um an einem LCD-TV PC-Games als Stream zu spielen.
Die Spielegrafik wird auf Servern von Google berechnet und als Stream zum Endgerät des Spielers gesendet. Von da aus werden wiederum die Steuerungsanweisungen des Spiel zum Google-Server geschickt. Dies erzeugt natürlich eine gewisse Verzögerung - die Frage ist also, ob diese Latenz gering genug ist, um ein gutes Spieleerlebnis zu haben. Wie man sich denken kann, hängt dies auch vom heimischen Internetanschluss ab. Doch wozu sollte man Stadia überhaupt buchen? Google richtet sein Angebot vor allem an Spieler, die ohne einen Gaming-PC oder eine Konsole direkt loslegen möchten, egal ob aus Bequemlichkeit oder da sie für sich entschieden haben, auf ein solches Gerät zu verzichten. Ebenso können Spieler das Angebot nutzen, die vielleicht nicht immer in der gleichen Wohnung sind, wenn sie freie Zeit haben. Auch mobiles Gaming ist denkbar, obgleich dies aktuell wegen des hohen Datenverbrauchs nur für wenige Spieler oder auch nur für ein wirklich gelegentliches Spielen taugt. Das Thema Stadia polarisiert die Gamer-Gemeinde. Die einen finden es völlig unnötig, manche befürchten sogar, dass Google durch seine Marktmacht einzelne Spiele exklusiv zu Stadia holt und malen eine Spaltung der Gaming-Gemeinde an die Wand. Die anderen sehen es ganz gelassen und sehen in Stadia nur eine von mehreren Optionen, wie man PC-Games spielen kann.
