Grafikkarten: Grafikkarten-Serien, Taktwerte, Lüfter, Länge und PCIe-Slot

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Grafikkarten-Serien, Taktwerte, Lüfter, Länge und PCIe-Slot
Quelle: Powercolor

Nachdem nun auch erste Custom-Modelle der AMD Radeon RX 5700 und RX 5700 XT verbreitet verfügbar sind, haben wir eine Kaufberatung zu Grafikkarten für euch vorbereitet. Wir bieten euch einige allgemeine Tipps und klären Begrifflichkeiten, ordnen aktuelle Grafikkarten bezüglich ihrer Leistung ein und haben 26 Modelle von 130 bis 700 Euro als Kauftipps herausgesucht.

Grafikkarten-Serien und Taktwerte

Wenn wir hier allgemein von "einer AMD RX 570" oder "die RTX 2070" sprechen, meinen wir damit eine Grafikkarten-Serie, da sie prinzipiell jeweils auf dem gleichen Grafikchip basieren und die gleichen wichtigen Eckdaten haben.
Wir nennen diese Namen einer solchen Serie, zum Beispiel Nvidia GeForce RTX 2070 oder auch in Kurzform einfach nur Nvidia RTX 2070, stellvertretend für das jeweilige Referenzmodell von AMD und Nvidia sowie auch für alle Custom-Modelle, und zwar immer dann, wenn es allgemein um die Grafikkarten-Serien geht. Wenn wir Grafikkarten-Serien bezüglich ihrer Leistung einordnen wollen, beziehen wir uns wiederum stets ausschließlich auf Modelle mit dem Standardtakt, den die Referenzmodelle von AMD und Nvidia vorgeben.

Gainward GeForce RTX 2070 Super Phantom GS Quelle:  Gainward Gainward GeForce RTX 2070 Super Phantom GS Denn eine Grafikkarten-Serie wie die AMD Radeon RX 5700 Super ist beispielsweise 10 Prozent schneller als eine Nvidia GeForce RTX 2060 - sofern beide im Standartakt laut Referenz arbeiten. Eine um 10 Prozent übertaktete Custom-Version der Nvidia RTX 2060 wäre aber wiederum quasi gleichschnell wie eine AMD RX 5700 mit Referenz-Standardtakt. Ihr seht, dass es daher Sinn macht, wenn wir bei der Leistungseinordnung mit dem Nennen einer Grafikkarten-Serie stets die Referenzmodelle mit ihrem Standardtakt meinen, obwohl die Custom-Modelle freilich auch zu der jeweiligen Grafikkarten-Serie gehören. Nebenbei gesagt: Wir betonen hier genau, dass es um den Referenz-Standardtakt geht. Denn auch bei Custom-Modellen ist in den technischen Daten vom "Standardtakt" die Rede - damit ist aber nur der Takt gemeint, den die Karte bietet, wenn sie nicht in den noch höheren Boost-Takt übergeht. Der Standardtakt einer übertakteten Custom-Grafikkarte ist aber häufig höher als der Referenz-Standardtakt, also der Standardtakt eines Referenz-Modelles! Was die Taktwerte angeht, so sind diese übrigens nur innerhalb einer Grafikkarten-Serie als Vergleichsgröße wichtig. Man kann am Takt also nicht ablesen, ob nun eine AMD Radeon RX 5700 oder eine Nvidia RTX 2060 die schnellere Grafikarte ist. Sehr wohl kann man aber sagen, dass eine um 10 Prozent übertaktete Nvidia RTX 2060 um etwa 10 Prozent mehr FPS einbringen kann als eine Nvidia RTX 2060 mit dem Referenz-Standardtakt.

Lüfter, Länge und PCIe-Slot

Unsere Empfehlung für ein gutes Custom-Modell: Sofern es keine argen Platzprobleme in eurem PC gibt, sollte die Grafikkarte mindestens zwei Lüfter haben. Bei besonders starken Grafikkarten sind drei Lüfter in der Regel noch besser.

Denn je mehr Lüfter es gibt, desto langsamer muss jeder einzelne Lüfter drehen, um die nötige Luft zu bewegen - die Karte arbeitet also leiser. Trotzdem kann es vorkommen, dass bei Grafikkarten aus der gleichen Serie und mit identischen Taktwerten ein Modell X mit drei Lüftern lauter arbeitet als ein Modell Y mit nur zwei Lüftern. Dies kann passieren, wenn der Kühler des Modell Y ganz einfach nur besser ist. Es kann aber auch an der vom Hersteller gewählten Lüfterkurve liegen, die ihr auch manuell umstellen könnt.

Asus Dual-RX5700-O8G-EVO Quelle: Asus Asus Dual-RX5700-O8G-EVO Denn vielleicht will der Hersteller der Grafikkarte X mit besonders niedrigen Temperaturen punkten, lässt zu diesem Zweck aber die Lüfter schon bei moderaten Temperaturen sehr schnell drehen, obwohl sie auch bei viel weniger Drehzahl eine gute Kühlung ermöglichen. Beim Kauf müsst ihr zudem natürlich auf die Länge der Grafikkarte achten. Moderne Gehäuse bieten in der Regel mindestens Platz für Grafikkarten bis 28 Zentimeter Länge, oft auch bis 40 Zentimeter. Besonders lange Grafikkarten sind maximal 33 Zentimeter lang. Doch manch ein Nutzer hat vielleicht noch ein älteres Gehäuse - schaut also vor dem Wechsel nach, wie viel Platz zwischen eurer alten Grafikkarte und dem Bereich des Gehäuses, wo eine Grafikkarte anstoßen würde, noch übrig ist. Wenn ihr den Wert zu der Länge eurer bisherigen Grafikkarte addiert, habt ihr die maximal mögliche Länge der neuen Grafikkarte herausgefunden. Sollte es zu eng werden, könnt ihr aber noch überprüfen, ob man vielleicht den Bereich des Festplattenkäfigs entfernen kann, der einer längeren Grafikkarte im Weg steht. Ein anderes Thema ist der Einbauslot: PCIe 1.0, 2.0, 3.0 und mittlerweile 4.0 - dies verwirrt sicher manch einen Nutzer. Doch wir können beruhigen: Auch mit sehr alten Mainboards habt ihr in Games bisher keinen nennenswerten Nachteil, wenn die PCIe-Version nicht mehr ganz taufrisch ist. Kritisch kann wegen des Mainboardalters in seltenen Einzelfällen eher das Erkennen der Grafikkarte allgemein sein, was aber nichts mit dem PCIe-Standard zu tun hat.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Einleitung und der Begriff Custom-Modelle
  2. Seite 2 Grafikkarten: Grafikkarten-Serien, Taktwerte, Lüfter, Länge und PCIe-Slot
  3. Seite 3 Grafikkarten: Leistungseinordnung aktueller Gaming-Grafikkarten
  4. Seite 4 Grafikkarten: Hinweise und Grafikkarten von 130 bis 300 Euro
  5. Seite 5 Grafikkarten: Grafikkarten von 300 bis 500 Euro
  6. Seite 6 Grafikkarten: Grafikkarten über 500 Euro und alle Karten in der Übersicht
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