Wasserkühlung zusammenstellen: Vor- und Nachteile, Praxistipps und mehr
Special
Eine Wasserkühlung, die man sich aus mehreren Einzelkomponenten zusammenstellt, bringt eine gute Kühlung und sorgt auch für eine beindruckende Optik. Doch es gibt viel zu beachten, damit die Planung und der Zusammenbau reibungslos funktionieren - dies werden wir euch näher erläutern und gehen auch auf die Nachteile ein, zu denen vor allem die Kosten gehören.
Wasserkühlung selber zusammenstellen
Wir wollen uns in unserem heutigen Special das Thema Wasserkühlungen genauer ansehen. Dabei geht es hauptsächlich um solche Kühlungen, die ihr euch selber aus einzelnen Komponenten zusammenstellen könnt. Wir erläutern aber zuerst allgemein die Unterschiede zwischen einer Wasserkühlung und einer Luftkühlung und gehen dann noch auf die so genannten AiO-Wasserkühlungen ein. Danach schildern wir ausführlich die einzelnen Bestandteile einer individuell zusammengestellten Wasserkühlung und was ihr bei der Planung und dem Zusammenbau beachten müsst - und was der Spaß kosten kann.
In diesem Artikel
- Seite 1 Wasserkühlung zusammenstellen: Wasser- und Luftkühlung
- Seite 2 Wasserkühlung zusammenstellen: Vor- und Nachteile; AiO-Varianten
- Seite 3 Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben
- Seite 4 Wasserkühlung zusammenstellen: Planung, Einbau, Befüllen
- Seite 5 Wasserkühlung zusammenstellen: Kosten und Schlusswort
- Seite 6 Bildergalerie
Kühlung Wasser und Luft
Die Basis einer PC-Kühlung ist ein Luftstrom, der durch das Gehäuse zieht, um die von den PC-Bauteilen aufgewärmte Luft aus dem Inneren des Gehäuses herauszubefördern.
Quelle: Scythe
Der 890 Gramm schwere Scythe Mugen ist ein starker Luftkühler mit etlichen Lamellen.
Dieser alleine reicht aber nicht aus, denn die CPU kann ihre beim Betrieb erzeugte Wärme nicht gut genug an die Luft des Gehäuseinneren abgeben. Daher hat eine CPU in einem PC stets einen Kühlkörper, der Wärme der CPU aufnimmt und an die Umgebungsluft weitergibt. Da der Kühler eine viel größere Fläche als die CPU selbst hat, kann die Wärme deutlich effizienter an die Luft abgegeben werden. Je leistungsfähiger eine CPU ist, desto wärmer kann sie werden. Daher kommt irgendwann der Punkt, an dem ein am Kühler befestigter Lüfter nötig wird, der die aufgewärmte Luft aktiv wegschafft und gleichzeitig neue frische Luft heransaugt. Rein theoretisch wäre es auch möglich, durch je einen sehr starken Lüfter vorne und hinten einen Luftstrom zu erzeugen, der den Lüfter am Kühler unnötig macht. Dies bezeichnet man als eine passive Kühlung der CPU - diese Lösung wäre aber lauter als wenn man in der Summe drei Lüfter verwendet, die etwas langsamer drehen. Lediglich bei sehr stromsparenden CPUs, die entsprechend auch nicht besonders warm werden, kann man auch ohne CPU-Lüfter den Betrieb ohne Sorge vor Hitze oder Lärm verwirklichen. Moderne CPU-Kühler ab etwa 30 Euro sind inzwischen aber auch bei Last sehr leise - in Verbindung mit zwei guten Gehäuselüftern ist auch mit Top-CPUs ein nahezu lautloser Betrieb des PCs möglich, bei Gaming-PCs unter anderem auch dank moderner Grafikkarten, die in vielen Fällen auch unter Last sehr leise arbeiten.
Um besonders viel Fläche zur umgebenden Luft zu bieten, haben typische CPU-Kühler viele Kühlrippen und Lamellen, zwischen denen sich Luft ansammeln und die Wärme aufnehmen kann. Exakt das gleiche Prinzip nutzen auch die Radiatoren einer Wasserkühlung. Allerdings funktioniert das Ganze am Ende ein wenig anders als bei einem Luftkühler, denn der Radiator ist nicht der eigentliche Kühler. Vielmehr nimmt ein separater Kühlkörper nimmt die Wärme der CPU (oder auch von anderen Komponenten wie der Grafikkarte) auf - er gibt die größten Teile der Wärme aber nicht direkt an die Luft weiter, weswegen er kleiner als ein guter Luft-Kühler ist und auch keine Lamellen/Rippen besitzt. Durch das Innere des Kühlers fließt nämlich Wasser, das die Wärme des Kühlers aufnimmt, zum Radiator fließt und die Wärme wiederum an den Radiator abgibt.
Quelle: Alphacool
ProAlphacool NexXxos ST30 240 Radiator
In diesem Moment passiert das gleiche wie bei einem Luftkühler: die vielen Lamellen und Kühlrippen geben die Wärme an die Luft ab, diese wird wiederum von Lüftern, die am Radiator sitzen, weggeblasen. Der Vorteil: da der Wasserkühlkörper relativ kompakt ist (was auch die Gewicht-Last auf das Mainboard im Vergleich zu einem guten Luftkühler verringert) und die Radiatoren am Rand des Gehäuses sitzen, ist im Inneren des Gehäuses auf Höhe der CPU und Grafikkarte mehr Platz und somit mehr Luft. Zudem können die Radiatoren je nach Gehäusemodell sehr groß sein und somit zwei oder drei, teilweise sogar vier Lüftern Platz bieten. Bei manchen Radiatoren ist durch beidseitige Lüftermontage sogar die doppelte Anzahl an Lüftern drin, sofern genug Raum im Gehäuse vorhanden ist. Wer die exotische Lösung eines außerhalb des PCs platzierten Radiators nutzt, hat bei der Lüfterzahl theoretisch keine Grenzen. Aber allein das Plus an Lüftern bei normalen internen Radiatoren im Vergleich zu einer Luftkühlung sorgt dafür, dass der Betrieb enorm leise erfolgen kann - denn die Lüfter können mit einer sehr geringen Drehzahl und somit sehr leise arbeiten. Es gibt aber auch Nachteile einer Wasserkühlung, die wir neben den Vorteilen auf der nächsten Seite schildern.
- Seite 1 Wasserkühlung zusammenstellen: Wasser- und Luftkühlung
- Seite 2 Wasserkühlung zusammenstellen: Vor- und Nachteile; AiO-Varianten
- Seite 3 Wasserkühlung zusammenstellen: Die Komponenten und ihre Aufgaben
- Seite 4 Wasserkühlung zusammenstellen: Planung, Einbau, Befüllen
- Seite 5 Wasserkühlung zusammenstellen: Kosten und Schlusswort
