Wir wagen einen Blick in die Zukunft und untersuchen, in welche Richtung sich die Grafik moderner Spiele entwickelt. Das Stichwort ist "Fotorealismus". Zuerst befassen wir uns mit diesem Begriff, bringen dann einige Beispiel für Spiele, die eine sehr realistische Grafik bieten, betrachten aber auch den gegenteiligen Trend und kommen am Schluss noch zu High-End-Grafikkarten.
High-End Grafikkarten und Ultra-Details
Die aktuellen High-End-Grafikarten geben jeweils einen Vorgeschmack darauf, was für eine Grafik zwei bis drei Jahre später auch mit einer Mittelklasse-Grafikkarte gut spielbar sein wird. Denn viele Spiele bieten einen "Ultra"-Modus an, der nochmal einen Tick besser als der Modus "hoch" oder "maximal" aussieht, aber nur mit sehr teuren Grafikkarten ruckelfrei spielbar ist. Ein Spiel wie Crysis setzte bei Release beispielsweise neue Maßstäbe, was den höchsten Detailmodus angeht, und war in diesem Modus lange Zeit nur mit sehr guten Grafikkarten gut spielbar. Allerdings sollte man sich durch die Grafikmodi, die eine Spieleschmiede für ihr Game anbietet, nicht verrückt machen lassen: im Spielfluss ist der Grafikmodus "Ultra" nicht wirklich von dem Modus, der eine Stufe "schlechter" ist, zu unterscheiden. Dieser Ulta-Modus ist also quasi eine Grafikdemo des Spieleherstellers mit einem Blick in die Zukunft, zu welchen Detailverbesserungen der Trend hingeht. Denn wie zuvor gesagt: was heute nur mit Spitzen-Grafikkarten einwandfrei läuft, kann in der Regel nach spätestens zwei Grafikgenerationen schon mit einer Mittelklasse-Grafikkarte genossen werden. Heutige "Ultra"-Grafik wird also in absehbarer Zeit "durchschnittlich" sein, die zukünftigen Ultra-Detailmodis wiederum werden immer realistischer aussehen - der Fotorealismus für "jedermann" rückt also immer näher.
Aktuelle High-End Grafikkarten mit einem einzigen Grafikprozessor (Singlecore) sind auf Seiten von AMD die Radeon HD 7970, bei Nvidia ist es die GeForce GTX 680 und dazu noch mit der Titan einen Neuling, der alle bisherigen Singlecore-Karten in den Schatten stellt. AMD und Nvidia haben aber noch zwei Modelle mit jeweils zwei Grafikprozessoren im Sortimen, die schneller als die Nvidia Titan sind: die Radeon HD 7990 und die Nvidia GeForce 690. Diese beiden Grafikkarten sowie die Nvidia Titan sind in Sachen Preis-Leistung allerdings viel
Quelle: Archiv
Battlefield 3
zu teuer. Die 7990 von AMD fungiert auch eher als "Prestigeobjekt", denn gerade einmal drei verschiedene Hersteller bieten derzeit eine Radeon HD 7990 in ihrem Sortiment. Fans von High-End-Hardware und höchsten Detailsstufen bei Spielen, die das ganze eventuell noch im Multi-Monitor-Betrieb (mehrere Monitore, die das Blickfeld insgesamt vergrößern) oder in 3D genießen wollen, scheuen trotzdem nicht die Kosten. Manch einer nutzt sogar mehrere dieser Grafikkarten gleichzeitig in einem Verbund (SLI/Crossfire), um die Leistung abermals zu steigern. Für halbwegs preisbewusste Gamer gilt aber ganz klar: ihr solltet lieber die vereinzelt angebotetenen "Ultra"-Detailmodi ingonieren und mit einem Grafikkartenmodell zwischen 150 bis 300 Euro die trotzdem sehr gut aussehenden Detaileinstellungen nutzen, die eine Stufe unterhalb von "maximal" oder "ultra" liegen. Der Kauf einer AMD HD 7970 oder Nvidia GTX 680 wäre gerade noch in einem Rahmen, der vertretbar ist, wenn es um Preis-Leistung angeht. Wobei Modelle der AMD HD 7970 in Sachen Preis-Leistung die bessere Wahl sind (ab 350 Euro für eine ab Werk übertaktete Version).
