Wir wagen einen Blick in die Zukunft und untersuchen, in welche Richtung sich die Grafik moderner Spiele entwickelt. Das Stichwort ist "Fotorealismus". Zuerst befassen wir uns mit diesem Begriff, bringen dann einige Beispiel für Spiele, die eine sehr realistische Grafik bieten, betrachten aber auch den gegenteiligen Trend und kommen am Schluss noch zu High-End-Grafikkarten.
Games mit realistischer Grafik
Die Genres, in denen eine realistische Grafik eine besondere Rolle spielt, sind klassischerweise Ego-Shooter, die auf real existierende Waffen und Szenarien setzen, und Sportspiele, zu denen wir auch Rennspiele zählen wollen. Schon vor vielen Jahren gab es Titel, bei denen Screenshots einzelner Szenen der Wirklichkeit sehr nahe kamen und damals schon für Erstaunen und Respekt sorgten, auch wenn im Spielablauf selbst dann doch klar zu merken ist, dass es sich am Ende doch nur um eine virtuelle Grafik handelt. Vor allem was die Bewegungsabläufe und Mimik von Charakteren angeht, sind die Fortschritte in letzter Zeit deutlich größer geworden. 1998 kam mit der Unreal-Engine für damalige Verhältnisse ein echter Meilenstein auf dem Spielemarkt - aus heutiger Sicht wirkt die Grafik von Titeln wie dem ersten Unreal oder auch Clive Barkers: Undying natürlich etwas plump und unrealistisch, immerhin ist das Ganze ja auch bereits etwa 15 Jahre her. Auch damals wurde natürlich nicht von "Fotorealismus" gesprochen, aber die Engine holte aus der Hardware, die Ende der 1990er-Jahre verfügbar war, das letzte heraus. Far Cry sorgte 2004 dann schon für deutlich mehr Staunen, denn hier sahen manche Panorama-Aufnahmen der Dschungellandschaft auf den ersten Blick schon verblüffend gut aus, zumal damals LCD-Monitore mit HD-Auflösung noch in weiter Ferne waren. Auch Half-Life 2 erschien 2004 und hatte eine für damalige Verhältnisse starke Grafik. Dank der Modding-Fähigkeit des Spiels gibt es zahlreiche Grafik-Modifikationen für Half-Life 2. Beispielsweise die Cinematic-Mod, die stets weiterentwickelt wurde.
Und trotz aller Unkenrufe kann selbst die Call of Duty-Reihe vereinzelt Bilder schaffen, die einen durchaus realistischen Eindruck hinterlassen. Die inzwischen veraltete Grafikengine der Ego-Shooter-Reihe hat zwar vor allem aus der Nähe betrachtet große Mängel, aber eine Szene wie hier rechts des Textes aus dem Teil "Modern Warfare 3" aus dem Jahr 2011 sieht trotzdem erstaunlich gut aus. Gegen den Klassenprimus Battlefield 3 mit der Frostbite-Engine hat die Engine von Call of Duty aber nicht den Hauch einer Chance - einen Screenshot haben wir oben auf dieser Seite. Eine überragende Grafik bietet auch Crysis 3 - da der Shooter
Quelle: Activision
Call of Duty Modern Warfare 3
aber in einem Sci-Fi-Setting angesiedelt ist, gibt es immer wieder Elemente, die den Eindruck einer wirklichen realen Umwelt deutlich einschränken. Rein technisch zeigt der Shooter aber ähnlich wie Battlefield 3, wohin die Reise geht. Im Schatten von Ego-Shootern finden sich allerdings auch noch Sport- und Rennspiele. So sehen Echtzeitwiederholungen aus einer Total-Kameraperspekte beim Rennspiel GTR 2 einer TV-Übertragung ähnlich - das Spiel stammt aus dem Jahr 2006. Auch die aktuelle Formel-1-Simulation F1 zeigt teilweise eine sehr real aussehende Optik. Beim Basketball-Spiel NBA2k hat man schon in der Version aus dem Jahr 2010 selbst aus der Nähe betrachtet verblüffend real wirkende Akteure. Zu allen hier genannten Spielen gibt es übrigens Screenshots in der Bildergalerie, die ihr am Fuß jeder Seite unseres Specials findet.
