Wir wagen einen Blick in die Zukunft und untersuchen, in welche Richtung sich die Grafik moderner Spiele entwickelt. Das Stichwort ist "Fotorealismus". Zuerst befassen wir uns mit diesem Begriff, bringen dann einige Beispiel für Spiele, die eine sehr realistische Grafik bieten, betrachten aber auch den gegenteiligen Trend und kommen am Schluss noch zu High-End-Grafikkarten.
Spiele gegen den Realismus-Trend
Nicht jedes Programmierer-Team hat das Ziel, eine möglichst realistische Grafik zu entwickeln. Nicht unbedingt, weil dies zu schwer wäre, sondern um dem Spiel einen eigenen Charakter zu geben und den Spieler auch in eine andere, eindeutig nicht-reale Welt eintauchen zu lassen. Zwei aktuelle Beispiele sind Bioshock – Infinite und Dishonored. Bei letzterem sind vor allem die Charaktere im Spiel als deutlich "unrealistisch" erkennbar. Bei Bioshock Infinite sehen die Menschen zwar häufig schon echter aus, insgesamt sind die starken Farben und die gesamte Optik aber weit entfernt von der Realität, vom Szenario einer Wolkenstadt mal ganz abgesehen. Besonders stark vom Realismus weicht Borderlands 2 ab: die 3D-Welt sieht optisch eher wie ein 2D-Comic aus, und zwar eine Art von Comic, der alles andere als realistisch aussehen will. Doch selbst manch ein Shooter, der an sich in einem realistischen Setting spielt, versucht nicht zwanghaft, auch eine realistische Grafik erzeugen – zum Beispiel Far Cry 3: an vielen Stellen könnte es sich um ein Foto aus einem Reisekatalog sein, auf der anderen Seite setzt das Spiel aber vor allem bei Personen auf eher knalligere Farben und kleine ungewöhnliche Details, die insgesamt am Ende dann doch einen eher unrealistischen, beinah schon comichaften Eindruck vermitteln.
Es gibt aber auch rein technische Gründe, warum ein Spiel nicht realistisch aussieht: manche Entwickler haben einfach nicht das Budget, um in Ruhe eine besonders starke Grafikengine zu nutzen oder zu entwickeln. Allein um realistische Bewegungsabläufe zu erstellen, ist ebenfalls viel Arbeit nötig. Hätte das Spiel am Ende zwar fotorealistischer Grafik, bei dem aber die Akteure herumeiern wie bei einem Spiel aus dem Jahr 1995, wäre dies lächerlich. Bevor man also
Quelle: bitComposer
Giana Sisters Twisted Worlds
einen schlechten Versuch einer guten Grafik startet, entwickelt man das Spiel lieber gleich darauf hin, dass es in Sachen Grafik rein technisch nicht überragen soll und konzentriert sich eher auf den Charakter oder die Zweckmäßigkeit der Grafik. Im Bereich von Indie-Games liegt eine solche Vorgehensweise besonders nahe. Trotzdem kann die Grafik aber "schön" und "fein" aussehen, so auch bei Spielen wie Trine 2 oder Great Giana Sisters: Twisted Worlds. Ein weiterer Gedanke bei der Entscheidung, keine hyperrealistische Grafik anzustreben, ist zudem die Zielgruppe: ein Spiel wie Battlefield 3 erfordert für höchste Details einen PC, den selbst unter Viel-Spielern nicht gerade zum Standard zählt. Etliche Durchschnittsbürger würden mit ihren Komplett-PCs oder Laptops nicht den Hauch einer Chance haben, ein technisch zu modernes Spiel zu genießen.
